Investmentmarkt: Große Einzeldeals sorgen für Rekordumsatz

61,5 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr laut BNP Paribas Real Estate in den Kauf deutscher Immobilien investiert. Im Fokus standen vor allem einzelne Bürohäuser, die mit einem Anteil von 27,1 Milliarden Euro zum neuen Rekordumsatz beitrugen. Spitzenreiter war Frankfurt am Main mit 19 Großabschlüssen.

Insgesamt machten Büroimmobilien laut BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) mit 29,7 Milliarden 48 Prozent am Gesamtumsatz aus. 

"Das außergewöhnliche Vorjahresergebnis wurde damit noch einmal um knapp sechs Prozent übertroffen." Piotr Bienkowski, CEO von BNP Paribas Real Estate Deutschland

Knapp die Hälfte der Deals gehen auf das Konto von ausländischen Investoren

Für 41 Prozent des Umsatzes über die Assetklassen Büro, Wohnen, Hotel, Logistik und Retail hinweg waren ausländische Investoren verantwortlich – am aktivsten waren laut BNPPRE europäische Käufer (20 Prozent), gefolgt von nordamerikanischen Anlegern (acht Prozent). Besonders im Blickpunkt der Investoren standen die Top-7-Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart: Auf sie entfallen insgesamt rund 38,6 Milliarden Euro, das sind 63 Prozent des Gesamtergebnisses.

"Diese Entwicklung unterstreicht, dass die Anleger in den wachsenden Ballungszentren von weiterem Steigerungspotenzial ausgehen." Marcus Zorn, Deputy CEO von BNP Paribas Real Estate Deutschland

Residential Investment: Projektentwicklungen gewinnen immer mehr an Bedeutung

Im Sektor Residential Investment (ab 30 Wohneinheiten) wurde nach Angaben von BNPPRE mit 16,3 Milliarden Euro das zweitbeste Resultat aller Zeiten erzielt, davon alleine 3,3 Milliarden Euro in Berlin. Das Plus gegenüber 2017 beträgt insgesamt mehr als 16 Prozent. Immer bedeutender werden Projektentwicklungen. Dominiert wird das Marktsegment von deutschen Anlegern.

"Auch 2019 sollten Wohninvestments zu den beliebtesten Immobilienanlagen zählen. Nach wie vor bleibt jedoch die Angebotsseite das Nadelöhr." Udo Cordts-Sanzenbacher, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Co-Head Residential Investment

Logistikimmobilien erzielen zweitbestes Ergebnis aller Zeiten

Der Markt für Logistikinvestments fuhr BNPPRE zufolge mit einem Transaktionsvolumen von 7,2 Milliarden Euro das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten ein. Der Rückgang zum Vorjahresrekord resultiert demnach nur aus einem geringeren Portfolio-Umsatz. Auch in diesem Segment wurde bei den Einzelverkäufen mit knapp 3,2 Milliarden Euro eine neue Bestmarke aufgestellt.

"Trends, die zu einer hohen Flächennachfrage beitragen und damit die Grundlage für erfolgreiche und nachhaltige Investments bilden, laufen weiter. Hierzu gehört vor allem die kontinuierlich steigende Bedeutung des E-Commerce." Christopher Raabe, Geschäftsführer und Head of Industrial Services & Investment der BNP Paribas Real Estate GmbH

Single-Deals sorgen auch am Hotelinvestmentmarkt für rosige Zahlen

Hotelinvestments haben laut BNPPRE im vergangenen Jahr erneut die Vier-Milliarden-Schwelle geknackt. Gezählt wurden rund 130 Transaktionen gezählt, ähnlich wie im Vorjahr. Nur bezogen auf Einzeldeals gab es mit rund 3,2 Milliarden Euro auch in dieser Assetklasse einen neuen Umsatzrekord.

Hervorzuheben ist, dass mehr als zwei Drittel (2,8 Milliarden Euro) des bundesweiten Ergebnisses in diesem Segment auf die acht Großstädte Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart entfallen.

"Hotelinvestments sind auf breiter Front gefragt, seien es Neubauten, Bestandsobjekte oder Hotels mit Optimierungsbedarf." Alexander Trobitz, Head of Hotel Services der BNP Paribas Real Estate GmbH

Moderate Bilanz am Retail-Investmentmarkt

Am Retailinvestmentmarkt ermittelte BNPPRE ein Transaktionsvolumen von 11,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr gehen jedoch nur die Kaufhäuser als Gewinner der Umsatzverteilung auf die verschiedenen Nutzungen hervor: Gepusht durch die Fusion von Karstadt und Kaufhof legen sie um 151 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro zu und vereinen damit fast 24 Prozent des Umsatzes in diesem Segment auf sich.

"Auch wenn das Resultat nicht an die Bilanzen der vorangegangenen Jahre heranreicht, gibt es keine Anzeichen für echte Erosionsprozesse." Christoph Scharf, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Head of Retail Services

Sowohl Highstreet-Objekte als auch Fachmarktzentren sind für viele Anleger weiterhin sehr attraktiv.

Ob zum Jahresende 2019 ein gutes Ergebnis vermeldet werden kann, hänge aber insbesondere von größeren Paketverkäufen ab, die für eine positive Bilanz unerlässlich seien, ergänzt Matthias Feske, Head of Retail Services bei der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Rahmenbedingungen für Immobilien-Investmentmärkte bleiben positiv

Auch wenn die Unsicherheiten hinsichtlich internationaler Krisenherde zugenommen haben und sich die Konjunktur aktuell merklich abkühlt, stellen sich die entscheidenden Rahmenbedingungen für die Investmentmärkte laut BNPPRE immer noch positiv dar.

Hierzu gehören in erster Linie das unverändert niedrige Zinsniveau und die positive Beschäftigungsentwicklung. Mögliche Alternativanlagen, beispielsweise Aktien oder Rohstoffe, wären laut BNPPRE von globalen konjunkturellen Rückgängen stärker betroffen als Immobilieninvestments. Auch bei Staatsanleihen sei in einem unsicheren Umfeld mit vielen Risikofaktoren nicht von Renditesprüngen auszugehen.

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