Studie: Die meisten Mieter halten ihre Miete für angemessen

Die Mehrheit der Mieter hält ihre Miete für angemessen oder findet sie sogar niedrig, wie eine neue Studie zeigt. Um zu sparen, würden viele auch in eine preiswertere Wohnlage oder in eine kleinere Wohnung ziehen – eine schlechtere Ausstattung kommt für kaum einen Mieter in Frage.

Rund ein Viertel (26 Prozent) der deutschen Mieter schätzen ihre Miete als "zu hoch" (21 Prozent) oder "viel zu hoch" (fünf Prozent) ein; mehr als die Hälfte (61 Prozent) hält sie für angemessen und insgesamt 13 Prozent finden sie "niedrig" (zehn Prozent) oder sogar "sehr niedrig" (drei Prozent). Das ist ein Ergebnis der aktuellen Studie "Servicemonitor Wohnen", die alle zwei Jahre erscheint und für die das Beratungsunternehmen Analyse & Konzepte Immoconsult in dieser Ausgabe 1.000 deutsche Mieter zu ihrer Wohnsituation befragt hat.

Die Werte haben sich gegenüber der vorigen Umfrage im Jahr 2018 kaum verändert. Ebenfalls 61 Prozent der Mieter gaben damals an, ihre Miete angemessen zu finden. Zu hoch sagten knapp ein Fünftel (19 Prozent), "gering" sagten zwölf Prozent und "sehr gering" drei Prozent der Mieter. Als "zu hoch" oder "viel zu hoch" empfanden insgesamt 23 Prozent der Befragten ihre Miete.

Ältere Mieter sind am zufriedensten: das liegt auch an den alten Mietverträgen

Unter Berücksichtigung der Haushaltsstrukturen macht die Studie deutlich, dass insbesondere die Paare ab 65 Jahren mit ihrer Miete zufrieden sind: Mehr als zwei Drittel (78 Prozent) empfinden ihre Miete als angemessen. Das liegt den Studienautoren auch daran, dass diese Haushalte häufig über langjährige günstige Mietverträge verfügen.

Bei den Alleinerziehenden etwa zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Knapp die Hälfte (48 Prozent) empfindet die bezahlte Miete als angemessen und ein Drittel (31 Prozent) hält sie für "zu hoch" oder "viel zu hoch". Nur rund ein Fünftel (21 Prozent) gab an, die Miethöhe sei gering oder sehr gering. Die Unterschiede sind laut Analyse & Konzepte auch darin begründet, dass ein Teil der Alleinerziehenden finanziell schlechter aufgestellt ist.

Kompromisse bei Lage und Fläche: ja bei der Ausstattung der Wohnung: nein

Um bei der Miete zu sparen, würden der aktuellen Studie zufolge 29 Prozent der Mieter notfalls auf eine preiswertere Wohnlage ausweichen. Diese Option ist vor allem für Haushalte mit bescheidenem Wohnkonzept attraktiv. 28 Prozent der Mieter würden auf eine kleinere Wohnung umsteigen, um weniger Miete zu zahlen. Bei Haushalten mit konventionellem Wohnkonzept liegt dieser Wert bei 32 Prozent.

Eine schlechtere Ausstattung kommt für die meisten Mieter hingegen nicht in Frage: Nur vier Prozent würden sich darauf einlassen. Zum Vergleich: 2016 lag dieser Wert noch bei neun Prozent. Analyse & Konzepte führt das unter anderem auf die Erfahrungen der Mieter in der Corona-Pandemie zurück. Die Größe der Wohnung spiele vor allem eine wichtige Rolle, wenn Menschen im Homeoffice arbeiten müssten und zusätzlichen Platz benötigen.

Ende Oktober hatte das Statistische Bundesamt berichtet, dass in Deutschland aufgrund deutlich gestiegener Einkommen die Wohnkosten in den vergangenen fünf Jahren erschwinglicher geworden sind. Demnach gaben die Haushalte 2019 im Durchschnitt rund ein Viertel (26 Prozent) ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Miete und Nebenkosten oder den Unterhalt für Wohneigentum aus. 2014 lag der Anteil noch bei 27 Prozent.


Das könnte Sie auch interessieren:

Statistiker: Wohnen ist immer noch für viele Deutsche zu teuer

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Studie