In Europa sind die Büromieten im ersten Quartal 2018 laut Cushman & Wakefield gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent gestiegen. Das ist die höchste Wachstumsrate seit 2012. Spitzenreiter in Deutschland ist Berlin mit einem Plus von 5,2 Prozent. Die Renditen für Büroimmobilien fielen in Europa um einen Basispunkt auf 4,46 Prozent (in Deutschland um sechs Punkte auf 3,1 Prozent) und liegen damit aktuell auf dem niedrigsten jemals verzeichneten Niveau.

"Für den deutschen Bürovermietungsmarkt gehen wir weiterhin von einem soliden Wachstum aus, angefeuert von einer starken Nachfrage und niedrigen Leerstandsraten", sagt Nigel Almond, Head of Data Analytics bei Cushman & Wakefield. Berlin weise mit 2,2 Prozent eine der niedrigsten Leerstandsraten weltweit auf, was zu einem Anstieg der Berliner Spitzenmiete führen werde. Dies treffe auch auf andere deutsche Metropolen zu.

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London: Bürorendite im West End steigt um 25 Basispunkte

Mit einem Plus 5,6 Prozent in Europa ist Mailand. In Großbritannien sind die Mieten erstmals seit sechs Quartalen in Folge rückläufig waren, hat Cushman & Wakefield hier jetzt wieder ein Wachstum von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal beobachtet. Zwar bewegen sich der Studie zufolge die Renditen im Jahresvergleich noch im negativen Bereich, dafür sei jedoch maßgeblich die unklare Ausrichtung der Brexit-Verhandlungen verantwortlich. Sie habe zu Verzögerungen bei den Investitions- und Anmietungsentscheidungen geführt, heißt es in dem Rekord.

Dass Gesamtrendite für Büroimmobilien in Europa im ersten Quartal leicht zurück ging, lag auch daran, dass sich viele Märkte in der späten Zyklusphase befinden und die Spitzenrenditen ein Rekordtief erreicht haben. Dazu gehören die britischen Märkte Cardiff, Bristol und Glasgow mit einem Renditerückgang von jeweils 25 Basispunkten und Edinburgh mit 50 Basispunkten. Diese Kompressionen wurde durch die Renditesteigerung von 25 Basispunkten im Londoner West End ausgeglichen. Die gewichtete durchschnittliche Spitzenrendite in UK erhöhte sich damit um sechs Basispunkte auf 4,08 Prozent.

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Logistik: Lissabon verzeichnet Mietplus von 7,1 Prozent

In den meisten (39) der 45 untersuchten Logistikmärkte stagnierten die Mieten im ersten Quartal 2018. Zwar stiegen die Mieten in Europa im Vergleich zum Vorquartal um 0,4 Prozent, doch das Wachstum beschränkte sich im Wesentlichen auf wenige Standorte in Mittel- und Osteuropa ( Tschechische Republik, Ungarn, Polen und Rumänien) mit plus 1,8 Prozent und auf die Semi-Core-Märkte Irland, Italien, Portugal und Spanien (plus 1,2 Prozent).

In Deutschland fiel das Wachstum mit 0,3 Prozent moderater aus. Insbesondere Lissabon verzeichnete im ersten Quartal eine Wachstumsrate von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal, was auf den zunehmenden Online-Handel und das knappe Angebot zurück zu führen ist. Aufgrund der starken Nachfrage stiegen auch in Warschau die Mieten im Quartalsvergleich um 2,9 Prozent.

"Aufgrund der Optimierung der Lieferketten steigen die Mieten für diese kleineren Flächen. Dieser Trend wird sich langfristig fortsetzen", sagt Lisa Graham, Head of Logistics and Industrial Research & Insight bei Cushman & Wakefield.

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Logistik-Renditen: Frankreich verliert 63 Basispunkte

Bei rund 66 Prozent der untersuchten Märkte gaben die Renditen für Logistikimmobilien nach und trugen zu einer Kompression der europäischen gewichteten Spitzenrendite um fünf Basispunkte auf 6,1 Prozent bei. Das ist ein neues historisches Rekordtief.

Frankreich übertraf mit minus 63 Basispunkten alle anderen Regionen. Die Renditen in fast allen wichtigen europäischen Logistikmärkten befinden sich mittlerweile auf einem Zehn-Jahres-Tief, auch wenn der Renditeabstand zu anderen Assetklassen immer noch über dem Niveau des vorherigen Zyklus liegt.

Damit liegen die europäischen gewichteten Spitzenrenditen sowohl für Büro- als auch für Logistikimmobilien auf dem niedrigsten seit 2012 verzeichneten Niveau. Auch die Renditen in Mittel- und Osteuropa schrumpften: um acht Basispunkte auf 5,48 Prozent.

Einzelhandelsmieten: Budapest legt kräftig zu

Nach einem negativen Wachstum in den vergangenen beiden Quartalen stiegen im ersten Quartal 2018 die Einzelhandelsmieten in der High-Street in ganz Europa um 0,2 Prozent. Doch unter dem Strich verzeichneten nur acht der 45 untersuchten Märkte ein Wachstum.

Das höchste Wachstum wurde in Budapest mit 8,3 Prozent verzeichnet. Haupttreiber sind die aufstrebende Wirtschaft, der Anstieg der Löhne und Gehälter, des privaten Konsums sowie die Nachfrage der Einzelhändler. Ähnliche Rahmendaten sorgen laut Cushman & Wakefield auch für das Mietpreiswachstum in Sofia (4,2 Prozent) und Prag (2,3 Prozent).

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Auch für High-Street-Einzelhandelsobjekte gingen die Spitzenrenditen um weitere fünf Basispunkte zurück und erreichten ein Zehn-Jahres-Tief von 4,15 Prozent. Mit den aktuell niedrigsten Renditen in Europa trugen Frankreich, Deutschland und die Beneluxländern maßgeblich zu dieser Renditekompression bei. Die Renditen in Großbritannien, Mittel- und Osteuropa, den nordischen Ländern (Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden) und den Semi-Core-Märkten zeigen seit Jahresbeginn nur eine geringe Dynamik.

Von einer Änderung der Situation ist nach Auffassung von Cushman & Wakefield bis Ende 2018 nicht auszugehen.

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