29.05.2015 | immowelt.de

München: Trotz Mietpreisbremse bis zu 19,77 Euro pro Quadratmeter möglich

Eine Wohnung in Altstadtlage kostet bis zu 19,77 Euro pro Quadratmeter
Bild: Peter von Bechen ⁄

Die Mietpreisbremse soll dem bayerischen Justizministerium zufolge in München zeitnah umgesetzt werden. Trotzdem werden die Mieten hoch bleiben: Eine 65-Quadratmeter-Wohnung in Altstadtlage mit bester Ausstattung wird auch künftig bis zu 19,77 Euro pro Quadratmeter kosten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Portals immowelt.de auf Basis des aktuellen Münchner Mietspiegels.

In diese Kategorie fallen zum Beispiel Wohnungen (Baujahr 2012 bis 2013) im Lehel, der Maxvorstadt oder der Isarvorstadt mit Fußbodenheizung, hochwertigen Böden und zwei Bädern.

Nur unwesentlich günstiger wird die Miete für eine Altbauwohnung in bester Lage und mit bestmöglicher Ausstattung ausfallen: sie darf künftig für maximal 19,33 Euro pro Quadratmeter neu vermietet werden. Die Miete für eine 65-Quadratmeter-Wohnung aus den 60er-Jahren in mittlerer Wohnlage und mit Basisausstattung liegt bei 11,19 Euro pro Quadratmeter.

In Berlin liegt die durchschnittliche Kaltmiete laut dem umstrittenen Mietspiegel nun einen Quadratmeterpreis von 5,84 Euro pro Monat.

Laut Gesetzgebung dürfen die Mieten bei Neuvermietung in Zukunft nur noch zehn Prozent über der örtlichen Vergleichsmiete liegen. Grundlage für diese Vergleichsmiete ist in München der Mietspiegel. Dass die Mieten in München deutlich über den Vergleichsmieten anderer deutscher Großstädte liegen, ist auch in den Preissteigerungen der vergangenen Jahre begründet: Zwischen 2010 und 2015 sind die Mietpreise um 28 Prozent in die Höhe geschossen. Pro Quadratmeter wurde im ersten Quartal 2015 bei Neuvermietung eine Kaltmiete von 15 Euro (Median) verlangt, vor fünf Jahren waren es noch 11,70 Euro.

Starkes Bevölkerungswachstum und zu wenig Wohnraum

Für das Hauptproblem der bayerischen Landeshauptstadt, den Mangel an verfügbarem Wohnraum, bietet das neue Gesetz allerdings keine Lösung. Zwischen 2010 und 2014 ist die Bevölkerung Münchens um rund 108.400 Menschen auf knapp 1,5 Millionen gestiegen.

Im gleichen Zeitraum sind aber nur rund 22.750 neue Wohnungen geschaffen worden – und das bei einem konstanten Anteil von 54 Prozent Ein-Personen-Haushalten im gesamten Stadtgebiet. Bis 2023 rechnen Experten der Stadt München mit einem weiteren Anstieg der Bevölkerung auf 1,6 Millionen. Die Situation in München wird sich also weiter verschärfen.

Makler fürchten: Sanierungen lohnen sich nicht mehr

Aus diesem Grund glauben laut einer Ad-Hoc-Umfrage von immowelt.de 78 Prozent der deutschen Makler, dass die Mietpreisbremse zu Renovierungsstaus führen könnte. Kleinere Renovierungen würden immer seltener durchgeführt, weil sich diese für den Vermieter nicht mehr rentierten. 59 Prozent der Immobilienprofis erwarten deshalb, dass Vermieter in Zukunft häufiger generalsanieren, um die Wohnung anschließend losgelöst von der Mietpreisbremse vermieten zu können.

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