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Neubauten am deutschen Logistikmarkt halten Umsatz hoch

Logistikzentrum Krefeld: Einer der größten Deals
Bild: Habacker Holding

Am Lager- und Logistikflächenmarkt in Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2014 rund 2,56 Millionen Quadratmeter umgesetzt, davon rund zwei Drittel in Neubauten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Immobiliendienstleisters JLL. Das Ergebnis liegt 13 Prozent unter dem Vorjahreswert, aber vier Prozent über dem Fünfjahresschnitt.

Dabei waren es erneut die Eigennutzer (+26 %), die das Volumen auf hohem Niveau hielten. Ihr Anteil am Umsatz bleibt mit über der Hälfte des Volumens überdurchschnittlich hoch. Demgegenüber mussten die Vermietungsumsätze im Jahresvergleich hohe Einbußen hinnehmen (-37 %).

Für die nächste Zeit ist JLL zufolge in diesem Bereich von einer Nachfrage auszugehen, die sich eher in mittleren Größenordnungen von 20.000 bis 30.000 Quadratmetern und hauptsächlich nahe der Ballungsräume niederschlagen werde.

Bestimmender Faktor in allen deutschen Logistikclustern bleiben darüber hinaus Neubauten für Crossdocks der großen Kurier-, Express- und Paketdienstleister.

Umsatz in den Big 5-Regionen auf Vorjahresniveau

Das Umsatzvolumen der Big 5-Ballungsräume (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und München) hat sich mit zirka 930.000 Quadratmetern auf Vorjahresniveau und leicht überdurchschnittlich im langfristigen Vergleich eingependelt.

Das größte Plus verbucht erneut die Region Düsseldorf, wenn auch deutlich moderater (+22 %) als in den ersten drei Monaten. Die Niederrhein-Metropole beziehungsweise deren Umland profitierten von den jeweils größten Vermietungs- und Eigennutzerdeals des zweiten Quartals in den Big 5 durch den dänischen Transport- und Logistikkonzern DSV (45.000 m² in Krefeld) und durch den Logistikdienstleister Group 7, der in Neuss ein neues Logistikzentrum mit 31.000 Quadratmetern baut.

Auch die Region Berlin bleibt mit einem Plus von neun Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 auf Wachstumskurs. Mit stabilen Umsätzen (268.000 m²) gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist die Region Frankfurt im Big 5-Umsatzranking top, gefolgt von Hamburg mit minus 15 Prozent auf 200.000 Quadratmeter. Ein Rückgang von sechs Prozent wurde in München notiert.

Die Spitzenmieten bei Lagerflächen über 5.000 Quadratmeter sind stabil geblieben. Am meisten müssen Logistiknutzer in der Region München (6,40 Euro/m²/Monat) zahlen, Frankfurt am Main (6,00 Euro/m²/Monat), Hamburg (5,60 Euro/m²/Monat) und Düsseldorf (5,40 Euro/m²/Monat) folgen. Günstigster Markt bleibt Berlin mit 4,70 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Projektentwicklungen charakterisieren Regionen außerhalb der Big 5

Auch außerhalb der Big 5 Ballungsräume kompensierte der Anstieg bei Eigennutzerumsätzen um 44 Prozent den überdurchschnittlich hohen Rückgang bei den Vermietungen (- 57 %) nicht vollständig kompensieren. Entsprechend wurde mit insgesamt 1,63 Millionen Quadratmetern zwar noch ein leichtes Plus (+ 4 %) gegenüber dem fünfjährigen Durchschnittswert erzielt, das Vorjahresvolumen gleichzeitig um 20 Prozent unterschritten.

Acht der zehn größten Deals sowie zwei Drittel des Umsatzes gehen auf das Konto von Eigennutzern, darunter auch die drei größten Deals der Monate April bis Juni, die Neubauten der Logistikzentren durch die Gerry Weber AG (rund 76.000 m² in Halle / Westfalen) und Dänisches Bettenlager in Mindelheim (48.000 m²) sowie die Erweiterung des DHL-Standortes Leipzig mit zirka 40.000 Quadratmetern.

Für Neubauten/Projektentwicklungen schlägt mit 75 Prozent ein noch höherer Anteil zu Buche als in den Big 5-Ballungsräumen, auch hier sind Eigennutzer mit drei Vierteln dominierend.

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