Die Büromärkte entwickeln sich weiterhin hervorragend. Das Mietpreiswachstum hat deutlich zugelegt. Mit auf den vorderen Plätzen der Statistik liegt die deutsche Hauptstadt Berlin: Dort sind die Mietpreise im ersten Quartal 2018 um 10,7 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Analyse des Immobiliendienstleisters JLL hervor. Auch in der aktuellen Consensus-Prognose von gif und CRES sind die Aussichten für den Berliner Büromietmarkt gut.

Durchschnittlich stiegen die Büromietpreise in den weltweit 30 analysierten Märkten im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent. Das ist laut JLL der stärkste Jahreszuwachs in den vergangenen sieben Quartalen.

Sydney (plus 17,4 Prozent) und Singapur (plus 14,5 Prozent) wiesen nach den ersten drei Monaten 2018 die stärksten Zuwachsraten auf. Sechs weitere Städte mit einer bemerkenswerten Mietpreis-Performance konzentrierten sich in Kontinentaleuropa. Brüssel (plus 14,5 Prozent), Stockholm (plus 12,5 Prozent), Berlin (plus 10,7 Prozent) und Mailand (plus 10,6 Prozent) kamen jeweils auf ein Plus im zweistelligen Bereich, gefolgt von Madrid (plus 8,5 Prozent) und Amsterdam (plus 8,1 Prozent).

Umsatz von Büroflächen steigt erneut

Auch die Büroflächennachfrage und der Umsatz haben ihre Dynamik beibehalten. Mit zehn Millionen Quadratmetern wurde laut JLL das höchste Büroumsatzvolumen der ersten drei Monate seit 2008 und ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr notiert. An den deutschen Top-Büromärkten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart verzeichnete German Property Partners für das erste Quartal 2018 jüngst rund 850.200 Quadratmeter umgesetze Büroflächen.

Die Leerstandquote lag laut der Analyse von JLL auf dem niedrigsten Niveau des aktuellen Zyklus, und der Mietpreiszuwachs war der stärkste in einem Jahr in den vergangenen sieben Quartalen. "Die Weichen für ein weiteres gutes Jahr auf hohem Niveau sind trotz geopolitischer Herausforderungen gestellt", so Hela Hinrichs, National Director, JLL EMEA Research. 

Unerwarteter Rückgang der Leerstandsquoten

Einmal mehr ist laut JLL zudem die aggregierte Leerstandsquote im ersten Quartal 2018 weltweit um weitere 20 Basispunkte auf 11,7 Prozent zurückgegangen, der niedrigste Stand innerhalb des aktuellen Zyklus. Für Berlin hatte Colliers International jüngst sogar einen Leerstandsquote von unter zwei Prozent festgestellt.

Vor dem Hintergrund stärker steigender Fertigstellungsvolumina 2018 dürfte sich die globale Leerstandsquote bis Jahresende laut der Analyse jedoch wieder über zwölf Prozent bewegen, heißt es in der Analyse von JLL weiter. In Europa sorgte das beachtliche Vermietungsvolumen von 3,1 Millionen Quadratmetern für weiteren Druck auf die verfügbaren Flächen, mit einem Rückgang der Leerstandsquote um 30 Basispunkte auf sieben Prozent niedriger lag die Quote nur vor zehn Jahren. "Je nachdem wie die Projektentwicklungen 2018 und 2019 an Fahrt gewinnen, wird sich die europäische Leerstandsquote auf einem ähnlichen Niveau stabilisieren", so Hinrichs.

Büromarkt 2018: Weiterhin gute Aussichten, auch für Berlin

Auch die Aussichten sind laut JLL gut. "Unsere Prognose für das Gesamtjahr 2018 geht von einem durchschnittlichen Mietpreiswachstum von rund drei Prozent aus, mit der besten Performance in Singapur und Sydney. Als ebenfalls herausragend dürften sich Toronto, São Paulo, Moskau und Berlin erweisen", so Hinrichs abschließend.

Consensus-Prognose: Aussichten für die fünf deutschen Top-Büromärkte

Dass sich auch die deutschen Bürovermietungs- und Investmentmärkte weiterhin in sehr guter Verfassung zeigen, geht ebenfalls aus der Frühjahrsumfrage von gif und CRES hervor. Darin sind sich die Prognostiker einig, dass die Aussichten bis zum Ende des laufenden Jahres ausgezeichnet sind. Sie sagen für die Top-5-Standorte in Deutschland steigende Bürospitzenmieten und sinkende Leerstände voraus.

Auffallend sind die sehr guten Prognosen für den Leerstandsabbau in Frankfurt und die Mietentwicklung in Berlin. Auch an der Überzeugung, dass die Spitzenrenditen 2018 nur noch marginal fallen können, hat sich nichts geändert. Für das Jahr 2019 sind die Prognosen etwas verhaltener; einzelne Prognostiker halten regional leicht steigende Renditen für wahrscheinlich.

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