Mietpreise in NRW: Im Ruhrgebiet wohnt es sich günstig

In Nordrhein-Westfalen (NRW) geht die Schere bei den Mieten seit Jahren auseinander. Relativ günstig ist das Wohnen im Ruhrgebiet. Keine Stadt im "Revier" schafft es unter das teuerste Viertel im Land, wie eine Studie zeigt. Bei der Mietbelastung ist die Lage ähnlich – mit zwei Ausnahmen.

Die Wohnungsmieten sind im Ruhrgebiet ("Regionalverband Ruhr") verglichen mit anderen Städten in Nordrhein-Westfalen (NRW) eher niedrig, heißt es in einer Studie der EBZ Business School und dem InWIS – Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (beide Bochum). Keine einzige der 46 untersuchten Städte im Revier mit mehr als 20.000 Einwohnern findet sich unter den teuersten 25 Prozent der NRW-Städte wieder.

So liegt der Studie zufolge die durchschnittliche Wohnungsmiete in NRW derzeit bei 6,66 Euro pro Quadratmeter – im Ruhrgebiet sind es nur 6,17 Euro. Am günstigsten im Revier wohnt es sich in Bergkamen (5,40 Euro pro Quadratmeter), am teuersten in Herdecke (7,13 Euro).

Mietbelastung: Nur Dortmund und Kamp-Lintfort sind "Ausreißer"

Bei der Mietbelastung, das Verhältnis der Einkommen der Haushalte zu den Mietkosten, ist das Bild der Studie zufolge ganz ähnlich: Die liegt zwischen zehn und 25 Prozent im gesamten Bundesland, während im Revier die Werte mit elf bis maximal 19 Prozent deutlich geringer ausfallen. Auch im Durchschnitt ist die Mietbelastung im Ruhrgebiet niedriger als in NRW insgesamt: Nur zwei Städte – Dortmund und Kamp-Lintfort – weisen mit einem Anteil von 17,6 und 19,1 Prozent des Einkommens eine relativ hohe Belastung auf: Sie rangieren mit diesen Werten auch unter den Top 20 in NRW. Hingegen gibt es 17 Revierstädte mit einer sehr niedrigen Mietbelastung, die wiederum im hinteren Viertel NRWs landen.

"Wenn ein Haushalt aus dem übrigen NRW ins Ruhrgebiet zieht und ein entsprechend durchschnittliches Haushaltseinkommen aufweist, reduziert sich oftmals die Mietbelastung noch einmal deutlich", heißt es in der Studie. Das durchschnittliche Haushaltseinkommen lag im Ruhrgebiet 2018 bei fast 39.000 Euro im Jahr und damit um mehr als sechs Prozent unter dem NRW-Vergleichswert.

Wohneigentum: So erschwinglich sind die Kaufpreise im Ruhrgebiet

Der Kaufpreis für Häuser liegt im Ruhrgebiet laut Studie aktuell bei rund 290.000 Euro im Durchschnitt: Am preiswertesten ist der Immobilienkauf in Fröndenberg/Ruhr (233.000 Euro), am teuersten in Mülheim an der Ruhr (gut 385.000 Euro). Im Schnitt liegen die Kaufpreise rund dreieinhalb Prozent unter dem Niveau von NRW – in nur vier Revier-Städten wird ein Kaufpreis fällig, der unter den Top 50 in NRW liegt. Die Extremwerte bei den Kaufpreisen im Land nach oben und unten fehlen weitgehend im Ruhrgebiet.

Die vier teuersten Städte sind unter den 13 größten Städten des Reviers. In den kleineren Städten (mit mehr als 20.000 Einwohnern) sind auch die durchschnittlichen Kaufpreise für Wohneigentum am geringsten. Gleichzeitig liegen aber auch nur drei Städte im Ruhrgebiet im letzten Viertel des Rankings der Kaufpreise in NRW.

Durchschnittlich musste ein Haushalt im Ruhrgebiet 7,7 Jahreseinkommen für den Kauf eines Hauses ausgeben. Die Spanne reicht vom 4,7-Fachen in Hamminkeln bis zum 11,1-Fachen in Bochum, das bei diesem Indikator der teuerste Standort ist. In rund 25 Prozent der Städte des Ruhrgebietes sind der Studie zufolge weniger als sechs Jahreseinkommen aufzuwenden.

Dabei gehören fünf der teuersten Städte auch gleichzeitig zu den zehn größten Städten des Reviers. Ziehen einkommensstärkere Haushalte von außerhalb ins Revier wird es preiswerter: Unter Betrachtung des NRW-Durchschnittseinkommens müssen vielerorts nur zwischen 5,6 und 9,2 Jahreseinkommen aufgewendet werden.


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