05.10.2016 | Investmentmarkt Europa

Cross-Border-Studien: Megadeals sind in Deutschland um 47 Prozent zurückgegangen

Cross-Border-Investments sind in den etablierten Core-Märkten rückläufig – nationale Käufer treten wieder häufiger auf
Bild: Haufe Online Redaktion

Cross-Border-Investoren mit reichlich Kapital im Gepäck waren in den vergangenen drei Jahren die dominierenden Player beim Erwerb großvolumiger Assets und Portfolios, wobei die Core-Märkte Deutschland, Frankreich und UK das höchste Transaktionsniveau verzeichneten. Laut einer Auswertung von Savills ging inzwischen die Zahl der Megadeals in diesen Märkten am deutlichsten zurück - allein in Deutschland um 47 Prozent.

Dafür stiegen die Volumina in Non-Core-Immobilienmärkten stark an. Savills zufolge konnten sich einige europäische Non-Core-Immobilienmärkte in Bezug auf Cross-Border-Aktivitäten und Megadeals (Einzelvolumen ab 100 Millionen Euro) im ersten Halbjahr 2016 dem aktuellen Trend widersetzen.

Während Cross-Border-Investments in den etablierten Core-Märkten rückläufig waren, beobachtete Savills in den peripheren Märkten einen Anstieg der Volumina gegenüber dem Vorjahr. So betrug dieser in Irland plus 81 Prozent, in Italien plus 20 Prozent und in Polen plus 179 Prozent. Mit plus 245 Prozent in Schweden und 63 Prozent in Finnland verzeichneten auch die nordischen Länder einen Zuwachs an Cross-Border-Investments.

Laut einer Studie von Fidelity International wird der Anteil an Immobilienanlagen in den Euro-Kernländern bis 2018 bis auf 35 Prozent steigen.

Transaktionsvolumen in Core-Märkten rückläufig

In den Core-Märkten ging das Transaktionsvolumen indes zurück: in Deutschland und Spanien um 47 Prozent und um 41 Prozent in Frankreich. Die geringen Investitionsvolumina seien eher auf den Mangel an verfügbaren Produkten auf beiden Seiten des Risiko-Rendite-Spektrums zurückzuführen als auf fehlende Nachfrage, sagt Marcus Lemli, Head of European Investment bei Savills.

Der Immobiliendienstleister erwartet, dass die im ersten Halbjahr zu beobachtenden Trends bis Jahresende anhalten und rechnet mit einem Rückgang des europäischen Gesamtinvestitionsvolumens um 25 Prozent. Dieses Ergebnis liege jedoch nach wie vor 22 Prozent über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt. 2014 waren die Zahlen grenzüberschreitender Investitionen, die Patrizia damals auf der Expo Real präsentierte, noch deutlich gestiegen.

Laut CMS treten nationale Käufer wieder vermehrt auf

Denn, so heißt es auch im "CMS European Real Estate Deal Point Study 2016" der internationalen Sozietät CMS zum europäischen Immobilientransaktionsmarkt: Die anhaltend hohe Nachfrage nach Immobilien in einem nach wie vor historisch tiefen Niedrigzinsumfeld habe die Verhandlungsposition von Immobilienverkäufern im Jahr 2015 europaweit gestärkt.

Zuletzt seien auch nationale Investoren wieder vermehrt aufgetreten. Während im Jahr 2014 noch mehr Investitionen durch ausländische Käufer (53 Prozent) als durch nationale Investoren (47 Prozent) getätigt wurden, hat sich das Verhältnis im vergangenen Jahr laut CMS umgekehrt. 2015 lag der Anteil der nationalen Investoren europaweit bei 53 Prozent, während 47 Prozent der Investoren aus dem Ausland kamen.

Schlagworte zum Thema:  Investor, Immobilieninvestoren, Deal, Immobiliendienstleister, Studie

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