Auf dem immobilienwirtschaftlichen Personalmarkt werden Leute in allen Bereichen händeringend gesucht. Zu diesem Ergebnis kommt die Personalberatung Cobalt Recruitment. Zudem ist die Wechselbereitschaft der Kandidaten, bei denen es beruflich aktuell gut läuft, nicht allzu hoch. Das verschärft den Fachkräftemangel an vielen Orten. Wie man sich am besten qualifizierte Bewerber an Land zieht, erklärt unsere Autorin Irene Winter.

„Erst wenn die Lage auf dem Immobilienmarkt schlechter würde, zögen wieder mehr Menschen einen Wechsel in Betracht“, sagt Cobalt-Geschäftsführer Richard-Emanuel. Eine besonders hohe Nachfrage besteht demzufolge nach Property- und Asset-Managern sowie nach WEG Verwaltern. Aber auch im Investmentbereich ist Nachwuchs Mangelware.

Qualifizierte Bewerber werden rar – das gilt auch für den Nachwuchs

Besonders in ländlichen Regionen und weniger attraktiven Städten klagen Immobilienfirmen über den Mangel an geeignetem Nachwuchs, zumal der Branche nach wie vor ein Raubtier-Image der Baulöwen und Immobilienhaie anhaftet und der Beruf des Immobilienkaufmanns und des Immobilienfachwirts bei den Absolventen als wenig hip oder sexy gilt.

„Der Immobilienmakler, und damit einhergehend viele Berufsgruppen der Immobilienwirtschaft, hat ein denkwürdig schlechtes Image“, gibt auch der Bundesverband für die Immobilienwirtschaft zu.

Der Verband rechnet damit, dass sich der Wettbewerb um die besten Köpfe für Immobilienunternehmen weiter verschärfen wird.

Entscheidend wird künftig sein, wie flexibel Immobilienfirmen auf die unterschiedlichsten Wünsche der Jugendlichen eingehen und wie geschickt sie die Kontakte zu Bewerbern beziehungsweise potenziellen Bewerbern nutzen.

Online-Personalsuche unerlässlich – das Zauberwort: Employer Branding

Eine Online-Personalsuche mit Imagebildungs- und Personalmarketingmaßnahmen im Internet ist heute gerade für kleinere Immobilienunternehmen unerlässlich, wenn sie ihren Kunden auch in Zukunft kompetente Ansprechpartner präsentieren wollen. Das Zauberwort heißt „Employer Branding“, eine Strategie, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu etablieren.

Die Teilnahme an Wettbewerben wie „Great Place to Work“, „Beste Arbeitgeber im Bundesland XY“ sowie die Zertifizierung als familienfreundlicher Arbeitgeber spielen ebenfalls eine Rolle beim Aufbau der Arbeitgebermarke. Immobilien-Verbände und -Ausschüsse haben bereits Ausbildungsinitiativen im Internet gestartet, die das Image der Branche ins rechte Licht rücken und die Suche nach geeignetem Nachwuchs erleichtern sollen.

  • Eine Seite des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) beispielsweise hat zum Ziel, die Neugier potenzieller Nachwuchskräfte an der Immobilienbranche zu wecken und gleichzeitig entsprechende Berufsangebote aufzuzeigen.
  • Die Wohnungswirtschaft gibt dem Nachwuchs auf www.immokaufleute.de einen Überblick über die Branche, den Ausbildungsberuf Immobilienkaufmann und die vielfältigen Fortbildungs- und Karrieremöglichkeiten in den Wohnungsunternehmen.
  • Der Deutsche Verband für Facility Management e.V. hat ebenfalls Image-Kampagnen im Netz, etwa die Seite www.fm-die-moeglichmacher.de.
  • Die Deutsche Bauindustrie präsentiert sich auf www.darauf-kannst-du-bauen.de mit Videos, Graffiti-Illustrationen und Facebook-Links.

Das Internet ist aus der Personalrekrutierung kaum mehr wegzudenken: Die junge Generation ist damit aufgewachsen und erledigt dort alles – vor allem auch die Stellensuche. Wer innovativ ist, bedient die Klaviatur der sozialen Netzwerke und geht auf Nachwuchsfang im Web 2.0: Schüler bekommt man am besten über Facebook und Twitter, Studenten und Absolventen findet man außerdem bei Xing und LinkedIn. Da die Jugendlichen stark auf bewegte Bilder reagieren, ist außerdem ein Film auf YouTube für Immobilienunternehmen eine gute Entscheidung.

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