23.06.2016 | ImmobilienScout24

Mieten für Büroflächen steigen

Berlin steht München kaum noch nach, was die Quadratmeterpreise für Büroimmobilien in begehrten Lagen betrifft.
Bild: Thomas Sturm ⁄

Der deutsche Büroimmobilienmarkt hat an Dynamik zugelegt. In den Metropolen sorgt Flächenknappheit für steigende Preise, und Interessenten sind bereit, für gute Lagen tief in die Tasche zu greifen. Das zeigt der erste Marktreport für Büroimmobilien von ImmobilienScout24.

Die Hauptstadt profitiert ImmobilienScout24 zufolge von ihrem Image als quirlige Trendsetterin und zieht Unternehmen an. Vor allem die internationale Start-up-Szene hat die Stadt zum Wunsch-Standort auserkoren.

Büromieter in Berlin sind laut Report dazu bereit, für die richtige Lage mit guter Infrastruktur und guter Verkehrsanbindung einen hohen Preis zu zahlen. Demnach ist in keiner anderen deutschen Metropole die Zahlungsbereitschaft so stark gestiegen wie in Berlin: von 2013 zu 2015 um rund 19 Prozent.

Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt inzwischen bei rund 13 Euro, also nur noch drei Euro weniger als die Münchner Durchschnittsmiete. Büro-Standorte in zentralen Lagen sind besonders stark nachgefragt. In Kreuzberg liegt der Quadratmeterpreis mit rund 14 Euro inzwischen über dem stadtweiten Durchschnitt. Auch die Preise rund um den Ku'damm ziehen langsam an.

Hamburg zieht Logistik-, Technologie- und Informationsbranche an

Lange Zeit war Hamburg der wichtigste Medienstandort in Deutschland. Das Bild hat sich in den vergangenen Jahren durch die Umstrukturierungsprozesse der Branche gewandelt. Heute beleben besonders Unternehmen aus der Logistik-, Technologie- und Informationsbranche den Bürostandort.

Sowohl Start-ups als auch Großmieter haben in Hamburg das gleiche Problem wie Nachfrager in Berlin: Die kleinen (25 bis 150 Quadratmeter) und großen Flächen (2.500 bis 15.000 Quadratmeter) werden knapp. Wer dagegen im mittleren Segment sucht, trifft auf ein größeres Angebot.

Die HafenCity gilt als Paradebeispiel für die Umnutzung innerstädtischer Brachflächen und hat ein neues Preisniveau salonfähig gemacht: In keiner anderen Lage in der Hansestadt ist die Zahlungsbereitschaft mit rund 20 Euro so hoch: Quadratmeterpreise bis zu 23 Euro sind in der HafenCity keine Seltenheit.

München ist die wirtschaftlich stärkste Stadt Deutschlands

München lebt von Standortfaktoren wie Hochschulen, Internationalität und Erreichbarkeit, wie die Studie zeigt. Das führt dazu, dass die Landeshauptstadt Bayerns die mit Abstand höchsten Preise für Büroflächen erzielt (bis zu 24 Euro pro Quadratmeter in den untersuchten Stadtteilen) und freie Flächen schwinden.

Speziell die Altstadt, Lehel und Maxvorstadt sind in den letzten Jahren zum Mekka für Start-ups, IT-Firmen und die Kreativbranche geworden. Direkte Reaktion darauf ist, dass die Anzahl der kleinteiligen Flächen im Zwei-Jahres-Vergleich um rund 76 Prozent geschrumpft ist – so stark wie in keiner der anderen untersuchten Städte.

Frankfurt für Verkehrs- und Logistikunternehmen interessant

Frankfurt gilt als eines der Top-Finanzzentren der Welt und als attraktiver Standort für Verkehrs- und Logistikunternehmen. Zwar ist die Bankenmetropole nach München der zweitteuerste Standort in Deutschland, jedoch sind die Entwicklungen am Main weit weniger dynamisch: Die Büromieten sind von 2013 bis 2015 in der gesamtstädtischen Betrachtung nur um 0,7 Prozent gestiegen. Das ist der niedrigste Wert im Vergleich zu den anderen untersuchten Metropolen.

Das Europaviertel verzeichnet den höchsten Preissprung. Die durchschnittliche Angebotsmiete ist hier in den vergangenen zwei Jahren um 20 Prozent gestiegen. Das neu geschaffene Stadtquartier wird neue Maßstäbe im Hinblick auf die Frankfurter Büromieten setzen, glaubt Immobilien-Experte Jan Hebecker.


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Schlagworte zum Thema:  Investment, Berlin, Büroimmobilie

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