Im dritten Quartal 2018 wurden Wohnungsbestände in einer Größenordnung ab 30 Einheiten für 12,3 Milliarden Euro gehandelt – rund 30 Prozent mehr als im dritten Quartal 2017. Das hat BNP Paribas Real Estate errechnet. Demnach ist vor allem die Zahl der Investments in Sonderformen wie Studentenwohnungen und Mikroapartments gestiegen. Die aktivsten Anleger waren Immobiliengesellschaften und REITs.

Waren in der jüngeren Vergangenheit immer stärker Projekte am Ergebnis des Transaktionsvolumens beteiligt (aktuell mit einem Anteil von 19 Prozent am Resultat), ist nun auch eine zweite Assetklasse auf dem Vormarsch: Auf Sonderformen – vor allem Forward Sales oder gerade fertiggestellte Immobilien – entfallen laut BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) mittlerweile mehr als neun Prozent des Wohnumsatzes.

Wieder mehr Transaktionen jenseits der 100-Millionen-Euro-Grenze

Insgesamt entfielen im dritten Quartal 2018 rund 25 Prozent des Investmentvolumens auf Neubauten beziehungsweise Projektentwicklungen.

Großvolumige Transaktionen (mehr als 100 Millionen Euro) haben wieder deutlich zugelegt. Sie kommen auf einen Anteil von mehr als 58 Prozent. Doch auch die Nachfrage in den übrigen Segmenten bleibt laut BNPPRE hoch: Trotz Schwankungen in der prozentualen Verteilung sind die Investmentumsätze in den jeweiligen Größenklassen im Vorjahresvergleich absolut betrachtet weitgehend stabil.

Rund ein Drittel der Deals von Immobilien-AG / REITs getätigt

Immobilien AG/REITs führten nach dem dritten Quartal die Liste der größten Akteure auf dem Wohninvestmentmarkt mit Abstand an. Auf sie entfallen laut BNPPRE etwa 36 Prozent des Transaktionsvolumens – dies sei auch auf die Übernahme der Buwog durch die Vonovia zurück zu führen.

Diese Investorengruppe hat sich vor allem bei größeren Portfolios engagiert. Auf den weiteren Plätzen finden sich nach dem dritten Quartal mit jeweils knapp 16 Prozent Spezialfonds und Pensionskassen – sie hatten die Rangliste im Vorjahr noch angeführt. Das durchschnittliche Volumen pro Verkaufsfall fiel bei den Spezialfonds mit deutlich unter 40 Millionen Euro relativ gering aus.

Erstmals haben Immobilienunternehmen (rund acht Prozent) sowie Investment und Asset Manager (rund sieben Prozent) die 5-Prozent-Hürde überschritten.

Internationale Investoren unterrepäsentiert

Mit einem Anteil von 25,5 Prozent sind ausländische Investoren laut BNPPRE im Vergleich zu den vorherigen Jahren wieder stärker am Ergebnis beteiligt. Im Wohn-Investmentmarkt sind sie jedoch nach wie vor unterrepräsentiert. Der aktuelle Anstieg lässt sich mit nur einer Transaktion erklären: Ohne den Verkauf des Century-Portfolios an die dänische PFA läge ihr Anteil auch Ende des dritten Quartals unter 20 Prozent.

Von den ausländischen Investoren stammt der Großteil aus Europa (rund 17 Prozent). Weitere sechs Prozent flossen aus Nordamerika und knapp drei Prozent aus dem asiatischen Raum in deutsche Wohnportfolios.

Berlin: Umsatzbringer unter den Top 7

Knapp 5,5 Milliarden Euro des in Wohnimmobilien investierten Kapitals entfallen auf die deutschen A-Standorte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart  – das entspricht einem Anteil von rund 41 Prozent. Umsatzbringer ist laut BNPPRE Berlin mit zirka 2,8 Milliarden Euro.

Einen großen Anteil hatten auch Hamburg (rund 780 Millionen Euro), Düsseldorf (zirka 650 Millionen Euro) und München (knapp 570 Millionen Euro). In München wurden laut BNPPRE im dritten Quartal angebotsbedingt nur wenige größere Wohnpakete verkauft.

BNPPRE geht von dynamischem Schlussquartal 2018 aus

"Der Wohninvestmentmarkt ist und bleibt eines der spannendsten Marktsegmente für Immobilieninvestoren und dürfte, ein entsprechendes Angebot vorausgesetzt, einem lebhaften Schlussquartal entgegensehen", prognostiziert Christoph Meszelinsky, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Co-Head Residential Investment.

Dies gelte speziell für die Metropolen und Großstädte mit Bevölkerungswachstum und entsprechend hoher Bautätigkeit. "Vor diesem Hintergrund ist für 2018 mit dem zweitbesten Ergebnis nach 2015 zu rechnen", so Meszelinsky.

Lesen Sie auch:

Risiko für Immobilienblase in München und Frankfurt steigt

Wohninvestments: Braunschweig aus Renditesicht attraktiver als Hamburg

Micro Living: Deutschland gehört zu den Investment-Hotspots in Europa

Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien, Investment, Marktanalyse