Die Kaufingerstraße in München bleibt laut einer von BNP Paribas Real Estate in 27 Städten durchgeführten Auswertung bei der Passantenfrequenz in Deutschland Spitze. Dahinter folgen die Kölner Schildergasse und die Frankfurter Zeil. JLL hatte jüngst die Zeil auf Platz eins gesehen.

Laut BNP Paribas Real Estate kann sich die Münchner Kaufingerstraße mit knapp 12.900 Passanten pro Stunde an die Spitze der Frequenz-Tabelle setzen. Bei der letztjährigen europaweit durchgeführten Zählung von BNP Paribas Real Estate in insgesamt 23 Städten und 19 Ländern bedeutete ein vergleichbares Resultat sogar Rang zwei hinter der Londoner Oxford Street. Mit etwas Abstand auf Position zwei und zum dritten Mal in Folge kommt bei BNP Paribas Real Estate die Kölner Schildergasse, mit rund 11.400 Passanten. Zusammen mit dem Wallrafplatz (8.200, Rang 5) und der Hohe Straße (7.200, Rang 10) bietet der Einzelhandelsmarkt der Domstadt demnach gleich drei Top-10-Lagen. Zum ersten Mal seit fünf Jahren schafft die Frankfurter Zeil bei der BNP-Analyse den Sprung auf Rang 3 (10.400 Passanten).

Bei der jüngst veröffentlichten Untersuchung des Immobiliendienstleisters JLL sieht die Reihenfolge anders aus: Da landet die Frankfurter Zeil mit 14.390 Besucher pro Stunde auf Platz eins. Die Münchner Kaufingerstraße kommt mit 14.155 Passanten knapp dahinter. Die Kölner Schildergasse belegt laut JLL lediglich Platz vier, auf dem dritten Platz sieht diese Analyse mit der Neuhauser Straße eine weitere Münchner Lage.

Berlin und Hamburg nicht unter den Top 10

Warum die beiden größten deutschen Städte Berlin und Hamburg keine Top-Platzierungen erreichen, erklärt sich laut BNP Paribas Real Estate mit Blick auf die Einzelhandelsmärkte: In Berlin sorgten die verschiedenen Retail-Hotspots für eine Verteilung der Passantenströme über das sehr große Innenstadtgebiet. In Hamburg seien durch zahlreiche Projekte Wegebeziehungen und Frequenzen in der Innenstadt vielfältiger.

Belebt sind auch Randlagen und B-Städte

Belebt sind laut BNP Paribas Real Estate jedoch keineswegs nur die Innenstädte der größten Shoppingdestinationen. Insgesamt befinden sich acht der zwanzig meistbesuchten Einkaufsstraßen außerhalb der A-Städte, zu denen neben den Big Six auch Stuttgart (Königsstraße: 6.612 Menschen, Rang 13) gehört. An den B-Standorten steht in der Klasse der Großstädte mit mindestens einer halben Million Einwohnern die Bahnhofstraße in Hannover (8.116 Passanten, Position 6) an der Spitze und übertrumpft knapp den Dortmunder Westenhellweg (7.970, Rang 7). Die nächst kleinere Kategorie (250.000 bis 500.000) machen die Wiesbadener Kirchgasse (7.280 Besucher, Rang 9) und die Münsteraner Ludgeristraße (6.608, Platz 14) unter sich aus, während die Simeonstraße in Trier und die Aachener Adalbertstraße zwischen 100.000 und 250.000 Einwohnern vorne liegen.

Spitzenmieten geben leicht nach

Laut BNP Paribas Real Estate haben die Spitzenmieten in 44 Prozent der etwas mehr als 110 betrachteten Einkaufsstraßen der Top-27-Märkte im Vorjahresvergleich leicht nachgegeben, die Hälfte der analysierten Lagen wiesen stabile Werte auf, und sechs Prozent konnten steigende Top-Mieten verbuchen. Dass die Mieten sinken, hatten zuletzt auch schon Analysen von Comfort und JLL ergeben. Laut BNP Paribas Real Estate wurden in den Citylagen der Big Six sowie in Hannover, Leipzig, Nürnberg und Stuttgart im ersten Halbjahr zusammengenommen fast 90.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche neu vergeben. Damit sei das Volumen gegenüber der ersten Jahreshälfte 2017 um 19 Prozent gestiegen.

Schlagworte zum Thema:  Einzelhandel, Marktanalyse