Bei der Leibrente oder Immobilienverrentung verkauft ein Eigentümer seine Immobilie – und der Käufer zahlt statt des Kaufpreises eine monatliche Rente, in der Regel inklusive lebenslangem Wohnrecht. Dieses Modell setzt sich auch aus Maklersicht in Deutschland immer mehr durch. 40 Prozent der Vermittler schätzen das Potenzial als sehr hoch oder hoch ein, wie eine gemeinsame Umfrage des Immobilienverbands IVD und der Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG zeigt.

Nur 23 Prozent der befragten Makler sehen wenig Chancen für die Verrentung von Wohnungen und Häusern. Für rund sechs von zehn Maklern ist die Immobilienverrentung grundsätzlich ein attraktives Geschäftsmodell, doch nur jeder vierte Makler hat schon mal eine Leibrente vermittelt: Zum einen, weil es bisher wenig Nachfrage gab, zum anderen, weil es an ausreichend Wissen fehlt (das sagten 40 Prozent der Vermittler).

Etwa die Wüstenrot Immobilien (WI) GmbH hat mit der Qualifizierungsmaßnahme "Fachmakler für Erbschaftsimmobilien (EBZ)" bereits Makler ausgebildet, die Senioren in Vermögens- und Immobilienangelegenheiten beraten können – darin integriert: Angebote zur Immobilienverrentung für Makler.

Deutsche Leibrenten AG: Nachfrage nach Immobilienverrentung steigt

Die Nachfrage nach dem Modell werde steigen, meint zumindest Friedrich Thiele, Vorstandschef der Deutsche Leibrenten AG: "Auf der einen Seite steigt die Nachfrage bei Senioren, die bis zum Lebensende in ihrer vertrauten Umgebung bleiben möchten, aber auf zusätzliche Einnahmen angewiesen sind. Auf der anderen Seite wächst die Zahl der Käufer".

Die Umfrage zeige zudem, dass Makler, die bereits eine Leibrente vermittelt haben, mit dem Geschäftsfeld zufrieden sind: Ausgedrückt in Schulnoten haben die Makler dem Modell im Schnitt eine 2,3 vergeben. Sieben von zehn Befragten würden den Einstieg in die Verrentung auch anderen Vermittlern empfehlen.

Motive der Rentner für Leibrente

Nach Erfahrung der befragten Makler, die bereits Leibrenten vermittelt haben, nannten 86 Prozent der Rentner, dass sie sich vor allem wegen der Aufstockung der monatlichen Einnahmen für das Modell entschieden hätten.

Groß sei das Interesse auch bei Menschen ohne Erben, da sie sich leichter von einer Immobilie trennten, so Thiele: "Jeder fünfte Immobilieneigentümer im Rentenalter steht der Leibrente grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber."

Die Deutsche Leibrenten AG will das Ankaufsvolumen bis Ende 2018 auf bis zu 100 Millionen Euro aufstocken. 

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