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Anleger agieren zurückhaltend am deutschen Wohnimmobilienmarkt

Berlin bleibt der regional bedeutendste Markt für Investments in Wohnimmobilien
Bild: Gordon Gross ⁄

Auf dem deutschen Investmentmarkt für Wohnimmobilien zeigten sich die Anleger im zweiten Quartal 2014 zurückhaltend: Dem Immobiliendienstleister JLL zufolge lag das Transaktionsvolumen von April bis Ende Juni bei zirka 2,2 Milliarden Euro, nach 4,7 Milliarden Euro zwischen Januar und Ende März. Stärkster Markt bleibt Berlin mit Investitionen von etwa 450 Millionen Euro.

Mit insgesamt 6,9 Milliarden Euro ist damit annähernd das Halbjahresergebnis im Vergleichszeitraum des Vorjahres erreicht.

Das deutlich niedrigere Marktgeschehen im zweiten Quartal macht das abnehmende Angebot an großvolumigen Portfolien deutlich. Bis Ende des Jahres wird ein Transaktionsvolumen von mindestens elf Milliarden Euro erwartet - in etwa also auf dem Niveau von 2012. Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten 160 Transaktionen (H1 2013: 180) notiert mit durchschnittlich etwa 715 Einheiten pro Transaktion (H1 2013: 533 Einheiten).

Mega Deals fanden nur im ersten Quartal statt. Etwa mit dem Verkauf der Vitus (30.000 Wohnungen) und der Dewag-Gruppe (11.500 Wohnungen) für insgesamt fast 2,4 Milliarden Euro an die Deutsche Annington sowie des DGAG-Portfolios (Prelios-Portfolio) an die österreichische Buwog für knapp 900 Millionen Euro.

Trend geht in Richtung Portfoliobereinigung

Eine ähnliche Größenordnung (jeweils mehr als 15.000 Wohnungen) wie bei diesen drei Transaktionen fehlte in den Folgemonaten komplett. Der Verkauf von zirka 7.700 Wohnungen eines Portfolios mit Wohnanlagen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen an die Adler Real Estate war die mit Abstand größte Transaktion des zweiten Quartals, gefolgt von mehreren Transaktionen mit Wohneinheiten zwischen 2.000 und 3.500.

"Der Trend geht hier in Richtung Portfoliobereinigung", so Dr. Konstantin Kortmann, Team Leader Residential Investment Germany. Nicht mehr nur reine Portfoliokäufe bestimmen das Transaktionsgeschehen, sondern Übernahmen von Unternehmen werden wichtiger. Ziel solcher Aktivitäten sei vor allem das Erreichen komparativer Kostenvorteile und Qualitätsverbesserungen in der Bewirtschaftung, wie die Mega-Deals der Deutschen Annington und der Buwog oder im zweiten Quartal die Übernahme der Estavis AG durch die Adler Real Estate AG zeigten.

Berlin bleibt stärkster Markt

Direkt in deutsche Wohnimmobilien investieren nach wie vor vornehmlich einheimische Investoren. Ihr Anteil liegt im ersten Halbjahr bei 75 Prozent. Deutsche Wohnungskonzerne sind aber auch dabei, mittelfristig in Europa Fuß zu fassen. So expandiert die Augsburger Immobiliengesellschaft Patrizia nach Großbritannien, in die Niederlande, nach Skandinavien und nach Spanien, um dort ihre Aktivitäten auszubauen.

Das Interesse internationaler Akteure bleibt zwar hoch, allerdings treten sie weniger als direkte Käufer auf. Stattdessen investieren sie häufig indirekt in deutsche Plattformen, wie etwa bei der Beteiligung des Staatsfonds des Emirates Abu Dhabi am Wohnungskonzern Deutsche Annington.

Der regional bedeutendste Markt bleibt Berlin (inklusive Umland). Investitionen von etwa 450 Millionen Euro flossen im ersten Halbjahr in die Bundeshauptstadt. Mit Abstand folgen Hamburg (250 Mio. Euro) und die Region Rhein-Ruhr (170 Mio. Euro). Portfolien mit bundesweiten Standorten machen weiterhin den Großteil aus. Hier schlagen etwa 5,3 Milliarden Euro zu Buche.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnimmobilien

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