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Ausländische Investments am deutschen Gewerbeimmobilienmarkt steigen auf 4,1 Milliarden Euro

Rund 1,4 Milliarden Euro stammten von Anlegern aus Frankreich
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Transaktionsvolumen auf dem gewerblichen Investmentmarkt Deutschland lag in den ersten drei Monaten 2015 bei rund 9,7 Milliarden Euro, wie der Immobilienberater Colliers mitteilt. Mit 4,1 Milliarden Euro stammten 42 Prozent des Kapitals von internationalen Anlegern. Dem Immobiliendienstleister JLL zufolge entfielen 44 Prozent auf Büroimmobilien.

Knapp 3,2 Milliarden Euro und damit ein Drittel des investierten Kapitals floss in Immobilienportfolios. Den größten Anteil daran hatten die fünf in Summe rund eine Milliarde schweren Einkaufszentren Boulevard Berlin, Centrum Galerie Dresden, Forum Duisburg, Königsgalerie Duisburg und Arneken Galerie Hildesheim.

Das meiste in deutsche Gewerbeimmobilien investierte Kapital stammte bis dato, bedingt durch die Corio-Übernahme durch Klépierre, mit rund 1,4 Milliarden Euro von Anlegern aus Frankreich. Investoren aus Großbritannien und den USA kauften für rund eine Milliarde Euro respektive knapp 600 Millionen Euro Immobilien ein. Asiatische Anleger brachten es bislang auf etwa 560 Millionen Euro.

Die Immobilien-Spezialfonds zählten zu den aktivsten Käufern. Gemeinsam mit den offenen Immobilienfonds investierten sie knapp 2,1 Milliarden Euro und erreichten einen Marktanteil von 21 Prozent. Dahinter folgten Immobilien-AGs mit 1,2 Milliarden Euro sowie Asset und Fund Manager mit 1,1 Milliarden Euro.

Marktanteil von Einzelhandelsimmobilien steigt

Einzelhandelsimmobilien erzielten mit einem Transaktionsvolumen von 3,6 Milliarden Euro einen Marktanteil von rund 37 Prozent. Das ist Colliers zufolge ein deutlich höherer Wert als in den vergangenen Jahren.

Nennenswerte großvolumige Abschlüsse des laufenden Jahres sind ein aus 107 Objekten bestehendes Supermarkt-Portfolio, das sich Patrizia für 286 Millionen Euro von der Fortress-Tochter Eurocastle sicherte, oder ein Paket aus 56 Handelsimmobilien, in das Redefine Properties 157 Millionen Euro investierte.

In Büroimmobilien wurden im ersten Quartal bei einem Marktanteil von 40 Prozent etwa 3,9 Milliarden investiert. Im Unterschied zu den Handelsimmobilien waren die ersten drei Monate des Jahres allerdings von Einzeldeals dominiert. Hotelimmobilien erreichten einen guten Jahresauftakt und vereinten über 600 Millionen Euro Transaktionsvolumen auf sich. Dies bedeutet den dritten Platz in der Investorengunst.

Fast durchweg Umsatzplus in den Top-Standorten

Insgesamt wurde in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart ein Transaktionsvolumen von rund 4,7 Milliarden Euro erzielt. Das ist knapp die Hälfte des gesamten deutschlandweiten Investmentvolumens des ersten Quartals und etwa eine Milliarde Euro respektive 29 Prozent mehr als vor zwölf Monaten.

Das höchste Transaktionsvolumen von 1,1 Milliarden Euro bei einer vergleichbaren Anzahl an registrierten Transaktionen wurde gleich in drei Städten erzielt, wobei sich München in Summe hauchdünn vor den beiden gleichauf liegenden Städten Berlin und Frankfurt positionierte. In allen drei Immobilienzentren wurden die Vorjahresergebnisse zum Teil deutlich übertroffen.

In Hamburg wechselten Gewerbeimmobilien und Grundstücke für rund 750 Millionen Euro den Eigentümer, ein deutliches Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am meisten legte das Transaktionsvolumen in Köln zu. Dort wurden im ersten Quartal 286 Millionen Euro und damit 165 Prozent mehr investiert als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Stuttgart und Düsseldorf mit Transaktionsvolumina von 182 respektive 180 Millionen Euro bilden den Abschluss der Top-Standorte.

JLL: Fokus auf Büroimmobilien

Der Immobiliendienstleister JLL erwartet, dass weiterhin erhebliches Kapital in die deutschen Immobilienmärkte fließen wird.  Laut JLL wurden im aktuellen Quartal rund 9,5 Milliarden Euro gehandelt und entfiel in der deutschlandweiten Gesamtbetrachtung über alle Größenvolumina hinweg entfiel 70 Prozent des Transaktionsvolumens auf Einzelabschlüsse (knapp 6,7 Milliarden Euro), im Jahresvergleich ein Transaktionsplus von 22 Prozent.

Demgegenüber sank das Transaktionsvolumen mit Portfolios um 38 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der höchste Anteil des gesamtdeutschen Transaktionsvolumens entfällt wie im Vorjahr mit zirka 44 Prozent auf Büroimmobilien. Der Anteil der Einzelhandelsimmobilien auf 31 Prozent hat sich signifikant erhöht. Lager- und Logistikimmobilien erreichten ein Transaktionsvolumen von knapp 700 Millionen Euro, entsprechend einem Anteil von sieben Prozent.

Berlin löst Frankfurt als Nummer Eins ab

Auch wenn eine erhöhte Nachfrage nach Investitionsgelegenheiten außerhalb der etablierten Märkte zu beobachten ist, so schlägt sich dieses (noch) nicht in den Transaktionszahlen nieder. Nur sechs Einzeltransaktionen oberhalb der 50 Millionen-Euro-Marke mit einem Volumen von insgesamt 500 Millionen Euro konnten in B-Städten registriert werden. Dies entspricht einem Anteil von lediglich 18 Prozent am Transaktionsvolumen dieser Kategorie und zeigt den nach wie vor vorhandenen Fokus auf die Big 7.

Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass das Transaktionsvolumen in den Big 7 im Jahresvergleich um 28 Prozent auf knapp 5,2 Milliarden Euro zugelegt hat. Oder anders gesagt: mehr als 54 Prozent des deutschlandweiten Transaktionsvolumens entfiel auf die sieben etablierten Märkte. Vor Jahresfrist lag dieser Anteil bei 41 Prozent.

Berlin hat Frankfurt im ersten Quartal den Spitzenplatz wieder entrissen und liegt mit 1,3 Milliarden Euro auf Platz Eins. Noch knapp vor Frankfurt hat sich München geschoben, hier konnten 1,2 Milliarden Euro registriert werden. Auch in der Betrachtung der relativen Steigerungsraten liegt die Bundeshauptstadt vorne (plus 113 Prozent). In Düsseldorf lag das Transaktionsvolumen bei lediglich 180 Millionen Euro, die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt weist damit als einzige Stadt ein Minus aus (minus 74 Prozent).

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Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Gewerbeimmobilien

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