17.12.2015 | Lünendonk

Hoher Preisdruck unter Baudienstleistern

Das Facility Management steht für rund fünf Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts
Bild: HOCHTIEF AG

Der Konkurrenzdruck unter Baukonzernen bleibt hoch. Im Bereich Baudienstleistungen drängen zahlreiche neue Spieler in den deutschen Markt und setzen die Preise unter Druck. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Beratungsgesellschaft Lünendonk. Den Experten zufolge gibt es noch Wachstumspotenzial in der Auslagerung von Dienstleistungen internationaler Konzerne, die deutsche Partner suchen.

Da die Unternehmen oft in vielen Ländern aktiv seien, suchten sie Partner für möglichst viele Standorte, so Lünendonk.

Allein das klassische Gebäudedienstleistungsgeschäft, das Facility Management (FM), steht laut dem Branchenverband Gefma (German Facility Management) mit 130 Milliarden Euro für mehr als fünf Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Davon entfielen fast die Hälfte auf externe Dienstleister. In diesen Zahlen sind keine Industriedienstleistungen berücksichtigt.

Markt in Osteuropa wird attraktiver

Potenzial sehen die in Deutschland aktiven Anbieter laut der Lünendonk-Studie im Ausland: Mittelfristig erwarten sie dort ein höheres Umsatzwachstum als im Inland. Insbesondere in Europa rechnen diese Dienstleister mit Zuwächsen im zweistelligen Bereich.

Gerade der osteuropäische Markt werde attraktiver, heißt es in der Studie. Aber auch der deutsche Gebäudedienstleistungs-Markt werde internationaler und europäischer: Seit 2004 etablierten sich fünf ausländische Unternehmen in den Top 10. Noch im Jahr 2004 bestand die Liste nur aus deutschen Dienstleistern.

Bilfinger weiterhin Marktführer

Zu den Marktführern zählt der MDax-Konzern Bilfinger. Zusammen mit Hochtief waren die Mannheimer Vorreiter bei wachsenden Dienstleistungen. Während Bilfinger sich in den vergangenen Jahren vom klassischen Baugeschäft verabschiedet und sein Servicegeschäft ausgebaut hat, erfolgte bei Hochtief mit der Übernahme durch den spanischen Konkurrenten ACS ein erneutes Umdenken. Die Essener konzentrieren sich seither wieder auf das klassische Baugeschäft. Das Servicegeschäft ging an den französischen Dienstleister Spie.

Die Konkurrenz ist weiterhin gewaltig: Konzerne wie Strabag aus Österreich, die französischen Spie und Cofely sowie die britische Compass Group wurden zuletzt verstärkt auf dem deutschen Markt aktiv. Aber auch Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland wie Bilfinger, Dussmann und Klüh erwirtschaften einen beträchtlichen Teil ihrer Umsätze inzwischen im Ausland.

Der Markt bleibt also hart umkämpft. Das Geschäft bleibe auch zukünftig herausfordernd, sagte ein Analyst. Aufgrund des relativ gesättigten Wachstums sei ein zusätzliches Outsourcing von Dienstleistungen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Lünendonk®-Liste 2015: Facility-Service-Unternehmen wachsen im Schnitt um 6,2 Prozent

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