08.04.2015 | Colliers/JLL

Mangelndes Angebot an Logistikportfolios drückt Transaktionsvolumen

Auf das Neubausegment entfielen knapp 49 Millionen Euro
Bild: Haufe Online Redaktion

Der deutsche Logistikinvestmentmarkt ist nach Angaben des Immobilienberaters Colliers mit einem Transaktionsvolumen von 469 Millionen Euro ins Jahr gestartet. Das Ergebnis liegt rund zwei Drittel unter dem Vorjahreswert. Ein Grund war das mangelnde Angebot an Logistikportfolios. JLL zufolge entfiel im ersten Quartal lediglich ein Drittel der Transaktionen auf Paketverkäufe.

Auf das Neubausegment entfielen laut Colliers im ersten Quartal 2015 lediglich knapp 49 Millionen Euro. Ein weiterer Grund für das Transaktionsvolumen ist in der geringen Zahl von Portfolioverkäufen zu sehen. Deren Anteil betrug in den ersten drei Monaten des Jahres nur knapp 19 Prozent, was 88 Millionen Euro entspricht.

Corporates und Eigennutzer investieren am meisten

In den ersten drei Monaten des Jahres sicherten sich Corporates und Eigennutzer Immobilien für knapp 98 Millionen Euro und erreichten mit 21 Prozent den höchsten Marktanteil, gefolgt Asset und Fund Manager, die insgesamt 93 Millionen Euro investierten. Mit rund 71 Millionen Euro erzielten Opportunity und Private Equity Fonds einen nennenswerten Anteil.

Ähnlich wie im gesamten gewerblichen Investmentmarkt lag der Anteil internationaler Anleger am Transaktionsvolumen bei rund 43 Prozent. Allerdings waren sie zu Anfang des Jahres noch deutlich zurückhaltender als vor zwölf Monaten respektive im gesamten Vorjahr.

Produktengpass limitiert das Transaktionsvolumen

59 Prozent oder 277 Millionen Euro des im ersten Quartal erreichten Transaktionsvolumens flossen in Lager- und Logistikimmobilien. Die restlichen 41 Prozent respektive knapp 193 Millionen Euro wurden in Industrie- und Gewerbeobjekte wie Light-Industrial-Immobilien und Gewerbeparks investiert.

Die durchschnittliche Bruttoanfangsrendite sank im Vergleich zum Vorquartal um drei Basispunkte und im Vergleich zum Vorjahr um deutliche 58 Basispunkte auf aktuell 6,40 Prozent.

Ausblick: Deutlicher Anstieg des Transaktionsvolumens zu erwarten

Zudem könnte eine Reihe von Eigentümern aufgrund der weiter steigenden Preise die Gelegenheit ergreifen und sich beispielsweise nach Mietvertragsverlängerungen von ihren Bestandsimmobilien trennen. Die kurz vor Abschluss stehenden Transaktionen sowohl im Einzel- als auch Portfoliobereich lassen uns erwarten, dass sich das Transaktionsvolumen bis zur Jahresmitte deutlich erhöht.

JLL: Logistik- und Industrieimmobilien bleiben begehrte Anlageklasse

Das außergewöhnliche Ergebnis im Vergleichszeitraum des Vorjahres mit 1,3 Milliarden Euro profitierte vor allem von Verkaufsaktivitäten großvolumiger Portfolios und Transaktionen, die sich in die ersten Monate des neuen Jahres verschoben hatten. Demgegenüber entfiel zwischen Januar und Ende März 2015 lediglich ein Drittel des Transaktionsvolumens auf Paketverkäufe, darunter nur ein Portfoliodeal über 100 Millionen Euro (1. Quartal 2014: vier im dreistelligen Millionenbereich mit insgesamt 666 Millionen Euro).

Der Jahresstart 2015 war geprägt von einer hohen Anzahl an Abschlüssen (45; 1. Quartal 2014: 22), darunter viele Einzeltransaktionen vor allem im kleineren und mittleren Segment. In der Größenordnung zwischen zehn und 40 Millionen Euro waren es 15 Transaktionen, die sich auf 340 Millionen Euro summierten und damit fast die Hälfte des gesamten Transaktionsvolumens ausmachten.

Core-Objekte standen im ersten Vierteljahr im Fokus, mit 63 Prozent liegt ihr Anteil am Transaktionsvolumen fast 20 Prozentpunkte über dem Wert des gesamten Vorjahres. Auffallend hoch war der Anteil von Value-Add-Investments: mit fast einem Drittel schlägt der Quartals-Anteil den Fünfjahresschnitt (18 Prozent) deutlich.

Die sieben größten Investments tätigten im ersten Quartal die Asset und Fonds Manager. Mit über 470 Millionen Euro, entsprechend einem Anteil von 68 Prozent, sind sie die klar dominierenden Akteure. Alle anderen Anleger waren im einstelligen Prozentbereich engagiert.

Die Verkäuferseite ist etwas breiter aufgestellt. Immerhin drei Gruppen bewegen sich zwischen 19 Prozent und 46 Prozent, angeführt von den Entwicklern und gefolgt von den Asset und Fonds Managern (24 Prozent) und den Corporates (19 Prozent).

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