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IVD-Marktmietspiegel Berlin: Wachstum um 3,6 Prozent

Das Angebot an Mietwohnungen in Berlin wird kleiner.
Bild: Lupo ⁄

Bei Neuvertragsabschlüssen sind die Mieten in Berlin laut IVD-Marktmietspiegel in Standardlagen in den letzten zwei Jahren um 3,6 Prozent gestiegen, in Vorzugslagen der Bundeshauptstadt lag das Wachstum bei 2,4 Prozent.

Nach wie vor zeichne sich der Mietwohnungsmarkt in Berlin trotz Nachholeffekten in den letzten vier Jahren gegenüber Städten wie Hamburg und München durch ein unterdurchschnittliches Mietniveau von derzeit 7,40 Euro pro Quadratmeter in Standardlagen und 8,80 Euro pro Quadratmeter in Vorzugslagen aus, heißt es in dem Report. Aber das Angebot werde knapper. Mittlerweile könne auch in den Randlagen ein Nachfragezuwachs verzeichnet werden. Spitzenreiter bei den durchschnittlichen Mietzuwächsen (ohne Neubau und Erstbezug nach umfassender Sanierung) ist laut IVD Marzahn-Hellersdorf mit jährlichen Zuwächsen in Standardlagen von 6,7 Prozent. Nachgefragte Vorzugslagen wie in Steglitz-Zehlendorf oder in Mitte verzeichneten indes zum Teil kaum noch Mietsteigerungen oberhalb der üblichen Verbraucherpreisentwicklung.

IVD: Mietpreisbremse wird zum Gaspedal werden

Der IVD Berlin-Brandenburg beobachtet in seinen Mietangebotsreports seit zwei Jahren, jüngst verstärkt durch die Einführung des Bestellerprinzips, einen stetigen Rückgang der kommerziell angebotenen Mietwohnungen in Berlin. Die wesentlichste Ursache liege in der ungebrochen positiven Bevölkerungsentwicklung. Berlin hat die Mietpreisbremse als erstes Bundesland flächendeckend zum 1. Juni eingeführt – was der IVD Berlin-Brandenburg weiterhin für einen großen Fehler hält. Weitere regulatorische Eingriffe in den Wohnimmobilienmarkt lehnt der Verband „mit aller Schärfe“ ab. Zudem müssten die bereits beschlossenen Maßnahmen befristet bleiben, fordert der IVD. In vielen Lagen werde die Mietpreisbremse künftig sogar für steigende statt für sinkende Mieten sorgen. "Außerhalb der Szenekieze kann die Mietpreisbremse zum Gaspedal werden", warnt der Vorstandschef des Berliner Immobilienverbands IVD, Dirk Wohltorf.  In vielen Lagen beispielsweise am Berliner Stadtrand lägen Neumieten derzeit deutlich unter der oberen Spanne des Mietspiegels, die für die Berechnung der zulässigen Miete herangezogen werde. Erfahrungen in den zwei Monaten seit Einführung der Mietpreisbremse zeigten, dass viele Eigentümer die Miete jetzt bis zum gesetzlich erlaubten Maximum erhöhten. "Wir werden erleben, dass der Markt als Regulativ nicht mehr funktioniert", sagt Wohltorf voraus. Noch lasse sich das in Zahlen allerdings kaum belegen.

Der Berliner Mieterverein widerspricht. In einer deutschlandweiten Untersuchung sei nachgewiesen worden, dass drei Viertel der Angebotsmieten auf der Internetseite Immoscout im Jahr 2013 die Grenze der Mietpreisbremse überschritten hätten. Der Maklerverband berechne die Kappungsgrenze mit Hilfe des Mietspiegel-Oberwerts. Eigentlich aber müsse die durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete genutzt werden, betont der Verein. Diese liege pro Quadratmeter mehr als einen Euro niedriger.

Schlagworte zum Thema:  Marktanalyse, Mietpreis

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