25.08.2016 | Nebenkostenabrechnung

Mieterbund: Energiepreise und Betriebskosten sinken weiter

Vor allem der Preis für Heizöl ist laut Mieterbund 2015 gesunken und machte die Betriebskosten günstiger
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Preise für Öl und Gas haben im Jahr 2014 die Betriebskosten für Mieter in Deutschland weiter sinken lassen. Durchschnittlich lagen die Nebenkosten bei 2,17 Euro pro Quadratmeter und Monat und damit zwei Cent unter den Kosten von 2013. Das zeigt eine Untersuchung des Deutschen Mieterbunds (DMB). Für 2015 erwartet der DMB einen weiteren Rückgang aufgrund niedriger Energiepreise. 

Die Kosten für Heizen, Wasser und Abwasser, den Hausmeister oder die Müllabfuhr machen in Deutschland im Schnitt etwa ein Viertel der Wohnkosten aus.

Obwohl die sogenannte zweite Miete leicht gesunken ist, wird Wohnen dem DMB zufolge für viele Mieter aber nicht günstiger. Vor allem in den Metropolen und Universitätsstädten steigen die Kaltmieten seit Jahren weiter, dieser Trend hielt laut Mieterbund auch im ersten Halbjahr 2016 an.

Hinzu kommen die Nebenkosten: Bis zu 3.053 Euro können nach Mieterbund-Berechnungen für eine 80 Quadratmeter große Wohnung pro Jahr anfallen, falls alle Betriebskostenarten fällig werden, darunter auch für Hausmeister, Gartenpflege, Kabelfernsehen und Aufzug. Der Durchschnitt liegt ein Drittel niedriger.

DMB: Heizölpreis gibt mit 23,1 Prozent deutlich nach

Dass es 2014 günstiger wurde, liegt neben den gesunkenen Energiepreisen auch an den warmen Wintermonaten des Jahres, die den Verbrauch drückten. 2015 war insgesamt kälter, so dass der Mieterbund davon ausgeht, dass im vergangenen Jahr wieder mehr Öl und Gas verbraucht worden ist.

Allerdings gab der Heizölpreis mit 23,1 Prozent deutlich nach. Rund jeder vierte Haushalt in Deutschland heizt mit Öl. Fernwärme wurde im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich 5,1 Prozent billiger, Gas 1,5 Prozent.

Mieter in Ostdeutschland zahlen monatlich im Schnitt 2,27 Euro Nebenkosten pro Quadratmeter, im Westen sind es 2,14 Euro. Im Osten waren die Kosten für Heizung und Wasser etwas höher als im Westen, dafür mussten Mieter im Westen für Gebühren, Grundsteuer, Straßenreinigung und Müllabfuhr mehr Geld ausgeben.

Bild: DMB

Große regionale und lokale Unterschiede bei Grundsteuer, Wasser, Abwasser und Müll

Insbesondere bei den Betriebskostenpositionen Grundsteuer, Wasser/Abwasser oder Müllbeseitigung ergeben sich dem Mieterbund zufolge regional beziehungsweise lokal teilweise erhebliche Preisunterschiede. Das gilt auch für Heizkosten und Warmwasser. Hier wird die Höhe der Kosten vor allem durch klimatische Einflüsse, den energetischen Zustand der Wohnung und starken Preisunterschieden sowohl zwischen Heizöl, Gas und Fernwärme, als auch zwischen den einzelnen Gas- und Fernwärmeversorgern bestimmt.

64 Prozent der Betriebskosten entfallen auf Heizung und Warmwasser

Die Kosten für Heizung und Warmwasser sind laut DMB im Abrechnungsjahr 2014 erstmals seit langer Zeit gesunken und liegen jetzt im Durchschnitt bei 1,39 Euro pro Quadratmeter und Monat. Das sind rund acht Prozent weniger als 2013. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung ergeben sich somit durchschnittliche Heiz- und Warmwasserkosten in Höhe von 1.334,40 Euro im Jahr, 115,00 Euro weniger als 2013. Letztlich entfallen 64 Prozent der tatsächlich gezahlten Betriebskosten auf Heizung und Warmwasser.

Der Mieterbund hat für seinen Betriebskostenspiegel mehrere tausend Abrechnungen analysiert. Sie beziehen sich auf elf Millionen Quadratmeter Mietwohnungsfläche.

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Schlagworte zum Thema:  Betriebskosten, Mieter, Nebenkosten, Nebenkostenabrechnung, Energieverbrauch

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