Zwischen 2014 und 2018 haben flexible Büroflächen in Europas 20 größten Märkten laut einer Studie von JLL um 140 Prozent zugenommen: von rund 1,4 Millionen Quadratmetern auf 3,4 Millionen Quadratmeter. Bis Ende 2022 prognostiziert JLL ein jährliches Wachstum um bis zu 30 Prozent. "Der Aufstieg des Flex Space hat eine der größten Veränderungen innerhalb der Immobilienbranche zur Folge, die wir jemals gesehen haben", sagt Dan Brown, Head of Flex Space, EMEA, JLL.

Für die JLL-Studie "Disruption or Distraction" wurden die Büromärkte in Amsterdam, Barcelona, Berlin, Brüssel, Budapest, Dublin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Lissabon, London, Madrid, Milan, München, Oslo, Paris, Prag, Rom, Stockholm und Warschau untersucht. Laut Cushman & Wakefield liegt in Europa London vorn, aber unter den Top 5 sind neben Berlin und München.

Markt teilt sich in drei Flex Space-Nutzertypen auf

Zwischen 2018 und Ende 2022 prognostiziert JLL eine Zunahme des Flächenbestands um sieben Millionen Quadratmeter, der Gesamtmarkt würde demnach auf rund zehn Millionen Quadratmeter wachsen. Dabei teilt sich der Markt in drei Flex Space-Nutzertypen auf:

  • Konservativ: niedriger Anteil flexibler Flächen in den aktuellen Portfolios; keine oder geringe Expansion geplant
  • Experimentell: niedriger bis moderater Anteil flexibler Flächen in den bestehenden Portfolios; bis zu zehn Prozent und mehr in den nächsten drei bis fünf Jahren
  • Visionär: erhebliche Nutzung flexibler Flächen; klare und ehrgeizige Pläne für eine weitgehende Akzeptanz, die bis zu mehr als 20 Prozent der Portfolios ausmacht

Was der Akzeptanz flexibler Flächen entgegen steht, ist unter anderem die Sorge um die Darstellung des eigenen Unternehmens in den Flächen, die Kosten, Diskretion und Sicherheit. Allerdings sind mit einer Nicht-Akzeptanz auch Risiken verbunden, etwa bei der Bindung und Anziehung von Arbeitskräften, oder dass das Unternehmen als "unmodern" wahrgenommen werden könnte.

Konsolidierung bei vielen Flex Space-Anbietern unvermeidlich

Die kapitalstarken erfahrenen Anbieter mit geografischer Diversifizierung werden laut JLL ebenso florieren wie innovative Unternehmen und Nischenbetreiber, die ein Angebot für die nächste Generation bieten. Bei mehr als 700 Flex Space-Anbietern sei jedoch eine Konsolidierung unvermeidlich, ein konjunktureller Abschwung würde diesen Prozess beschleunigen.

Berlin mit den meisten flexiblen Büros

In den deutschen Big 7 Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart standen nach Berechnungen von JLL Ende September 2018 an mehr als 458 Standorten bereits rund 650.000 Quadratmeter flexible Büroflächen zur Verfügung: am meisten in Berlin mit 125 Standorten und 194.000 Quadratmetern, gefolgt von München (83 Standorte mit 135.000 Quadratmetern) und Frankfurt (59 Standorte mit 90.000 Quadratmetern) sowie Hamburg (78 Standorte mit 83.000 Quadratmetern).

Bis Ende 2019 wird der Bestand in den sieben größten deutschen Metropolen um weitere rund 350.000 Quadratmeter (plus 50 Prozent) an 100 zusätzlichen Standorten ansteigen. Damit wird die Eine-Million-Quadratmeter-Marke überschritten.

"Momentan ist die Nachfrage (nach flexiblen Büroflächen; Anm. der Red.) größer als das Angebot und neue Standorte teilweise schon vor ihrer Eröffnung ausgebucht." Stephan Leimbach, Head of Office Leasing JLL Germany

"Da das starke Wachstum keinerlei Anzeichen einer Abschwächung zeigt, müssen Unternehmen, Investoren und Developer verstehen, was dies für ihre eigenen unternehmerischen Zielsetzungen bedeutet", ergänzt Dan Brown. Für diejenigen Investoren, die Innovation und Wandel annehmen, biete Flex Space neue Chancen. Allerdings gebe es keinen universellen Ansatz.

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