Die Preise für Wohnimmobilien steigen seit mehr als acht Jahren und institutionelle Investoren erwarten, dass sich dieser Trend mittelfristig fortsetzen wird. Das ist eines der Ergebnisse des Expertentalks von Engel & Völkers Investment Consulting (EVIC) zum Thema "Immobilienmarkt Deutschland – Gibt es noch Auswege aus der Renditefalle?". Der Talk fand auf der Expo Real in München statt.

Neben den Gastgebern Kai Wolfram, Geschäftsführender Gesellschafter der Engel & Völkers Investment Consulting GmbH (EVIC), und Andreas Ewald, Geschäftsführer der EVIC, nahmen Thomas Wiegand, Managing Director Cerberus Deutschland Beteiligungsberatung GmbH, Victor Stoltenburg, Leiter An- und Verkauf Deutschland Deka Immobilien GmbH, Daniel Younis, Managing Director ING-DiBa AG, sowie Christian Zilly, Geschäftsführer Waterway Investments GmbH, an der Diskussion teil. Moderiert hat Thomas Rücker von der Rueckerconsult GmbH.

Portfoliobereinigungen und Zukäufe in etablierten Assetklassen

"Das Transaktionsvolumen steuert dieses Jahr wieder auf einen neuen Rekordwert zu und die Preise steigen in den meisten Immobiliensegmenten weiter an – wenn auch teilweise langsamer", erläutert Ewald. Einige Unternehmen nutzten das derzeitige Marktumfeld für Portfoliobereinigungen und Abverkäufe, manche orientierten sich in andere Segmente oder Risikocluster um.

"Im Gegensatz dazu plant ein Teil der Unternehmen aber auch weitere Zukäufe und sogar eine Verstärkung des Engagements in den etablierten Assetklassen Wohnen und Büro." (Kai Wolfram, Geschäftsführender Gesellschafter der EVIC)

Preisdruck auf Wohnimmobilien in den Metropolen nimmt weiter zu

"Im Wohnbereich der Metropolen gehen wir davon aus, dass der Druck auf die Preise weiter zunehmen wird, da der Zuzug in die Metropolregionen und damit die Mieten sowie die Käufernachfrage wachsen werden", kommentiert Zilly die Entwicklung der Kaufpreise. Der gewerbliche Investmentbereich stelle einen heterogenen Markt dar. Im Supercore-Office-Bereich sieht Waterway Investments noch Potenzial für weiteres Capital-Value-Wachstum, auch im Logistikbereich. "Dagegen ist im Einzelhandelsbereich definitiv ein Maximalplateau erreicht", ergänzt Zilly.

Trotz der anhaltenden Hochpreisphase sind Investments in den Metropolen weiterhin nachgefragt. "Wir haben in der gewerblichen Immobilienfinanzierung einen klaren Fokus auf Core Immobilien", erläutert Younis die Strategie der ING-DiBa AG: "Wir finanzieren ausschließlich Büros, Wohnen, Einzelhandels- und Logistikimmobilien. Dabei legen wir großen Wert auf moderne, energieeffiziente und gut vermietete Immobilien."

Fokus bleibt auf Core Immobilien

Die ING-DiBa AG konzentriert sich insbesondere bei Büros auf die großen sieben Standorte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Auch bei Wohnen und Einzelhandel wird bevorzugt in großen Städten mit Bevölkerungswachstum und hoher Kaufkraft investiert. "Unsere Kunden sind mittel- bis langfristig investierende institutionelle Investoren, die Immobilien mit hohem Eigenkapitaleinsatz erwerben und finanzieren", so Younis.

Auch die Deka Immobilien fühlt sich weiterhin mit Core-Investments wohl. "Wir sind klassischer Core-Investor und investieren ausschließlich im gewerblichen Bereich, dort sind wir aber recht breit aufgestellt", sagt Stoltenburg. "Wir fühlen uns in guten Jahren, aber noch viel mehr in schlechten Jahren als Core-Investor wohl." Eine stärkere Risikoneigung sei nicht sinnvoll und würde nicht den Interessen der Anleger entsprechen.

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