11.02.2014 | Rat der Immobilienweisen

Mieten steigen 2014 um drei Prozent

ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner (r.) überreicht das 250-Seiten-Gutachten an Staatssekretär Florian Pronold (SPD).
Bild: Bildquelle: Eventfotograf Gerald Schmidt - www.derfotografberlin.de

Die Mieten und Kaufpreise für Wohnungen und Einfamilienhäuser sind 2013 in Deutschland zum Teil erheblich gestiegen - um bis zu 4,3 Prozent. 2014 werden die Preise durchschnittlich erneut um drei Prozent anziehen. Damit rechnet der Rat der Immobilienweisen in seinem heute veröffentlichten Frühjahrsgutachten, das vom Branchenverband ZIA herausgegeben wird. Eine Blase sieht das Expertengremium allerdings nicht. 

Die Preissteigerungen von plus drei Prozent für Mieten und 3,5 bis 4,5 Prozent für den Kauf von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern, gingen vielmehr auf eine höhere Nachfrage zurück, beschränkten sich auf bestimmte Regionen und bewegten sich innerhalb üblicher Grenzen. Betroffen seien insbesondere die Zentren der Großstädte, was auf die hohe Nachfrage bei gleichzeitig geringem Angebot zurückzuführen sei.

"Die Ausweitung des Kreditvolumens für den Wohnungsbau ist bei längerfristiger Betrachtung moderat und eine Überhitzungsgefahr lässt sich aktuell kaum erkennen“, sagt auch der Freiburger Ökonom und Wirtschaftsweise Lars Feld, der im Rahmen des Gutachtens die gesamtwirtschaftliche Entwicklung untersucht hat.

Auch für Professor Harald Simons, der speziell die Wohnungsmärkte analysiert hat, fehlt die Basis für eine Immobilienblase: "Die inflationsbereinigten Angebotspreise liegen in Westdeutschland vier Prozent und in Ostdeutschland 9,2 Prozent unter dem Preisniveau der Jahre 2005 und 2006.“

Zudem würden bei einer typischen Blasenbildung die Kaufpreise den Mieten davonlaufen. Zusätzlich käme es zu einem breiten Anstieg der Baufertigstellungen, der zu einem Überangebot führte. In den Zentren der Großstädte ist es zwar zu einem leichten Anstieg der Bautätigkeit gekommen, absolut gesehen liegt sie aber weiterhin auf einem so
niedrigen Niveau, dass die Nachfrage bei weitem nicht gedeckt werden kann.

Immobilienweiser Simons: Mietpreisbremse kontraproduktiv

Für 2014 werden die Mieten und Kaufpreise im bundesdeutschen Mittel voraussichtlich um drei Prozent nominal steigen. Das Wohnungsangebot konnte mit dem Anstieg der Haushaltszahlen nicht Schritt halten.

"Die Preissteigerungen dürften sich verstärken, weil die angekündigten politischen Eingriffe in den Mietwohnungsmarkt für Unsicherheit sorgen“, sagt Simons. Eine Obergrenze für Mieten, wie sie laut Koalitionsvertrag für angespannte Wohnungsmärkte ermöglicht werden soll, hält der Rat der Immobilienweisen für kontraproduktiv. Eingriffe in die Preisbildung seien kurzfristig für Mieter erfreulich, würden die Wohnraumversorgung jedoch mittel- bis langfristig verschlechtern.

"Preise, die künstlich niedrig gehalten werden, führen zu einer höheren Nachfrage durch Zuwanderung und zu weniger Neubau und Sanierung durch Investitionszurückhaltung“, erklärt Professor Feld. Eine Mietpreisbremse und eine unzureichende Umlagefähigkeit von Modernisierungskosten – beides im Koalitionsvertrag vorgesehen – werden nicht dazu führen, dass das Wohnungsangebot steigt.

„Um mehr Angebot zu schaffen, sind vor allem steuerliche Anreize notwendig. Dafür gibt es leider keine politische Mehrheit in der Regierungskoalition“, sagt Michael Kiefer, Chefanalyst und Leiter Immobilienbewertung bei ImmobilienScout24.

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