Die Renditen bei Immobilieninvestments sind weiterhin unter Druck, das könnte sich mittelfristig ändern Bild: Haufe Online Redaktion

Immobilieninvestitionen steigen aufgrund der niedrigen Zinsen weiter. Die Folge: Es gibt immer weniger attraktive Objekte und die Renditen bleiben unter Druck. Im "Real Estate Investor Survey" von PwC geben nur acht Prozent der befragten Investoren an, innerhalb Jahresfrist mit steigenden Zinsen zu rechnen. 54 Prozent gehen aber davon aus, dass die Zinsen mittelfristig wieder steigen, was sich auf die Renditen auswirken könnte.

Dass sich das positiv auf die Renditen auswirken wird, glauben 80 Prozent der für die sechste Ausgabe des PwC-Survey befragten Investoren. 38 Prozent der Experten erwarten, dass Mietwachstum den Effekt steigender Zinsen ausgleichen kann.

CRES und gif gingen in ihrer Frühjahrsumfrage davon aus, dass ein Ende der Renditekompression 2018 zu erwarten ist. Laut Union Investment erwarten 75 Prozent der europäischen Immobilieninvestoren, dass die Anfangsrenditen erst 2019 wieder wachsen werden.

Büromarkt: Renditen auf Rekordtiefe – Frankfurt durch Brexit im Aufwind

An den deutschen Büromärkten sind die Renditen PwC zufolge auf neue Tiefstwerte gesunken. Berlin und München wiesen im Juli nur noch minimale All-Risk-Yields (ARY Kompression) von 3,1 beziehungsweise 3,0 Prozent auf. Verglichen mit Juli 2016 bedeutet das für Berlin einen Rückgang um 80 Basispunkte.

Den stärksten Rückgang des ARY unter den Top-7-Städten (Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln, München, Stuttgart) hat PwC in den vergangenen sechs Monaten mit 37 Basispunkten in Frankfurt beobachtet. Grund ist die gestiegene Nachfrage nach Büroimmobilien als Folge der Brexit-Entscheidung. Bundesbankvorstand Joachim Würmeling geht von vielversprechenden Auswirkungen für die kontinentaleuropäischen Immobilienmärkte aus. Was die Entwicklung der Mietpreise angeht, steht Berlin mit einem prognostizierten Zuwachs von 3,6 Prozent pro Jahr bis 2022 an der Spitze.

Auch die B-Städte zeigten laut PwC eine hohe ARY Kompression, die Mietpreissteigerungen bleiben jedoch deutlich hinter denen der großen Städte zurück. 4,4 Prozent pro Jahr werden die Büromieten bis 2021 in Berlin steigen, das sind europaweit die höchsten Zuwächse, so das Analysehaus Scope.

Einzelhandelsmarkt: Beachtliche Renditekompression in den B-Städten

Die stärkste ARY Kompression an den Haupteinkaufsstraßen lag in den Top-7-Städten unter jener der Büroimmobilien. In den größten Städten blieben die Preise stabil, während in den kleineren B-Städten eine beachtliche Renditekompression zu beobachten war.

Der Mangel an gleichwertigen Alternativen lässt laut PwC Investoren an dieser Anlageklasse festhalten. Der Fokus bleibt dabei auf den regionalen Städten. Hier war die Renditekompression am höchsten.

Für rund die Hälfte der institutionellen Anleger sind die Immobilienpreise in Deutschland insgesamt gerade noch akzeptabel. 37 Prozent der Investoren finden die Preise überteuert, wie eine Umfrage von Universal-Investment zeigt.

Logistikmarkt: Starke ARY Kompression nur in Hamburg, München und Stuttgart

Im Logistiksektor hat PwC eine starke Renditekompression nur in Hamburg, München und Stuttgart festgestellt. Die übrigen Märkte blieben überwiegend stabil.

Der Immobilienberater CBRE teilte mit, dass Investoren die attraktive Rendite von Logistikimmobilien reizten – sie betrage in den Top-Standorten fünf Prozent und liege damit bis zu 1,5 Prozentpunkte über der von Büro- oder Einzelhandelsobjekten.

Im ersten Halbjahr 2017 wurden laut JLL in Deutschland Fachmärkte, Fachmarktzentren, Supermärkte und Discounter mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro gehandelt. 

Schlagworte zum Thema:  Studie, Zinsen, Büroimmobilie, Rendite, Investor

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