17.03.2014 | IVD

Nebenkosten treiben Wohnpreise in die Höhe

Bild: Gk/shotshop.com

Die deutschen Privathaushalte mussten 2013 knapp ein Viertel (24,4 Prozent) ihrer Konsumausgaben für das Wohnen aufwenden. Dem Immobilienverband IVD zufolge waren vor allem die Nebenkosten preistreibend. Die Preise für Strom, Gas und andere Brennstoffe legten um mehr als vier Prozent zu, während die Nettokaltmieten 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent gestiegen sind.

Der Immobilienverband stützt sich dabei auf Zahlen des Statistischen Bundesamts. Die Erhöhung der Nettokaltmieten ist in den vergangenen Jahren auch hinter dem Anstieg der allgemeinen Teuerung zurückgeblieben, wie Analysen des IVD zeigen. Jürgen-Michael Schick, Vizepräsident des IVD, erklärt: "Von 1992 bis heute ist die Inflation um mehr als 40 Prozent gestiegen, die Mieten in den Top-10 Städten erhöhten sich jedoch nur um knapp 14 Prozent."

Es habe in den vergangenen drei bis vier Jahren zwar Mietsteigerungen gegeben. Zuvor seien die Mieten aber 15 Jahre lang zurückgegangen beziehungsweise hätten auf niedrigem Niveau verharrt, bis der Nachholeffekt auf dem Wohnungsmarkt eingesetzt habe. "Mietsprünge waren hauptsächlich auf bestimmte Szeneviertel in Großstädten beschränkt", so Schick.

Ablenkungsmanöver Mietpreisbremse und Bestellerprinzip

Das erklärte Ziel der Bundesregierung, die Mietpreissteigerungen einzudämmen, können dem IVD zufolge durch die bisher vorgesehenen Maßnahmen nicht erreicht werden. "Die von der Bundesregierung geplante Mietpreisbremse löst das Problem der hohen Wohnkosten und angespannten Wohnungsmärkte nicht", fasst Schick zusammen. "Es sind lediglich Ablenkungsmanöver der Politik, um sich den eigentlichen Problemen wie Wohnraummangel und zu hohen Energiekosten nicht stellen zu müssen." Die genannten Maßnahmen seien für die Große Koalition eine Möglichkeit, kostengünstig Wahlversprechen einzulösen.

Zudem spricht der IVD sich deutlich gegen das geplante Bestellerprinzip aus. Ein derartiger Eingriff in den Markt sei überflüssig und nicht zielführend. "Mit den wohnungspolitischen Maßnahmen der Bundesregierung werden Makler und Vermieter zu Sündenböcken erklärt", fügt Schick hinzu. Die Politik wolle damit vom eigenen wohnungspolitischen Versagen ablenken.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnkosten, Nettokaltmiete, Nebenkosten

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