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Studie: Wachstum im Bereich "Studentisches Wohnen" setzt sich fort

90 Prozent der Marktakteure wollen mit ihren Angeboten neben Studenten auch Young Professionals und Geschäftsleute ansprechen
Bild: Haufe Online Redaktion

Seit 2011 hat das Engagement am Markt für Studentenwohnungen um das Vierfache zugelegt. Einer Umfrage von JLL unter 470 Marktakteuren aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden zufolge wird sich das Wachstum fortsetzen: Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie ihre Aktivitäten beim Bau, Erwerb oder Betrieb von privaten Studentenwohnanlagen ausbauen wollen. 80 Prozent beklagten das mangelnde Angebot.

Ebenfalls knapp 80 Prozent sind der Meinung, dass die Nachfrage nach Studentenappartements zukünftig weiter zunimmt. 40 Prozent der Befragten beklagen eine schwierige Zusammenarbeit mit Baubehörden.

30 Prozent der Käufer, darunter mehrheitlich Fonds, sagten, dass sie Studentenappartements eher als Portfolio erwerben wollen denn als Einzelobjekt.

Banken: Schwierige Finanzierungssituation

Die ausgesprochen positive Grundstimmung für zukünftiges Agieren gilt für Investoren und Entwickler, aber auch für die Betreiber der Objekte. Sie bezieht sich auch auf die Finanzierungssituation.

Banken demgegenüber schätzen die Finanzierungssituation für Studentenwohnprojekte eher als schwierig ein, immerhin 60 Prozent wollen aber in den nächsten fünf Jahren die Finanzierungsaktivitäten ausbauen. Sie haben dabei klare Vorstellungen vom präferierten Betreibermodell. Drei Viertel der Befragten aus dem Bankensektor fordert professionelle Betreiberunternehmen, entweder als Fremdbetreiber oder, wie bei einigen Entwicklern der Fall, als eigenes Betreiberunternehmen.

Orientierung auf studentische Klientel zu riskant

Bei aller positiven Einschätzung des Segments "Studentisches Wohnen" ist sich die Branche bewusst, dass eine einseitige Orientierung auf eine studentische Klientel ein Risiko birgt. Daher sprechen mehr als 90 Prozent der Befragten auch andere Zielgruppen an. In erster Linie werden hier die so genannten Young Professionals, aber auch Geschäftsreisende, Pendler und Touristen genannt.

Der Markt für studentisches Wohnen bewegt sich in Deutschland dabei immer noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Gegenüber den Investments, die in diesem Segment 2015 zum Beispiel in Großbritannien (6,3 Milliarden Euro) oder in Nordamerika (4,7 Milliarden Euro) realisiert wurden, nehmen sich die etwa 520 Millionen Euro in Deutschland bescheiden aus: das sind lediglich 0,02 Prozent vom gesamten Wohnungstransaktionsvolumen.

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Schlagworte zum Thema:  Studentenwohnheim, Studentenwohnung, Studie, Immobiliendienstleister

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