| JLL-Passantenzählung

Köln: Schildergasse ist meistbesuchte Einkaufsmeile Deutschlands

16.835 Passanten pro Stunde besuchen laut JLL die Kölner Schildergasse
Bild: Rudy ⁄

Die Kölner Schildergasse ist mit bis zu 16.835 Passanten pro Stunde die meistbesuchte deutsche Einkaufsstraße 2016. Im Jahr zuvor belegte die Kaufingerstraße in München die Spitzenposition. Das sind Ergebnisse der Passantenfrequenz-Zählung des Immobilienberaters JLL. Dabei haben die Top-5-Städte in diesem Jahr eines gemeinsam: Sie liegen alle deutlich über ihrem jeweiligen Zehn-Jahres-Schnitt.

Die Neuhauser Straße in München kommt mit durchschnittlich 14.720 Passanten in der Stunde auf Rang zwei. Damit wäre sie im vergangenen Jahr noch Sieger gewesen. Die Frankfurter Zeil mit 14.250 Menschen folgt knapp dahinter auf Rang drei.

Der Vorjahressieger, die Kaufingerstraße in München, verbesserte sich zwar um rund 500 auf 13.395 Passanten, landete damit aber nicht mehr auf dem Siegerpodest.

In Düsseldorf konnte die nun vom Straßenbahnverkehr befreite Schadowstraße auf Jahressicht deutlich von 10.080 auf 12.365 zulegen und komplettiert die Top 5.

JLL: Online-Handel ist kein Ersatz

"Die signifikanten Zuwächse in den Einkaufsstraßen vieler Städte belegen, dass der wachsende Online-Handel von den Kunden als Ergänzung, aber nicht als Ersatz wahrgenommen wird", sagt Dirk Wichner, Head of Retail Leasing JLL Germany.

Der Geschäftebummel und das Kauferlebnis hätten ihren Wert für die Kunden sogar noch gesteigert. Ein Grund hierfür sei, dass der Handel immer stärker mit Gastronomie kombiniert werde, so Wichner.

Er sieht zudem eine enge Verzahnung beider Handelsarten: "Das macht den stationären Handel auch in Zeiten der Digitalisierung interessant, was zudem ausgerechnet durch Internethändler unterstrichen wird, die ihren Webplattformen mittlerweile auch einzelne Ladengeschäfte hinzufügen."

Neben München ist Hannover doppelt in den Top 10 vertreten

Rund 9.000 Passanten waren in diesem Jahr nötig, um einen Platz in den bundesweiten Top 10 zu erobern. Neben München gelang es nur Hannover doppelt in die Spitzengruppe zu kommen: Die Georgstraße schaffte es auf Platz 6 mit 12.215 Passanten und die Bahnhofstraße (9.585 Menschen) auf Platz 8.

Einfach vertreten in den Top 10 ist Hamburg mit der Mönckebergstraße (9.715) auf Platz 7, die der Spitalerstraße im innerstädtischen Wettbewerb an Frequenz abnehmen konnte. Zurück in den Top 10 ist Dortmunds Westhellenweg (9.475) nach einer kleinen Schwächephase im vergangenen Jahr, während Baden-Württemberg einzig durch die Stuttgarter Königstraße (8.890 Passanten) repräsentiert ist.

Wiesbaden, Saarbrücken und Kaiserslautern führen Rankings nach Einwohnerzahlen an

Die Wiesbadener Kirchgasse (8.730) ist mit Abstand die bestbesuchte Einkaufsmeile in der Kategorie 250.000 bis 500.000 Einwohner. Es folgen die Bielefelder Bahnhofstraße (7.975; bundesweit Rang 15) und die Kaiserstraße in Karlsruhe (7.280; 18.). Die Gelsenkirchener Bahnhofstraße (6.795; 22.) und die Münsteraner Ludgeristraße (6.525; 24.) vervollständigen die fünf Top-Lagen dieser Kategorie.

Bei den mittelgroßen Städten mit 100.000 bis 250.000 Einwohnern ist die Saarbrücker Bahnhofstraße (6.580; 23.) das Maß der Dinge. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Ulmer Hirschstraße (6.050; 30.) und die Trierer Simeonstraße mit 6.035 Passanten. Zu den Top 5 in dieser Einwohnerkategorie gehören zudem die Leipziger Straße in Halle an der Saale (6.030; 33.) und die Hauptstraße in Heidelberg (5.680; 37.).

In der Kategorie unter 100.000 Einwohnern trumpft die Fackelstraße in Kaiserslautern (5.620; 38.) auf. Dahinter folgt der Flensburger Holm (4.530; 62.) auf Rang zwei. Platz drei geht an den langjährigen Spitzenreiter in dieser Kategorie, den Gießener Seltersweg (3.780; 77.). Die Kanzleistraße in Konstanz (3.290; 90.) und die Münchener Straße in Rosenheim (3.090; 93.) machen die TOP 5 der Kategorie komplett.

Düsseldorfer Königsallee ist die herausragende Luxusmeile

Bei den wenigen international renommierten deutschen Luxusmeilen kommt es weniger auf eine hohe Frequenz als vielmehr auf die Kaufkraft der Kunden an. Dennoch ist es mehr als beachtlich, dass die Düsseldorfer Königsallee (4.870 Passanten; 56. Rang) Jahr für Jahr der unangefochtene Spitzenreiter dieser Gruppe ist.

Mit einigem Abstand folgen der Neue Wall in Hamburg stabil (3.020; 97.) sowie die Goethestraße in Frankfurt (2.500 Passanten), die kräftig zulegte und sich um 50 Plätze auf Rang 116 verbessert hat. Konstant präsentiert sich die Münchner Maximilianstraße (1.830) auf Rang 147, während die Stuttgarter Stiftstraße an Zuspruch verlor und nur noch ein Drittel ihrer Vorjahresfrequenz verbuchte (850 Personen; 167.).

München und Berlin mit den meisten Hochfrequenzlagen

München und Berlin haben die höchste Dichte an Hochfrequenzlagen mit jeweils über 5.000 Passanten pro Stunde. In München sind das in der Reihenfolge ihrer Frequenzstärke die Lagen Neuhauser Straße, Kaufingerstraße, Tal, Weinstraße sowie Sendlinger Straße.

In Berlin erreichen die Lagen Tauentzienstraße, Kurfürstendamm, die Schlossstraße und der Alexanderplatz dieses Niveau. Bei den Bundesländern ist Nordrhein-Westfalen das Maß der Dinge. Insgesamt zwölf Städte erzielen dort mit ihrer jeweiligen Spitzenlage Frequenzen oberhalb von 5.000 Passanten pro Stunde.

Die seit 1999 jährlich durchgeführte Erhebung ermittelt die Passantenströme in den 170 wichtigsten deutschen Einkaufsstraßen. Die Zählung belegt ein generelles Wachstum: Im Schnitt wurden mehr als 708.000 Passanten an 170 Zählpunkten pro Stunde ermittelt. Von 2012 bis 2016 ergibt sich damit ein Plus von 2,4 Prozent und auch der Fünf-Jahresschnitt von 705.000 Passanten wurde leicht übertroffen.

Lesen Sie auch:

Engel & Völkers Commercial: Passantenfrequenz: Rostock und Regensburg in den Top 20

Savills IM startet neuen Retail-Fonds

Europäischer Einzelhandel: Konsolidierung bis 2030 - Flächenrückgang um zehn Prozent

Schlagworte zum Thema:  Retailmarkt

Aktuell

Meistgelesen