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Investmentmarkt: Jeder zehnte Euro in deutsche Shopping-Center investiert

Boulevard Berlin: Ein Shopping-Center aus dem Corio-Portfolio
Bild: Corio

Im ersten Halbjahr 2015 wurden rund 9,3 Milliarden Euro in Käufe deutscher Handelsimmobilien investiert. Das geht aus einem Report des Immobiliendienstleisters JLL hervor. Hiervon entfielen 3,1 Milliarden Euro auf Shopping-Center. Das ist ein Plus von 165 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 und bedeutet, dass jeder zehnte investierte Euro in Einkaufszentren geflossen ist.

Ausschlaggebend hierfür sind zwei Großtransaktionen: Der französische Center-Betreiber Klépierre hat die niederländische Corio und damit auch fünf Shopping-Center in Deutschland übernommen.

Zugleich stieg der kanadische Pensionsfonds Canada Pension Plan Investment Board mit mehr als 46 Prozent bei der Essener mfi AG ein und Unibail-Rodamco reduzierte seine Anteile auf 48 Prozent.

Kleinere Shopping-Center stärker nachgefragt

Auch bei den Transaktionsgrößen gab es laut JLL Verschiebungen. Kleinere Shopping-Center mit einem Wert von unter 100 Millionen Euro waren bis Ende Juni stärker gefragt als im Vorjahreszeitraum. Nach neun Abschlüssen in dieser Kategorie im ersten Halbjahr 2014 sind es aktuell bereits 13.

Erneut gab es keine Verkäufe in der Größenklasse von 100 bis 200 Millionen Euro. Dafür sind zwei Transaktionen mit einem Wert von über 200 Millionen Euro zu verzeichnen. Das durchschnittliche Transaktionsvolumen beziffert JLL mit knapp 80 Millionen Euro.

Internationale Investoren bauen Anteil deutlich aus

Bereits im Gesamtjahr 2014 hatte der Anteil ausländischer Käufer deutlich von 38 auf 63 Prozent des Transaktionsvolumens zugelegt. Dieser Trend verstärkte sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres: Mittlerweile kommen 84 Prozent aller Shopping-Center-Käufer aus dem Ausland.

Immobilien-AGs und REITs dominieren die Käuferseite mit einem Volumenanteil von 40 Prozent und einem Investitionsvolumen von mehr als 400 Millionen Euro. Die Gruppe der Asset- und Fonds Manager steht für etwa ein Fünftel des gesamten Transaktionsvolumens. Stärkster Aufsteiger in dieser Kategorie sind die Pensionskassen, die im Immobilienbereich Wertzuwächse realisieren wollen.

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Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Shopping-Center

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