Infografik

Deutschlandweit wurden 2016 insgesamt 3,3 Millionen Quadratmeter neue Logistikflächen gebaut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Logivest und der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS). Das Flächenvolumen von 2015 mit 3,9 Millionen Quadratmetern wurde nicht erreicht. Erfasst wurden 247 Baustarts, ähnlich viele wie 2015 (251). Der Handel war mit einem Anteil von 38 Prozent stärkster Treiber des Neubaus an Logistikimmobilien.

Die rückläufige Flächenentwicklung im vergangenen Jahr liegt dem vierteljährlich erscheinenden "Logistikimmobilien-Seismograph Q4 2016" zufolge vor allem an der Größe der realisierten Objekte. Während 2015 eine ganze Reihe an Logistikimmobilien mit mehr als 100.000 Quadratmeter Fläche gebaut wurden, gab es 2016 nur eine große Ansiedlung. Die Fokussierung liegt auf dem süd- und westdeutschen Raum.

Rund 782.000 Quadratmeter Logistikfläche sind im vierten Quartal entstanden, wie die Studie von Logivest und Fraunhofer zeigt. Damit flacht die Neubaudynamik gegenüber dem dritten Quartal mit 832.800 Quadratmetern Fläche etwas ab, bleibt im Zwölf-Monatsvergleich aber laut Logivest auf einem immer noch leicht überdurchschnittlichen Niveau. Im April hatte das Unternehmen für 2016 nur 1,3 Millionen Quadratmeter Logistikentwicklungen angekündigt.

Niederrhein erneut dynamischster Logistikstandort Deutschlands

Spitzenreiter im vierten Quartal 2016 ist mit einem Gesamtvolumen von rund 157.000 Quadratmetern Neubaufläche die Region Niederrhein. Mit dieser Entwicklung bleibt der Standort weiterhin die Nummer eins der Top-Logistikregionen – nicht nur in der Gesamtjahresbetrachtung, sondern auch im vierten Quartal. Im Jahresranking der Top-Logistikregionen belegt der Niederrhein mit 435.000 Quadratmetern Neubauvolumen ebenfalls den ersten Platz.

Rang zwei belegt Rhein-Neckar mit knapp 320.000 Quadratmetern und Platz drei das Östliche Ruhrgebiet mit rund 285.000 Quadratmetern Neubaufläche. Die Regionen Rhein-Main und Schwaben fallen auf den vierten und dreizehnten Platz zurück. Auffällig ist die fehlende Neubautätigkeit in der Region Donau. Auch Koblenz und Nürnberg liegen deutlich hinter ihren Vorjahreswerten.

Handel treibt Logistikimmobilienneubau

Bereits 2015 stellte der Handel mit 42 Prozent die größte Nutzergruppe neuer Logistikflächen dar. 2016 musste die Branche zwar Prozentpunkte an andere Nutzergruppen abgeben, steht mit 38 Prozent aber weiterhin an erster Stelle. Somit ist der Handel, der vor allem im Online-Umfeld boomt, weiterhin stärkster Treiber des Neubaus an Logistikimmobilien.

Auch die Gruppe der Logistikdienstleister, mit 35 Prozent die zweitstärkste Nutzergruppe 2015, weist mit 30 Prozent im Jahr 2016 einen geringeren Anteil gegenüber dem Vorjahr auf. Die Verschiebung fällt zugunsten des Industriesektors aus, der den Anteil von 23 Prozent im Jahr 2015 auf 31 Prozent 2016 steigerte. 4,72 Milliarden Euro wurden laut JLL 2016 in deutsche Logistik- und Industrieimmobilien investiert.

„Erklären lässt sich diese Entwicklung dadurch, dass Industrieunternehmen zunehmend selbst als Investoren von Logistikimmobilien auftreten“, sagt Kuno Neumeier, Geschäftsführer der Logivest GmbH. 

Schlagworte zum Thema:  Logistikimmobilie, Neubau