| Kommentar Dr. Thomas Beyerle

Tausche Spieler gegen Wohnung

Dr. Thomas Beyerle
Bild: Catella

Die Fußballweltmeisterschaft ist im vollen Gange – und Spekulationen darüber, welches Team es ins Finale schafft, haben Hochkonjunktur.

Wenn es um die reinen Werte der „Assets“ Nationalmannschaft geht, also um den Wert der Spieler, so hätte Spanien Weltmeister werden müssen. Der Gesamtwert liegt bei etwa 577 Millionen Euro. Die spanischen Spieler sind damit deutlich teurer als das zweitteuerste Team (Brasilien, 440 Millionen Euro). Sowohl Spaniens als auch Brasiliens Spieler sind im Übrigen kostenintensiver als die teuerste spanische Immobilientransaktion in den vergangenen beiden Jahren. Der Verkauf von 439 Filialen der angeschlagenen Caixabank brachte nur 428 Millionen Euro.

Sieht man die Spieler aller Nationen als Assets, so ist Argentiniens Lionel Messi das wertvollste Einzelobjekt. Sein Wert von 120 Millionen Euro entspricht ungefähr dem Verkaufspreis der 30.000 Quadratmeter großen Projektentwicklung „Forum am Hirschgarten“ in München, die Ende 2013 von Hochtief an Union Invest verkauft wurde. Der Wert der deutschen Nationalmannschaft liegt übrigens bei etwa 400 Millionen Euro. Sie ist das drittteuerste Team. Ihr Wert entspricht etwa jenem des Silberturms, der Ende 2011 für 390 Millionen Euro von der IVG erworben wurde.

Ähnlich wie häufig auch bei Immobilien, macht sich offensichtlich auch bei Spielern das Alter im Wert bemerkbar. Das älteste „Asset“ dieser Weltmeisterschaft ist der 38-jährige Giogos Karagounis aus Griechenland. Obwohl er 2004 Europameister wurde, liegt sein Wert mit 1 Millionen Euro beispielsweise deutlich unter dem Wert des australischen Torwarts Mathew Ryan (2,5 Millionen Euro).

Vergleichsweise günstig (für insgesamt 110 Millionen) sind die Mannschaften aus den USA, Australien, Honduras und dem Iran zu haben. Der Wert der einzelnen Spieler liegt bei rund 1,1 Millionen Euro. Dies entspricht gerade mal einer gut geschnittenen 135-Quadratmeter-Wohnung in München-Bogenhausen. Vielleicht finden sich ja Immobilienbestandshalter, die entsprechende Objekte gegen einzelne Spieler tauschen möchten. Offen bleibt die Frage, ob der Fußballstar oder die Immobilie langfristig die bessere Wertanlage ist.

Den vollständigen Market Tracker "Football Worldcup Economics" können Sie hier herunterladen.

Schlagworte zum Thema:  Kommentar, Analyse

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