Logistik- und Industrieimmobilien sind aufgrund der zu erwartenden Rendite zunehmend begehrter bei Investoren Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

45 Prozent der europäischen Investoren wollen ihre Aktivitäten 2018 ausbauen (2017: 41 Prozent). Das ist ein Ergebnis der Studie „EMEA Investor Intentions Survey 2018“ von CBRE. Dabei gaben zirka 33 Prozent der Befragten an, verstärkt in den Sektor Industrie und Logistik investieren zu wollen. Büroimmobilien stehen nur noch bei etwa 26 Prozent der Anleger im Fokus.

Die Assetklasse „Industrie und Logistik“ ist damit erstmals auf Rang eins. Die größte Steigerung im Vergleich zu 2017 verzeichneten Wohnimmobilien, die für etwa 21 Prozent der Befragten die bevorzugte Assetklasse darstellen.

33 Prozent der Befragten planen in diesem Jahr segmentübergreifend Aktivitäten auf Niveau von 2017. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) wurde laut CBRE über alle Assetklassen hinweg mit einem Investmentvolumen von 291 Milliarden Euro bereits 2017 ein Rekordergebnis verzeichnet. Größere Verkaufsaktivitäten planen demnach im laufenden Jahr 40 Prozent der Befragten (2017: 36 Prozent). 

Logistikrenditen bleiben hoch

2017 war der europäische Investmentmarkt durch Portfolioverkäufe, insbesondere Plattformübernahmen geprägt. Zu den signifikantesten Transaktionen zählten die Verkäufe des Logicor Portfolios an die China Investment Corporation (12,2 Milliarden Euro) und von IDI Gazeley an Global Logistics Properties (2,8 Milliarden US-Dollar). Die Käufer sind große asiatische Investoren. Nach Angaben von Colliers, stammten 40 Prozent des 2017 in Logistikimmobilien investierten Kapitals aus Asien.

"2017 betrachteten viele Investoren den Industrie- und Logistiksektor zweifelsohne in einem neuen Licht, was sich in der Anzahl und dem Umfang der Plattformübernahmen in dieser Assetklasse widerspiegelt", sagt Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE in Deutschland. CBRE zufolge bleiben die Logistikrenditen im Vergleich zu anderen Immobiliensektoren hoch.

Alternative Immobilienklassen: Studentenwohnheime auf Platz eins

Anleger suchen aktuell weltweit neue Investmentmöglichkeiten. Grund sind die stark gestiegenen Preise und die begrenzte Verfügbarkeit von Core-Immobilien. In der EMEA-Region gaben rund 72 Prozent der Befragten an, bereits in alternative Immobilienklassen investiert zu haben. Rund 70 Prozent erklärten laut CBRE, ihre Investitionen in diesem Bereich ausweiten zu wollen.

Alternative Immobilienanlageformen verzeichneten der Studie zufolge in den vergangenen zehn Jahren einen Anstieg des Investitionsvolumens um etwa 45 Prozent. 2017 wurden Transaktionen in Höhe von 23,6 Milliarden Euro getätigt. Studentenwohnheime waren dabei mit einem Anteil von zirka 53 Prozent der Bereich mit den umfangreichsten Investitionen, noch vor Seniorenresidenzen (38 Prozent).

Rund 37 Prozent der Befragten gaben an, in Immobilienkredite investiert zu haben und wollen diesen Bereich 2018 weiter ausbauen.

Preisniveau höchstes Investitionshindernis – weitere Übernahmen erwartet

Die Befragten erwarten, dass sich die politische und wirtschaftliche Dynamik des zweiten Halbjahres 2017 positiv auf den Immobilienmarkt auswirken wird und dass London der attraktivste Markt für nicht-europäische Investoren bleibt. "Die aktuelle Stärke der deutschen Wirtschaft und das fehlende Angebot treiben die Nachfrage der Investoren in allen wichtigen Märkten in Deutschland weiter an", sagt Klein.

Die Verfügbarkeit von Immobilienobjekten stellt für 34 Prozent der von CBRE befragten Investoren in Europa auch 2018 ein großes Hindernis dar – nur das Preisniveau wurde von einer größeren Anzahl an Investoren (44 Prozent) als Hemmnis benannt.

"Angesichts der Produktknappheit erwarten wir eine Fortsetzung der Übernahmen von Immobilienunternehmen und -plattformen, was es Investoren erlaubt, ihre Immobilienportfolios trotz der Produktknappheit weiter auszubauen", erklärt Klein.

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Schlagworte zum Thema:  Büroimmobilie, Industrie, Investment, Logistikimmobilie, Logistik

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