18.10.2016 | Empirica Miet-Index

Analyse: Mieten steigen weiter – im dritten Quartal im Schnitt um knapp ein Prozent

Die Miet- und Kaufpreise klettern weiter – ein Ende ist Empirica zufolge nicht absehbar.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Die Mieten sind im dritten Quartal 2016 erneut gestiegen. Das zeigen neue Daten des Analyseunternehmens Empirica. Demnach legte der Miet-Index für alle Baujahre um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu, das Barometer für Neubauten kletterte um 1,2 Prozent. Untersucht wurden zwei Millionen Immobilieninserate.

"Es ist jedes Quartal dieselbe Prozedur", sagt Reiner Braun, Geschäftsführer von Empirica. Seit Jahren stiegen die Mieten. Bei Neubauten etwa seien sie seit 2004 im Schnitt um fast 24 Prozent geklettert. "Ein Ende ist nicht absehbar."

Wie Empirica schlussfolgert, kann dagegen auch die Mietpreisbremse nichts tun. Ein Grund könnte sein, dass Mieter in Boom-Städten zu selten ihr Klagerecht wahrnehmen, wie etwa eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Amtsgerichten in Großstädten ergab.

Von steigenden Mieten betroffen seien mittlerweile alle Segmente. "Es fehlt an Wohnraum jeglicher Preisklasse", sagt Braun. Dabei sei die Lösung einfach:

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Das zeigt auch eine Studie des Bundesbauinstituts (BBSR). Laut Empirica gibt es auf dem deutschen Wohnungsmarkt nach wie vor eine zu große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. Das treibe auch die Kaufpreise für Immobilien.

Index für Eigentumswohnungen steigt um 2,2 Prozent

So ist der Index von Empirica für Eigentumswohnungen im dritten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorquartal um 2,2 Prozent gestiegen und der für Ein- und Zweifamilienhäuser um 1,8 Prozent. "Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Einwohner in Berlin um rund 50.000, in Hamburg um fast 25.000 und in Frankfurt um fast 15.000 gestiegen", so Stefan Mitropoulos von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Den Immobilienboom befeuere zudem das billige Geld der Europäischen Zentralbank (EZB), das Kredite historisch günstig macht.

Commerzbank warnt vor Immobilienblase

Empirica hatte im August für acht von zwölf untersuchten Großstädten eine "eher hohe" Blasengefahr indiziert.

"Der Immobilienboom nimmt immer mehr Züge einer Blase an", sagt auch Ralph Solveen von der Commerzbank. Problematisch sei, dass die Preise sich von anderen wichtigen Faktoren abkoppelten. Auch die Aareal Bank warnte vor einer Überhitzung.

Helaba-Experte Mitropoulos sieht vor allem in Großstädten Übertreibungen - aber nicht bundesweit. Als typisches Element einer Blase fehle ferner eine stark wachsende Vergabe von Immobilienkrediten. Der Anstieg der Preise sei zum großen Teil durch die Entwicklung von Angebot und Nachfrage zu erklären.

Schlagworte zum Thema:  Miete, Neubau, Immobilien, Analyse, Immobilienblase

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