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Logistikmarkt: Internationale Anleger steigern Anteil um bis zu 63 Prozent

CBRE: Lagerhallen steuerten ein Viertel zum Transaktionsvolumen am Logistikmarkt 2015 bei
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Auf dem deutschen Investmentmarkt für Logistikimmobilien wurden 2015 rund vier Milliarden Euro umgesetzt. Das sind Colliers zufolge elf Prozent mehr als im Jahr zuvor. Laut CBRE waren es 3,9 Milliarden Euro, Savills spricht von 4,1 Milliarden Euro (plus vier Prozent). Internationale Anleger hatten einen Anteil von 53 Prozent (Colliers) beziehungsweise 62 (CBRE) und 63 Prozent (Savills).

Internationale Anleger investierten 2015 insgesamt mehr als 2,1 Milliarden Euro in deutsche Logistik- und Industrieimmobilien, so Colliers. CBRE beziffert das Investitionsvolumen auf 2,4 Milliarden Euro. Stärkste Investorengruppe waren allen Beratern nach Anleger aus den Vereinigten Staaten.

Auf Käuferseite investierten gemäß Colliers Opportunity und Private Equity Fonds mit 873 Millionen Euro das meiste Kapital. Offene Immobilienfonds und Spezialfonds (580 Millionen Euro) sowie Asset und Fund Manager (467 Millionen Euro) folgen auf den Plätzen 2 und 3.

Laut CBRE zählten Asset- und Fondsmanager mit einem Investmentvolumen von 1,6 Milliarden Euro beziehungsweise 42 Prozent zur stärksten Käufergruppe. Die Gruppe der offenen Immobilien- und Spezialfonds investierte dieser Studie zufolge rund 675 Millionen Euro, was gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 221 Millionen Euro oder 48 Prozent bedeutet. An dritter Stelle folgt laut CBRE die Gruppe der Immobilienaktiengesellschaften und REITs, die mit 575 Millionen Euro ein ähnlich hohes Anlagevolumen wie im Vorjahr aufwiesen.

Projektentwickler führen das Feld auf laut Colliers auf der Verkäuferseite an. Sie trennten sich im zurückliegenden Jahr von Immobilien mit einem Volumen von 775 Millionen Euro. Auch offene Immobilienfonds und Spezialfonds (588 Millionen Euro) sowie Immobilienaktiengesellschaften (504 Millionen Euro) verkauften Immobilien in größerem Umfang.

Flächendeckend sinkende Renditen

Die hohe Nachfrage setzt laut Colliers die Bruttoanfangsrenditen an allen Standorten weiter unter Druck. Den stärksten Rückgang verzeichneten demnach Berlin und Düsseldorf, wo die Bruttoanfangsrenditen in den vergangenen zwölf Monaten um 55 Basispunkte sanken. An den weiteren Standorten waren Rückgänge zwischen 25 und 50 Basispunkten feststellbar. Die niedrigsten Werte werden mit 5,9 Prozent in den Logistikmärkten München und Düsseldorf verzeichnet. Mit geringem Abstand folgen die weiteren Top-Standorte Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und Stuttgart mit Bruttoanfangsrenditen von sechs Prozent.

CBRE zufolge lag die durchschnittliche Spitzenrendite über alle Topstandorte im Vergleich zum Vorquartalswert stabil bei 5,2 Prozent. Laut Savills lagen die Spitzenrenditen für Logistikobjekte zum Ende 2015 in den Top-7-Märkten im Durchschnitt bei 5,4 Prozent. Der Berater geht davon aus, dass trotz eines signifikanten Renditerückgangs von 100 Basispunkten gegenüber dem Vorjahr das Renditeniveau damit immer noch deutlich über dem von Büro- oder Handelsimmobilien liegt.

CBRE: Viertes Quartal am umsatzstärksten

Während in der ersten Jahreshälfte CBRE zufolge knapp 1,5 Milliarden Euro in deutsche Logistikimmobilien investiert wurden, steigerte sich das Transaktionsvolumen in der zweiten Jahreshälfte im Vergleich zu den ersten sechs Monaten um 75 Prozent. Alleine in den letzten drei Monaten 2015 wurden 1,5 Milliarden Euro in deutsche Logistikimmobilien investiert, was das beste Quartalsergebnis der letzten Jahre darstellt, so CBRE.

Angetrieben wurde der Markt Colliers zufolge zum Jahresende von großen Portfolio-Verkäufen. Fast die Hälfte der Investitionen entfiel demnach 2015 auf Portfolios. Neben Paketverkäufen wurden auch große Summen in Einzelobjekte investiert: Vier Immobilien mit einem Volumen von je über 100 Millionen Euro wechselten im vergangenen Jahr den Besitzer.

Distributionshallen bleiben gefragteste Nutzungsart

Rund zwei Drittel des Volumens (2,7 Milliarden Euro) flossen dabei Colliers zufolge in Lager- und Logistikimmobilien, knapp ein Drittel (1,3 Milliarden Euro) in Industrie- und Gewerbeflächen.

Der größte Anteil entfiel laut CBRE auf Distributionshallen, in die in den vergangenen zwölf Monaten 2,4 Milliarden Euro oder 61 Prozent investiert wurden. Das Segment der Lagerhallen steuerte diesem Immobiliendienstleister zufolge 965 Millionen Euro rund ein Viertel zum gesamten Logistikinvestmentvolumen bei.

Der Handel mit Produktionshallen belegt gemäß CBRE den dritten Platz und hat mit insgesamt 549 Millionen Euro rund 14 Prozent zum Investmentvolumen des Logistiksegments beitragen (plus 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert).

Schlagworte zum Thema:  Logistikimmobilie, Investment

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