25.11.2015 | Top-Thema Megatrend in der Immobilienbranche: Digitalisierung

Internet der Dinge und Industrie 4.0 - Bedeutung für die Immobilienwirtschaft

Kapitel
Dieses Top-Thema ist der dritte Teil unserer vierteiligen Serie zu den großen Entwicklungen in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft.
Bild: Haufe Online Redaktion

Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 tauschen heute schon Maschinen, Logistikeinrichtungen und Produkte über ihre Steuerungsgeräte untereinander Daten aus. Dieser Trend wird vor Immobilien nicht Halt machen: Fenster, Türen, Fahrstühle, Heizung, Klimaanlagen - nur einige Ansatzpunkte für die Vernetzung, die das Management von Immobilien erleichtern und deren Bewohner unterstützen wird.

Der Kühlschrank, der automatisch die Milch nachbestellt, wenn die letzte Packung herausgenommen wurde, der Motor des elektrischen Rollladens, der selbstständig eine Reparatur veranlasst, wenn er kaputt ist. Beim Internet der Dinge (Internet of Things) werden Gegenstände "intelligent". Anders als heute braucht der Mensch keinen Computer, kein Smartphone oder Tablet mehr, um über das Internet zu kommunizieren - diese Aufgabe übernehmen kleine eingebettete Computer, ohne abzulenken oder überhaupt aufzufallen. Sie sitzen in Kleidungsstücken, sogenannte Wearables, im Lichtschalter und in der Kaffeemaschine.

Industrie 4.0 – kommunizierende Heizungsrohre

Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 tauschen heute schon Maschinen, Logistikeinrichtungen und Produkte über ihre Steuerungsgeräte untereinander Daten aus. Dieser Trend wird vor Immobilien nicht Halt machen: Fenster, Türen, Fahrstühle, Wasserversorgung, Heizung, Be- und Entlüftungsanlagen, Klimaanlagen - nur einige Ansatzpunkte für die Vernetzung, die das Management von Immobilien erleichtern und deren Bewohner unterstützen wird. Für viele Wohnungsunternehmen ist die durch das Internet getriebene vierte industrielle Revolution allerdings noch immer kein Thema. Dabei scheint längst klar: "Wohnungsunternehmen müssen in Zukunft mehr vermarkten als die sprichwörtlichen vier Wände", sagt Tim Neugebauer, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens DMK Innovations. "Der Trend ist eindeutig: Erweiterte Dienstleistungen, neue digitale Geschäftsmodelle und sinnvolle Kooperationen mit Dienstleistern rund um die Lebens- und Freizeitgestaltung werden das zukünftige Wachstum in der Wohnungswirtschaft bestimmen."

Bisher noch wenig Begeisterung für neue Technologien 

Die Unternehmen werden durch die Erwartungen der jüngeren Mieter getrieben. Diese wollen Dienstleistungen digital nutzen. Doch die wenigsten Wohnungsgesellschaften stellen ihre Angebote digital oder gar mobil für Smartphones zur Verfügung. Leistungen wie eine papierlose Wohnungsübergabe, die Buchung von Carsharing oder Haushaltshilfen sind kaum vorhanden. Dass sich die Unternehmen noch schwertun, zeigt eine Umfrage von DMK Innovations zusammen mit dem FOG-Institut für Markt- und Sozialforschung zum digitalen Reifegrad der Wohnungswirtschaft in Deutschland. Demnach glauben immer noch 86 Prozent der deutschen Wohnungsgesellschaften, dass sich ihr Kerngeschäft aus Vermietung und Verwaltung nicht grundlegend ändern wird.

Lesen Sie auch:

Perspektiven für die Praxis

Praktikable Lösungen: Clouddienste und ERP-Systeme

Dieses Top-Thema ist der dritte Teil unserer vierteiligen Serie zu den großen Entwicklungen in der Immobilien- und Wohnungswirtschaft. Im nächsten Teil beleuchten wir das Thema Ökologie und gehen auf zukünftige Energiekonzepte ein.

Mehr Hintergrundinformationen zu den aktuellen Entwicklungen in der Banche:

Megatrends in der Immobilienwirtschaft: Der demografische Wandel

Megatrends in der Immobilienwirtschaft: Neue Arbeitswelten

Alexander Heintze, München

Digitalisierung, Internet der Dinge, Wohnungsgesellschaft, Innovation, ERP, ERP-Software