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Investoren suchen verstärkt deutsche Shopping Center

Auch internationale Akteure kaufen deutsche Shopping Center
Bild: Haufe Online Redaktion

Jones Lang LaSalle hat eine Studie zur Situation auf dem deutschen Investmentmarkt für Shopping Center vorgelegt. Demnach bleibt das Shopping Center-Segment auch für internationale Immobilienanleger die mit Abstand wichtigste Anlagekategorie bei Handelsimmobilien.

Das Transaktionsvolumen dieser Immobilienkategorie beläuft sich im ersten Halbjahr auf 1,5 Milliarden Euro. Der aktuelle Wert liegt damit rund 40 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, in dem 2,7 Milliarden Euro in Shopping Center investiert wurden. Gleichzeitig hat der Anteil an den Handelsimmobilien-Investitionen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 45 auf 52 Prozent nochmals zugelegt.

Das durchschnittliche Investmentvolumen lag im ersten Halbjahr bei 95 Millionen Euro und zeigt sich gegenüber dem Kalenderjahr 2011 rückläufig. Größte Einzeltransaktion ist mit rund 190 Millionen Euro der Erwerb des 50-prozentigen Anteils von Unibail-Rodamco am Bochumer Ruhrpark.

Im großvolumigen Bereich fehlen Angebotsobjekte

Trotz rückläufigem Transaktionsvolumen ist das Interesse an Einzelhandelsimmobilien weiter ausgesprochen groß und Liquidität vorhanden. Gerade im großvolumigen Bereich fehlt es allerdings an geeigneten Verkaufsobjekten und die Fokussierung der Investoren auf makellose Core-Immobilien setzt sich fort.

Mehr als 60 Prozent des Transaktionsvolumens entfallen auf internationale Investoren Im ersten Halbjahr hat sich das Investitionsverhalten am Shopping Center-Investmentmarkt im Vergleich zu 2011 deutlich verändert.

Klarer Nachfrageüberhang nach Core-Immobilien

Wie bei der Länderwahl macht sich das Streben nach Sicherheit auch beim Risikoprofil der Immobilie bemerkbar. Nachdem es im zweiten Halbjahr 2011 erste Anzeichen für eine Entspannung gab, hat sich der Trend im Zuge der Eurokrise umgekehrt. Viele Investoren agieren risikobewusst und die Core-Kriterien sind eng gesteckt. Gleichzeitig fehlt es im Core-Bereich an Produkt.

Verkaufsprozesse ziehen sich in die Länge

Allen Käufergruppen ist gemein, dass die Ankaufsprüfung sehr sorgfältig ist. Auch hier zeigt sich das erhöhte Sicherheitsbedürfnis. Unvollständige Datenräume, undurchsichtige Kostenstrukturen oder rechtliche Unklarheiten werden nicht akzeptiert und bis zur vollständigen Aufklärung geprüft, was zu deutlich längeren Prozessen führt. Nur mit einer guten Aufbereitung und einer transparenten Informationslage lassen sich Prozesse in den abgesteckten Zeitrahmen ohne größere Preisabschläge realisieren.

Internationale Immobilienakteure prüfen Markteintritt in Deutschland

Zahlreiche große Immobilienakteure prüfen derzeit den Markteintritt in Deutschland, treffen dabei aber größere Herausforderungen an, als die bereits investierten Wettbewerber. Das Initial-Investment soll „besonders“ sein und muss erhöhte Anforderungen erfüllen. Um den Markteintritt trotz der aktuellen Marktlage zu realisieren, werden Umwege wie etwa der Einstieg in laufende Entwicklungen oder der Ankauf ganzer Plattformen gewählt.

Letzteres hat Unibail-Rodamco mit dem Anteilserwerb an der mfi AG realisiert. Nach einer langen Phase der Marktbeobachtung hat das Unternehmen damit die mit Abstand größte Transaktion im ersten Halbjahr getätigt.

Schlagworte zum Thema:  Immobilieninvestition, Handelsimmobilien, Shopping-Center

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