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Investments am Hotelmarkt Deutschland lassen deutlich nach

Einer der größten Einzeldeals im 1. Halbjahr 2012: Der Verkauf des Motel One im Mediapark Köln
Bild: Lammerting Immobilien Gruppe

Die schwache Entwicklung des 1. Quartals 2012 auf dem deutschen Hotelinvestmentmarkt setzt sich fort: Bis Ende Juni summierte sich das Transaktionsvolumen laut Jones Lang LaSalle auf rund 170 Millionen Euro und bewegt sich so 65 Prozent unter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Knapp 60 Prozent weniger sind es im Vergleich zum 10-Jahresdurchschnitt (H1 2002-2011: rund 400 Mio. Euro). "Trotz teilweise großvolumiger Einzelhotelangebote oder auch ganzer Hotelportfolios, haben diese Objekte bislang nicht ihren Käufer gefunden", sagt Thorsten Faasch, Leiter Investment Jones Lang LaSalle Hotels. Seiner Ansicht nach haben Engpässe bei Finanzierungen, aber auch umfangreicher werdende Due Diligence Prozesse zu dem enttäuschenden Ergebnis geführt.

Das Transaktionsvolumen in den ersten sechs Monaten 2012 setzt sich in etwa hälftig zusammen aus Einzel- und Portfoliotransaktionen. Mit acht Einzeldeals wurden rund 85 Millionen Euro umgesetzt. Die beiden bislang größten Einzeldeals liegen bei zusammen unter 35 Millionen Euro, darunter der Verkauf des Suite Novotel in Hamburg an den VA-Domus Fonds der Deka Immobilien.

Bofrost Family Office kauft Motel One im Mediapark Köln

Kurz vor Quartalsschluss hat der britische Investment Manager Internos das 3-Sterne Hotel Park Inn mit 152 Zimmern in Nürnberg für geschätzte rund 16 Millionen Euro für seinen Immobilien Spezialfonds gekauft. Verkäuferin war die GBI GmbH & Co KG, Berlin. Bereits vor Baubeginn wurde das Hotel Motel One Mediapark in Köln an das nordrhein-westfälische Family-Office der Firma Bofrost veräußert. Das 216 Zimmer Hotel soll im Herbst 2013 eröffnet werden. Das Accor Hotel All Seasons am Holsteinischer Kamp in Hamburg ging für knapp über fünf Millionen Euro an das französische Private-Equity Unternehmen LFPI Gestion.

Ebenfalls zirka 85 Millionen Euro entfallen bis zur Jahresmitte auf Portfoliodeals - eine Größenordnung, die das Vorjahresniveau um 40 Prozent (H1 2011: 150 Mio. Euro) unterschreitet. Insgesamt wurden fünf Hotels in zwei kleinen Portfolien im Markt gehandelt. Neben dem Erwerb der drei Penta Hotels in Eisenach (138 Zimmer), Kassel (137 Zimmer) und Braunschweig (139 Zimmer) durch die HPI Germany Hotelbesitz GmbH, hat das britische Private-Equity Unternehmen Azure Properties die beiden Intercontinental Hotels Group (IHG) Häuser am Alexanderplatz in Berlin, Holiday Inn und Indigo, an den ebenfalls britischen Investor Invesco Real Estate für seinen Fonds Hotel Real Estate Fund II FCP veräußert.

Merkliche Aktivitäten-Zunahme von vermögenden Privatinvestoren

Neben den institutionellen Anlegern und den Private Equity-Investoren, die zusammen einen Anteil am Transaktionsvolumen von rund 50 Prozent ausmachten, sind merkliche Aktivitäten von vermögenden Privatpersonen, den High Net Worth Individuals (HNWI), festzustellen. Bis Ende Juni komplettierten sie die Gesamtsumme des Halbjahresvolumens. "Dieser Trend kann sich in diesem Jahr fortsetzen", so Faasch. Die Käufergruppe sei weniger vom Kapitalmarkt abhängig und in der Lage, ein Hotel ohne Fremdfinanzierung und aus eigener Tasche zu bezahlen.

Das Verhältnis von deutschen und ausländischen Playern, zur Jahresmitte gemessen an der Anzahl der Transaktionen noch deutlich zu Gunsten der einheimischen Investoren ausgefallen (9:4), dürfte sich im zweiten Halbjahr verschieben. "Wir gehen derzeit davon aus, dass aufgrund der immer noch merklich stabileren wirtschaftlichen Lage in Deutschland das Kapital internationaler Investoren seinen Weg zu uns finden wird", erklärt Faasch. Der Anlagedruck vieler Unternehmen sei groß, demgegenüber stehe die Bereitschaft zu verkaufen, wenn die Bedingungen nicht überzogen sind. Davon werden neben den Kernmärkten in Deutschland (BIG 6) auch vermehrt die 'Secondaries' profitieren.

Schlagworte zum Thema:  Investition, Hotelimmobilie

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