| Savills/JLL/ICC

Investments in Wohnportfolios gehen um 14 Prozent zurück

In Münster dürften 2014 kaum lohnende Investments zu finden sein
Bild: Presseamt Münster/ Tilmann Roßmöller

Knapp 12,1 Milliarden Euro wurden dem Immobilienberater Savills zufolge 2014 in deutsche Wohnimmobilienpakete investiert. Das sind zwei Milliarden Euro oder 14 Prozent weniger als im Rekordjahr 2013 mit 15,8 Milliarden Euro, wie JLL berichtet. Laut dem Immobilien Investment Club (IIC) sind die Märkte der Top-7-Standorte und in Hochschulstädten wie Münster überhitzt.

Insgesamt wechselten Savills zufolge bundesweit mehr als 225.800 Einheiten (2013: 223.500 Einheiten) im Rahmen von 201 Transaktionen (2013: 217) den Eigentümer. Auf Berlin entfielen nur 14 Prozent aller gehandelten Wohnungen. 2013 waren es noch 44 Prozent. Im ersten Quartal 2014 zählte die Hauptstadt bereits erstmals seit Jahren nicht mehr zu den fünf umsatzstärksten Standorten.

Auch in Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart war laut Savills der Anteil mit in Summe vier Prozent aller gehandelten Einheiten, nach neun Prozent im Jahr 2013, rückläufig. Der durchschnittliche Preis pro Wohneinheit im vergangenen Jahr gegenüber 2013 ging um 15 Prozent auf etwa 53.400 Euro zurück.

Dem Immobilien Investment Club (IIC) zufolge ist der Markt für Wohnimmobilieninvestments in den Top 7 sowie in einigen Hochschulstädten, wie Münster, Freiburg oder Heidelberg, überhitzt. Grundsätzlich wird es 2015 nach Angaben des IIC schwieriger, lohnende Investments am Markt zu finden.

Börsengelistete Gesellschaften investierten sechs Milliarden Euro

Nach Savills waren im Jahr 2014 auf Käuferseite 2014 die an der Börse gelisteten Wohnungsgesellschaften prägend. Mehr als sechs Milliarden Euro investierten die Immobilien-AGs in deutsche Wohnungspakete. Damit bildeten sie die mit Abstand größte Käufergruppe, gefolgt von nicht börsennotierten Wohnungsbaugesellschaften, die zirka 2,1 Milliarden Euro investierten.

77 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens auf einheimische Käufer, neun Prozent auf Investoren aus Österreich und fünf Prozent auf US-amerikanische Investoren. Auch die Verkäufer kamen mehrheitlich aus Deutschland (51 Prozent), gefolgt von Akteuren aus den USA (21 Prozent) sowie der Schweiz (neun Prozent).

Auch 2015 werden laut Savills börsennotierte Immobiliengesellschaften das Transaktionsgeschehen am hiesigen Wohnungsportfoliomarkt dominieren. Viele der großen Transaktionen werden in Form von Unternehmensübernahmen und -zusammenschlüssen am Kapitalmarkt stattfinden. Unter anderem steht der Zusammenschluss von Deutscher Annington und Gagfah an.

JLL: Bundesweit mehr Portfolio-Transaktionen

Der Anteil bundesweiter Wohnportfolien am gesamten Transaktionsvolumen ist JLL zufolge 2014 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen: Sie machten mit mehr als acht Milliarden Euro mehr als 60 Prozent des deutschen Transaktionsvolumens aus. 2013 waren es lediglich 6,2 Milliarden Euro und etwa 40 Prozent des Gesamtvolumens.

Gemessen am Transaktionsvolumen waren die beiden größten gehandelten Portfolios 2014 die von der Deutschen Annington erworbenen Wohnungen der Vitus-Gruppe für zirka 1,4 Milliarden Euro sowie der Verkauf der 11.500 Wohnungen der Dewag-Gruppe für zirka 970 Millionen Euro.

Die mittlere Portfoliogröße ist auf etwa 580 Einheiten pro Transaktion (2013: 550) gestiegen. Absolut und relativ am meisten zugenommen haben Größen unter 800 Wohnungen pro Portfolio, die ein Drittel der gehandelten Volumen ausmachten (4,3 Milliarden Euro; 2013: 4,1 Milliarden Euro) sowie der Dealcluster zwischen 4.000 und 15.000 Wohnungen pro Portfolio. Letzterer umfasst 27 Prozent des gehandelten Volumens mit etwa 3,5 Milliarden Euro (2013: 2,2 Milliarden Euro, 14 Prozent).

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnimmobilien

Aktuell

Meistgelesen