Logistikimmobilien sind stärker nachgefragt denn je Bild: Haufe Online Redaktion

Dass es der deutschen Konjunktur gut geht, spiegelt sich laut Wüest Partner auch in den 2017 erzielten Flächenumsätzen und Investitionen am Immobilienmarkt wider. Besonders hervorzuheben ist demnach der Markt für Lager- und Logistikflächen: Mit einer Investitionssumme von 8,7 Milliarden Euro wurde der Wert von 2016 noch einmal um 80 Prozent übertroffen. Erste Anzeichen einer Trendwende sieht Wüest Partner am Einzelhandelsvermietungsmarkt.

Die Spitzenrenditen für Logistikimmobilien in den Top 7 Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart sind im vergangenen Jahr "um 50 Basispunkte auf durchschnittlich 4,5 Prozent gesunken", erklärt Karsten Jungk, Geschäftsführer und Partner bei Wüest Partner in Deutschland.

Mit einem Gesamtumsatz von 6,5 Millionen Quadratmetern Fläche in Deutschland wurde der Rekordwert des Vorjahres der Studie zufolge um drei Prozent unterschritten. Auf die Big 5 Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, München und die Region Rhein/Ruhr entfallen dabei etwa zwei Millionen Quadratmeter. Die Branche Transport/Verkehr/Lagerhaltung dominiert
die Nachfrageseite mit einem Anteil von 40 Prozent, gefolgt von Handelsunternehmen und Industrieunternehmen.

Die Spitzenmieten bleiben mit durchschnittlich 6,75 Euro pro Quadratmeter stabil. Höchstmieten von 7,20 Euro pro Quadratmeter werden in München erzielt.

Weniger Einzelhandelsflächen nachgefragt

Am Markt für Einzelhandelsimmobilien mehren sich Wüest Partner zufolge die Anzeichen
einer Trendwende. "Es werden in den Metropolen vor allem kleine Flächen verstärkt
nachgefragt", sagt Jungk. "Das hat zur Folge, dass die Flächennachfrage in den Metropolen
um zirka 28 Prozent gesunken ist. Die Spitzenmieten stagnieren."

2017 summierte sich der Gesamtflächenumsatz der Studie zufolge auf 442.000 Quadratmeter. Die stärksten Branchen waren erneut Textil, Gastronomie/Food sowie Gesundheit/Beauty. Das Transaktionsvolumen beträgt rund 12,8 Milliarden Euro.

Durch die gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung zeichnet sich aber auch am Markt für Einzelhandelsimmobilien noch ein recht positives Bild ab. Laut Wüest Partner sind die privaten Konsumausgaben um etwa zwei Prozent gestiegen und der Einzelhandelsumsatz ist real um 2,8 Prozent gewachsen.

Kaum noch Büroflächen am Markt

Der Flächenumsatz an den Top-7-Büromietmärkten stieg von 2016 auf 2017 um sieben Prozent auf ein neues Rekordergebnis von 4,2 Millionen Quadratmeter. München und Berlin erzielten jeweils mehr als 900.000 Quadratmeter. Die Leerstandsquote sank auf durchschnittlich 4,7 Prozent, was laut Wüest Partner dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren entspricht.

Neben klassischen Büros werden zunehmend flexible Flächen wie Co-Working-Arbeitsplätze nachgefragt. Hier könnte Berlin Deutschlands Trendsetter werden.

Investments am Wohnungsmarkt steigen nur noch leicht

Auch am Wohninvestmentmarkt übertraf das Transaktionsvolumen 2017 mit 14 Milliarden
Euro den Wert des Vorjahres, wenn auch nur minimal. Die Preise über alle Marktsegmente hinweg steigen und liegen durchschnittlich bei 1.900 Euro je Quadratmeter in den Top 7.

Aufgrund des begrenzten Angebots geraten Projektentwicklungen zunehmend in den Fokus der Investoren: Ihr Anteil hat sich auf 29 Prozent erhöht. Aktive Käufergruppen sind Spezialfonds (31 Prozent), Immobilien AGs / REITs (22 Prozent) sowie Investment / Asset Manager (elf Prozent).

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Schlagworte zum Thema:  Logistikimmobilie, Einzelhandelsimmobilie, Büroimmobilie, Wohnimmobilien, Immobilienmarkt

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