Eigentlich war der Sachkundenachweis geplant, der wurde verworfen. Dafür hat der Bundestag eine Weiterbildungspflicht für Makler und Verwalter beschlossen. Nun sagen 73 Prozent der Immobilienprofis, dass sie den Sachkundenachweis einer Fortbildungspflicht vorgezogen hätten, wie eine Umfrage von Immowelt zeigt. 83 Prozent der Makler hatten gehofft, dadurch das Ansehen der Branche zu heben.

Die beschlossene Gesetzesänderung unterstützen hingegen lediglich 14 Prozent. Demnach müssen Wohnimmobilienverwalter und Immobilienmakler künftig regelmäßige Weiterbildungen nachweisen – und zwar 20 Stunden innerhalb von drei Jahren.

Das ist im "Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung für gewerbliche Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter" festgelegt, das der Bundestag in zweiter und dritter Lesung (eine Begründung, die laut Regierungskoalition gegen den Sachkundenachweis spricht, ist hier ausgeführt) mit den Stimmen von Union und SPD beschlossen hat. Wir hatten ausführlich berichtet.

Bereits vor einem Jahr hatten sich Immowelt zufolge 82 Prozent der Makler für den Sachkundenachweis ausgesprochen. In der ursprünglichen Vorlage haben die Makler die Möglichkeit gesehen, den Ruf ihres Berufsstandes in der Bevölkerung zu verbessern: Dieser Aussage stimmen 83 Prozent der aktuell befragten Makler zu. 81 Prozent hätten im Sachkundenachweis Vorteile für die Kunden gesehen, 79 Prozent die Möglichkeit einer Marktbereinigung. 77 Prozent der Befragten sagten, dass ein Sachkundenachweis den Zugang für Quereinsteiger erschwert hätte.

Grundsätzlich befürworten die Befragten die Notwendigkeit irgendeiner formalisierten Zulassungsvoraussetzung: Nur 37 Prozent stimmen der Aussage zu, dass ein Makler vor allem durch Erfahrung lernt. Sicher ist, eine Ausbildung "light" wird nicht reichen.

Umfrage zur Einführung eines Sachkundenachweises im Überblick

  • 73 Prozent: Nachweis fachlicher Qualifikationen durch eine entsprechende Sachkundeprüfung sinnvoll
  • 14 Prozent: Die bestehende Regelung aus Gewerbeerlaubnis und -anmeldung sollte durch eine Weiterbildungspflicht von 20 Stunden in 3 Jahren erweitert werden
  • 13 Prozent: Die bestehende Regelung aus Gewerbeerlaubnis und -anmeldung sollte ohne Weiterbildungspflicht beibehalten werden

Umfrage zu Auswirkungen eines Sachkundenachweises im Überblick

  1. 83 Prozent: Der Sachkundenachweis wird sich positiv auf das Image der Makler auswirken – 17 Prozent stimmen dem nicht zu
  2. 81 Prozent: Kunden profitieren davon – 19 Prozent stimmen dem nicht zu
  3. 79 Prozent: Wird zu einer Marktbereinigung führen – 21 Prozent stimmen dem nicht zu
  4. 37 Prozent: Aus- oder Fortbildung wirkt sich nicht auf Befähigung des Maklers aus – 63 Prozent stimmen dem nicht zu
  5. 77 Prozent: Quereinsteiger werden es schwerer haben, als Immobilienmakler tätig zu werden – 23 Prozent stimmen nicht zu

-> Zu den Weiterbildungsmöglichkeiten für Immobilienmakler und Wohnungseigentumsverwalter