16.12.2015 | IW

Wirtschaftsinstitut: Für Regulierung des Immobilienmarkts fehlen Kennzahlen

IW Köln: "Es gibt kein Marktversagen in der deutschen Immobilienfinanzierung"
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der deutsche Immobilienmarkt rückt stärker in den Fokus der Regulierer. Doch die Pläne könnten schnell über das Ziel hinausschießen, warnt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Das Problem: Bislang fehlen verlässliche Kennzahlen, die vor Instabilitäten warnen könnten.

Deshalb, so die IW-Studie, sollte gerade für Deutschland genau geprüft werden, ob eine verschärfte Regulierung wirklich sinnvoll ist. Denn auch wenn derzeit 50 Prozent aller Kredite deutscher Banken in den Wohnungsbau fließen, gebe es kein Anzeichen für eine Blase: Die Preise haben sich von einigen Innenstadtlagen in Großstädten abgesehen im internationalen Vergleich moderat entwickelt, wie das IW mitteilt. Auch bei der Kreditvergabe habe es bislang keinen auffälligen Aufwärtstrend gegeben.

Die IW-Studie verweist auf Hongkong und Korea, beide Länder haben Erfahrungen mit makroprudenziellen Instrumenten gesammelt und mussten mehrfach nachjustieren - zum Beispiel in der Frage, wie viel Eigenkapital Hausbauer aufbringen müssen, um nicht in die Schuldenfalle zu tappen.

Dass in Deutschland ähnlich experimentiert wird, lehnt das IW Köln ab: "Es gibt kein Marktversagen in der deutschen Immobilienfinanzierung, also gibt es keine sachliche Begründung für ein Eingreifen, sagt IW-Finanzexperte Markus Demary.

Außerdem fehlt nicht nur von regulatorischer, sondern auch von politischer und wissenschaftlicher Seite ein ausreichendes Verständnis dafür, wie die Instrumente wirken und welche Folgen sie haben könnten.

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Schlagworte zum Thema:  Immobilienmarkt, Regulierung

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