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Europäische Büronutzermärkte wieder im Aufschwung

In Frankfurt sind die Leerstandsquoten noch zweistellig
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Erstmals seit zwei Jahren verzeichnet der europäische Mietpreisindex von JLL im ersten Quartal 2014 wieder einen Anstieg: Um 1,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dabei gibt es eine breite Spanne der Preisentwicklungen in den einzelnen Märkten. In den deutschen Bürohochburgen Berlin, Frankfurt, Hamburg und München wird es auf Jahressicht zu einem moderaten Wachstum kommen.

Der Dreimonats-Zuwachs beruht auf einem Anstieg der Spitzenmieten in sechs Index-Märkten mit einem außergewöhnlicher Plus von 20 Prozent in Dublin, basierend auf dem stark rückläufigen Angebot an erstklassigen Büroflächen bei anziehender Nachfrage. Ebenfalls zweistellig (+ 14,8 %) fällt das Mietpreiswachstum in Lyon aus. Dies gilt auch für Budapest (+ 2,6%), Rotterdam (+ 2,4%) und Stockholm (+ 2,3%) mit allerdings vergleichsweise moderaten Mietpreisentwicklungen. Unter der 5-Prozent-Marke bewegt sich noch Paris (+ 3,5 %). Drei Index-Städte (Moskau, Den Haag und Prag) zeigen einen Rückgang der Spitzenmieten, angeführt von Moskau (- 4,3%).

Nachfrage nach Büroflächen auf Vorjahresniveau

Das europaweit aggregierte Umsatzvolumen von 2,3 Millionen Quadratmetern entspricht in etwa dem Niveau des Vergleichszeitraums im Vorjahr. In Paris, dem größten Büromarkt Europas, sorgten größere Transaktionen für einen Zuwachs von 19 Prozent. Die deutschen Immobilienhochburgen legten insgesamt um 15 Prozent zu, der Zuwachs lag in vier der sieben Märkte zwischen elf Prozent (München) und 133 Prozent (Stuttgart - dort allerdings von einem sehr niedrigen Vorjahresniveau). London konnte an das sehr starke 1. Quartal des Vorjahres nicht ganz anknüpfen (- 6%).

Einen deutlichen Rückgang mussten die Büroflächenumsätze in den mittel- und osteuropäischen Märkten hinnehmen. Im Jahresvergleich schlug ein Minus von 27 Prozent zu Buche mit starken Einbußen in Moskau (- 25%) und Warschau (- 42 %). Auch deren jeweiliger 5-Jahresschnitt wurde jeweils um 13 Prozent beziehungsweise mehr als ein Drittel unterschritten.

Zuwachs beim Fertigstellungsvolumen

Das fünfte Quartal in Folge liegt die europaweit aggregierte Büroflächen-Leerstandsquote bei 9,7 Prozent. Von den 24 Index-Städten verzeichneten 13 seit dem letzten Quartal einen Anstieg ihres Leerstands, am stärksten zugelegt hat Amsterdam (+ 80bps), den größten Rückgang weisen Dublin und Den Haag auf (jeweils - 60bps).

Bei stabilen Werten bleibt es in Paris, während zehn Märkte einen Rückgang aufweisen, darunter - bis auf Düsseldorf - alle deutschen Immobilienhochburgen. Nur in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt (11,5 %) und Frankfurt (11,4 %) sind die Leerstandsquoten noch zweistellig, Berlin, Hamburg, Köln, München und Stuttgart bewegen sich zwischen 7,9 Prozent und 5,2 Prozent.

Während im zweiten Halbjahr 2013 die Fertigstellungen von neuen Büroflächen mit 2,6 Millionen Quadratmetern eine relativ umfangreiche Größe erreicht hatten, ging das Volumen in den ersten drei Monaten gegenüber dem letzten Quartal des Vorjahres um 26 Prozent zurück.

Derzeit bewegt sich das Volumen nur noch 15 Prozent unter dem Fünfjahres-Durchschnitt. Unter den größten Märkten Europas verzeichnete London auch im ersten Quartal hohe Fertigstellungsvolumina. Das Volumen in Paris und Moskau lag dagegen auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.

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