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Mieten steigen moderat um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr

München ist mit 12,60 Euro Nettomiete pro Monat die teuerste Stadt Deutschlands (+5,00 Prozent)
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Mieten in Deutschland steigen laut Wohn-Preisspiegel 2013/2014 des Immobilienverbands IVD nur moderat: Im Durchschnitt koste eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert 5,75 Euro netto pro Quadratmeter. Das ist ein Plus von 3,1 Prozent zum Vorjahr. In den zehn größten Städten stiegen die Mieten durchschnittlich um 4,87 Prozent.

In den vergangenen zwölf Monaten seien die Neuvertragsmieten für Wohnungen in Deutschland flächendeckend in allen Klassen und Städtegrößen nur moderat gestiegen, berichtet der IVD. Die Bandbreite sei allerdings riesig. In Deutschlands teuerster Stadt München müssen Mieter doppelt so viel bezahlen.

"Die Teuerung liegt nur knapp über der allgemeinen Inflation", so Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbandes IVD. Die Bandbreite der Preise sei bei den Mieten jedoch sehr hoch. In München, der mit Abstand teuerste deutsche Wohnungsmarkt, liegt der Mietpreis für eine derartige Wohnung doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt, in einer Stadt wie Arnsberg liegt er mit 3,70 Euro pro Quadratmeter deutlich darunter.

Großstädte nur knapp über Bundesdurchschnitt

In den zehn größten Städten liegt die Durchschnittsmiete für Wohnungen mit mittlerem Wohnwert, die vor 1948 errichtet worden sind, bei 7,90 Euro pro Quadratmeter. Dies entspricht einem durchschnittlichen Mietanstieg von 4,87 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Die Preise haben sich demnach auch in den Großstädten nicht wesentlich stärker erhöht als im Bundesdurchschnitt", sagt Schick. "Die öffentliche Wahrnehmung, dass die Mieten explodieren, ist ein Phänomen besonders nachgefragter Szeneviertel." Auf den ersten beiden Plätzen im Ranking der teuersten deutschen Städte sind München (12,60 Euro, +5,00 Prozent) und Stuttgart (10 Euro, +4,17 Prozent) zu finden. An dritter Stelle folgt Frankfurt/Main mit 9,30 Euro pro Quadratmeter (+2,20 Prozent.). In Frankfurt/Main liegt die Mietentwicklung damit nur knapp über der Inflationsrate. In Düsseldorf sind die Mieten konstant geblieben.

Reale Mieten 2013 niedriger als 1993

Real betrachtet sind die Mieten in den vergangenen 20 Jahren sogar deutlich gesunken, da sich das Preisniveau im selben Zeitraum um rund 38 Prozent erhöht hat, die Mieten in Deutschland aber nur um 5,8 Prozent gestiegen sind. Im Ergebnis liegen die inflationsbereinigten Mieten 2013 im bundesweiten Schnitt 23,33 Prozent und die Mieten der zehn größten Städte um 15,91 Prozent unter dem Niveau von 1993. Die ermittelten Mieten für Neubauwohnungen haben sich ebenfalls moderat entwickelt und liegen deutschlandweit im mittleren Segment bei rund 7,04 Euro pro Quadratmeter. Damit beläuft sich das Plus auf 3,7 Prozent. In den Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern liegen sie in der mittleren Wohnwertkategorie bei 9,63 Euro und mit gutem Wohnwert bei elf Euro pro Quadratmeter.

Anziehende Mieten kurbeln den Neubau an

"Die steigenden Mieten waren und bleiben eine Folge der geringen Neubautätigkeit des vergangenen Jahrzehnts und der dadurch entstandenen Verknappung des Wohnungsangebots, insbesondere in Ballungsräumen wie Berlin, München und Hamburg", so Schick. Die positive Seite steigender Mieten sei, dass diese den Neubau ankurbelten. Für private Investoren werde der Mietwohnungsneubau wieder attraktiver. Die Zunahme der seit rund vier Jahren gestiegenen Baugenehmigungen spiegle sich am Markt und der Preisentwicklung wider.

Preise für Wohneigentum klettern weiter

Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen in Deutschland klettern weiter - vor allem in den Großstädten. Der Quadratmeterpreis für eine Eigentumswohnung mit mittlerem Wohnwert liegt gegenwärtig bei knapp 1044 Euro, das sind 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. "Damit liegt das durchschnittliche Preisniveau für Eigentumswohnungen immer noch 15 Prozent niedriger als vor 20 Jahren", so Schick. Die Entwicklung sei Teil eines Aufholprozesses. Nach dem Immobilienboom der 1990er Jahre seien die Preise für Wohneigentum überproportional gesunken. Erst in den vergangenen drei Jahren sei eine Trendwende zu beobachten.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Mietpreis

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