27.04.2015 | JLL

Bürospitzenmieten in Frankfurt lassen um sechs Prozent nach

Die Spitzenmieten in Frankfurt am Main gingen um sechs Prozent zurück
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Von 24 europäischen Metropolen notierten in den ersten drei Monaten 2015 im Vergleich zum Vorquartal nur drei ein Wachstum der Bürospitzenmiete, wie eine Studie des Immobiliendienstleisters JLL zeigt. Vier der fünf größten deutschen Märkte (Berlin, Düsseldorf, Hamburg und München) verzeichneten Zuwachsraten zwischen fünf und knapp 20 Prozent. Frankfurt am Main musste einen Rückgang um knapp sechs Prozent hinnehmen.

Im europäischen Vergleich leicht zugelegt haben die Spitzenmieten in Madrid (plus ein Prozent) und Barcelona (plus 1,4 Prozent), wo sich die Büromärkte weiter erholen London verzeichnete zum zweiten Mal in Folge das höchste Mietpreiswachstum in Europa. Mit 2,2 Prozent fiel es etwas niedriger aus als drei Monate zuvor. In 18 Städten stagnierte das Wachstum, rückläufig war es in drei.

Insgesamt führten diese Entwicklungen zu einem leichten Rückgang des gewichteten europäischen Mietpreisindex von JLL um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal, dem ersten Quartalsrückgang seit Herbst 2013. Fast ausschließlich beeinflusst wurde dieser Verlauf von den Rückgängen in Moskau und Paris. In der französischen Hauptstadt sind die Spitzenmieten in CBD-Lagen gegenüber dem vorangegangenen Quartal um 2,7 Prozent gesunken auf 60,40 Euro pro Quadratmeter Monat.

Aggregiert dürfte das europäische Mietpreiswachstum in den kommenden neun Monaten wieder zulegen. Dafür sprechen auf Basis sich weiter verbessernder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein zunehmender Angebotsengpass in einigen Märkten, die Erholung u.a. der Märkte in Spanien, Italien und Portugal sowie eine starke Performance der meisten britischen Städte und deutschen Immobilienhochburgen.

Die meisten Märkte mit Umsatzplus

Der europaweit aggregierte Umsatz für Büroflächen lag mit knapp 2,3 Millionen Quadratmeter leicht unter dem Volumen des ersten Quartals 2014 (minus drei Prozent). Während in 14 von 24 untersuchten Märkten die starke Nachfrage zum Jahresende 2014 auch in den ersten drei Monaten des neuen Jahres für deren Umsatzzuwächse sorgten, schwächelten vor allem zwei der vier größten europäischen Büromärkte (Paris und Moskau). Insgesamt konnte deren Umsatzrückgang nicht ganz ausgeglichen werden.

Paris, mit 52,5 Millionen Quadratmeter Europas größter Büroflächenmarkt, musste im Jahresvergleich Einbußen von 27 Prozent hinnehmen (auf 373.000 Quadratmetern im ersten Quartal 2015). Die in Frankreich mit plus 0,4 Prozent schwache Wirtschaftsleistung 2014 wirkte sich weiter auf das Vertrauen aus und hemmte das Wachstum der Nutzermärkte. Zweistellig (minus 17 Prozent) bewegte sich der prozentuale Umsatzrückgang auch in Moskau.

Ohne den Rückgang in der französischen und russischen Hauptstadt legte das Vermietungsvolumen im übrigen Europa um rund sieben Prozent zu. So schlug sich die optimistische Stimmung etwa auf dem Londoner Büroflächenmarkt in einem weiteren Einjahresplus von neun Prozent nieder, der Umsatz (238.000 Quadratmeter) bewegte sich damit deutlich über dem Zehnjahresschnitt der ersten Quartale.

Höher notiert das Umsatzplus in zehn Märkten: Rotterdam (plus 72 Prozent), Amsterdam (plus 62 Prozent), Warschau (plus 48 Prozent) Madrid (plus 31 Prozent), Mailand (plus 30 Prozent), Budapest (plus 18 Prozent) und Barcelona (plus 16 Prozent). In Deutschland haben die meisten Märkte ihre starke Performance aus dem vergangenen Jahr fortgesetzt. Die Konjunktur hat an Fahrt gewonnen mit einer sehr günstigen Situation am Arbeitsmarkt im Gefolge.

Rückgang beim Büroneubau

Europaweit belief sich das Büro-Fertigstellungsvolumen im ersten Quartal 2015 auf insgesamt rund 603.000 Quadratmetern, entsprechend einem Rückgang im Jahresvergleich von 35 Prozent gegenüber und fast der Hälfte des Zehn-Jahres-Durchschnitts. Bis Ende des Jahres werden die Fertigstellungen allerdings wieder deutlich zunehmen und könnten auf 4,9 Millionen Euro anwachsen, dem höchsten Volumen seit 2010.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Büroimmobilie

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