24.07.2015 | IW

Mietpreisbremse verfehlt in Berlin Wirkung

Der IW fordert für Berlin eine Neuberechnung der Mietspiegel alle zwei Jahre
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Mietpreisbremse hat in den Berliner Innenstadtbezirken ihre Wirkung verfehlt. Zu diesem Ergebnis kommt nun auch eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), wie der "Tagesspiegel" berichtet. Grund sind laut IW veraltete Mietspiegel. 

Eine Umfrage des Analysehauses Empirica kommt zum gleichen Schluss. 

Angebotsmieten stiegen demnach von 2010 bis 2014 in Neukölln um fast 60 Prozent und in Wedding um rund 40 Prozent. Die Mietspiegel bildeten diese Veränderungen nach Ansicht des arbeitgebernahen Instituts nicht ausreichend ab.

Investoren sähen ihre Renditeerwartungen enttäuscht und verkauften Mietwohnungen lieber an Selbstnutzer, heißt es dem Zeitungsbericht zufolge in der Studie. Weil in der Hauptstadt eine "Zentrumskonzentration der teuersten Stadtteile" stattgefunden habe, könne die Mietpreisbremse wie ein Mietstopp wirken und die Funktionsfähigkeit des Mietwohnungsmarktes langfristig gefährden. Der IW fordert eine Neuberechnung der Mietspiegel alle zwei Jahre.

Die seit Juni in Berlin geltende Mietpreisbremse sieht vor, dass bei der Wiedervermietung einer Wohnung in einer ausgewiesenen Gegend die Miete nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. So sollen sprunghafte Mieterhöhungen vermieden werden.

Lesen Sie auch:

Effekte der Mietpreisbremse in Berlin noch nicht sichtbar

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Mietpreisbremse

Aktuell

Meistgelesen