London bleibt begehrtester Investitionsstandort für internationales Kapital Bild: tokamuwi ⁄

Asiatische Investoren sind weiterhin aktiv an den weltweiten Immobilienmärkten. 52 Prozent des Kapitals und 46 Prozent aller grenzüberschreitenden Aktivitäten 2017 stammten aus der Region Asien-Pazifik. Das ist ein Ergebnis des "Global Investment Atlas 2018", den Cushman & Wakefield am zweiten Tag der Mipim vorgestellt hat. Verluste in Nordamerika bedeuteten einen Gewinn für Europa: Die Investitionen aus Asien stiegen gegenüber dem Vorjahr um 96 Prozent.

Die Hochrechnung des jährlich veröffentlichten Berichts von Cushman & Wakefield zeigt ein Rekordniveau von insgesamt 1,62 Billionen US-Dollar, nach 1,43 Billionen US-Dollar im Jahr 2016. Für 2018 geht Cushman & Wakefield von einem weiteren Anstieg aus und ist überzeugt, dass auch in Zukunft asiatische Investoren dominieren werden.

Die Unsicherheit über die US-Politik und die Kapitalkontrollen in China haben dem Bericht zufolge dafür gesorgt, dass die global agierenden Investoren aus dem Asien-Pazifik-Raum ihr Engagement in den USA nicht weiter ausgebaut haben. Auch die Transaktionen nationaler Käufer gingen in Nordamerika zurück. Das gleiche Bild zeigte sich in Europa. Der globale Anstieg inländischer Investitionen wurde ausschließlich von nationalen Käufern im asiatisch-pazifischen Raum getragen (plus 39,9 Prozent im Jahresvergleich).

Die Investitionstätigkeit in Nordamerika insgesamt war im vergangenen Jahr um 6,9 Prozent rückläufig. Jedoch kanadische Investitionen wuchsen mit einem Plus von zwölf Prozent so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr.

London bleibt begehrtes Investitionsziel

Die USA sind zwar nach wie vor das Hauptinvestitionsziel für internationale Investoren, jedoch mit rückläufiger Tendenz. Regional betrachtet ist Europa der Spitzenreiter mit 50 Prozent aller grenzüberschreitenden Investitionen. Laut Cushman & Wakefield erlebte Europa 2017 das drittstärkste Jahr seiner Geschichte.

London bleibt im Vergleich der europäischen Städte das begehrteste Investitionsziel für internationales Kapital. Befürchtungen um potenzielle Auswirkungen des Brexit wurden laut Cushman & Wakefield durch den Glauben an die langfristige Attraktivität des Standorts und die Abwertung des britischen Pfunds besänftigt.

Großbritannien und Deutschland blieben damit die Hauptzielmärkte in Europa, wobei zum Jahresende das Transaktionsvolumen in Großbritannien 3,9 Prozent über dem Wert von Deutschland lag. Laut einer Studie von Brickvest steht Großbritannien auch wieder auf Platz eins bei den Gewerbeimmobilieninvestments: Im dritten Quartal 2017 war noch Deutschland Spitzenreiter gewesen und hatte UK erstmals verdrängt.

China weiterhin Spitzenreiter im Raum Asien-Pazifik

Im Nahen Osten hat das Transaktionsvolumen nach Angaben von Cushman & Wakefield den niedrigsten Stand seit 2012 erreicht. Grund seien die politischen Unruhen.

Innerhalb des Asien-Pazifik-Raums bleibt China Spitzenreiter. Schanghai wurde von Peking überholt, wo das Transaktionsvolumen um 105 Prozent im Jahresvergleich stieg. Und Hongkong hat das Londoner West End als teuersten Büromarkt abgelöst. Auch außerhalb Chinas entwickelte sich das Transaktionsvolumen in den Schwellenländern Asiens positiv, insbesondere in Indonesien und Malaysia. In Indien hat Cushman & Wakefield ein Rekordvolumen bei Investitionen verzeichnet.

Südamerika verzeichnete die zweitschlechteste Investitionsperiode seit Beginn der Aufzeichnungen. Ein Grund dafür war der 29-prozentige Rückgang von Investitionen aus Nordamerika. Trotz handelspolitischer und politischer Spannungen verbessern sich laut Cushman & Wakefield aber die Aussichten für 2018, da die Schwellenländer im Allgemeinen und Brasilien im Besonderen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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Schlagworte zum Thema:  Investment, Investor, Asien

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