24.03.2014 | KGAL/Colliers

Eurokrise belebt deutschen Investmentmarkt

Vor allem chinesische Investoren expandieren nach Europa
Bild: Haufe Online Redaktion

Die gute Position Deutschlands als robuste Säule im Euroraum stützt den inländischen Immobilienmarkt. Beleg dafür ist KGAL zufolge das dynamische Wachstum des gewerblichen Transaktionsvolumens, das 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 30,7 Milliarden Euro stieg. Unter den Anlegern sind vermehrt chinesische Investoren, wie der Immobilienberater Colliers ergänzt: Hauptgrund dafür sind höhere Renditen in Europa im Vergleich zu den asiatischen Märkten.

Knapp die Hälfte (46 %) der Umsätze entfiel 2013 auf die Assetklasse Büroimmobilien: Insgesamt 14,1 Milliarden Euro Investmentvolumen bedeuten ein Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr (EUR 10,6 Mrd.). Der Flächenumsatz in den sieben wichtigsten Bürozentren blieb 2013 auf hohem Niveau. Mit insgesamt 2,9 Millionen Euro wurde das Vorjahresergebnis nur geringfügig verfehlt (- 3,5 %).

Ein transaktionsstarkes viertes Quartal führte 2013 zu einem Investmentumsatz von 14,1
Milliarden Euro. Die Nachfrage hält an und könnte sich wegen der Marktenge bei Core auch in den Risikokategorien Core+ und Value-add verstärken.

Moderates Mietpreiswachstum in den "Big 7"
Weitgehend stabile, in Düsseldorf, Frankfurt und München etwas erhöhte Spitzenmieten, führten 2013 in den "Big 7" insgesamt zu einem leichten Plus von 1,9 Prozent. Auch 2014 dürfte sich dieser Trend mit einem Plus von einem Prozent fortsetzen.

Nach leichten Verlusten in 2013 liegen nun in allen "Big 7"-Städten die Top-Bürorenditen unter der 5-Prozent-Marke, im Mittel bei 4,7 Prozent. Die vorläufig allgemein erwartete
Konsolidierung könnte aber bei weiter zunehmender Nachfrage erneut unter Druck geraten.

Colliers: Asiatische Immobilieninvestoren weiten Anlagestrategie weltweit aus

Nach Angaben von Colliers International erweitern asiatische Investoren ihre Präsenz weltweit und insbesondere in den USA, Australien und Europa. Die Investitionssumme im Ausland stieg in den vergangenen Jahren von etwa einer Milliarde US-Dollar zu Beginn des Jahrhunderts auf mehr als 30 Milliarden US-Dollar 2013. Dieser Trend wurde durch neue gesetzliche Rahmenbedingungen 2009 beschleunigt, die Auslandsinvestitionen erleichtern.

"Die wichtigsten externen Faktoren sind die höheren Renditen auf den US-amerikanischen und europäischen Märkten", sagt Ignaz Trombello MRICS, Head of Investment bei Colliers International in Deutschland.

Vor allem chinesische Investoren bauen Präsenz weiter aus

Chinesische Investoren haben ihre Präsenz auf ausländischen Märkten erfolgreich ausgebaut, indem sie unterschiedliche Transaktionsarten ausgeführt haben, die sich von der Direktinvestition über Joint Ventures mit regionalen Partnern bis hin zu Projektentwicklungen erstrecken.

Südkorea ist ein weiteres wichtiges, asiatisches Land, das im Ausland aktiv ist. 2013 stiegen die ausländischen Immobilieninvestitionen um mehr als die Hälfte. Der nationale Pensionsfonds aus Seoul wird zukünftig weiterhin im Ausland investieren, um die Gesamtrenditen zu steigern. Auch hier wurde eine gesetzliche Grundlage geschaffen, die es südkoreanischen Investoren erleichtert, ausländische Immobilien zu erwerben.

Fokus auf große europäische Metropolen und die Peripherie
Der Colliers-Report beschreibt die ersten beiden "Investitionswellen" asiatischer Investoren im Ausland seit 2000. Die erste Welle fokussierte sich auf Core-Immobilien in London und Sydney. Diese Gateway-Städte sind aufgrund ihrer hohen Transparenz weiterhin nachgefragt. Vor der weltweiten Finanzkrise wurde zudem auch in andere europäische Städte wie Paris, München und Madrid investiert. Während dieser ersten Welle konzentrierten sich asiatische Investoren hauptsächlich auf Trophy-Immobilien in den Großstädten.

Im Zuge der kommenden Welle werden asiatische Investoren nach Angaben von Colliers ihren Fokus auch auf periphere Lagen großer Metropolen richten, darunter East London und Downtown Manhattan, wo die Immobilienpreise attraktiver sind als in den A-Lagen.

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