Im ersten Quartal 2018 wurden laut CBRE und JLL rund 40 Prozent weniger Hotels gehandelt als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) geht von einem Rückgang des Umsatzes von 45 Prozent aus, Colliers von 47 Prozent, in den Top-Märkten sollen es sogar mehr als 50 Prozent sein. Als Grund nennen alle Studien den massiven Produktmangel bei den Hotelimmobilien. Die Nachfrage bleibe indessen hoch.

Laut BNPPRE lag das Ergebnis mit etwas weniger als 620 Millionen Euro (CBRE: 661 Millionen Euro; JLL: 640 Millionen Euro; Colliers: 560 Millionen Euro) aber immer noch auf dem Niveau der sehr guten Jahre 2013, 2015 und 2016 und 26 Prozent über dem langjährigen Schnitt.

"Während das Investoreninteresse an deutschen Hotelimmobilien ungebrochen ist, wirkt sich die Produktverfügbarkeit limitierend aus", kommentiert Olivia Kaussen, Head of Hotels Germany bei CBRE das Ergebnis. "Die nackten Zahlen sind natürlich enttäuschend, entsprechen aber nicht den Aktivitäten, die im Hintergrund laufen", sagt Stefan Giesemann, Senior Vice President der JLL Hotels & Hospitality.

Rund zwei Drittel des Umsatzes gingen auf das Konto von Einzeldeals

Marktbestimmend waren allen Beratern zufolge Einzeldeals außerhalb der Metropolen. "Portfolioverkäufe generierten lediglich sechs Prozent des Transaktionsvolumens", so Andreas Erben, Geschäftsführer von Colliers International Hotel.

Rund 73 Prozent des Umsatzes entfielen im ersten Quartal 2018 BNPPRE zufolge auf einzelne Hotelverkäufe. CBRE kommt auf 84 Prozent aus (571 Millionen Euro), während es im Vorjahreszeitraum noch 64 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens waren. JLL geht bei den gehandelten Einzelobjekten von 458 Millionen Euro aus. Mit Abstand größter Deal im ersten Quartal war der Verkauf des Maritim Hotels am Kölner Heumarkt, das für rund 120 Millionen Euro von Art-Invest gekauft wurde.

Deutlich gestiegen im langjährigen Vergleich ist laut BNPPRE der Anteil von inländischer Investoren mit rund 60 Prozent des Volumens (CBRE: 91 Prozent, JLL. 60 Prozent; Colliers: 87 Prozent). Unter den ausländischen Investoren traten laut BNPPRE insbesondere nordamerikanische Käufer in Erscheinung (16 Prozent), gefolgt von Investoren aus dem europäischen Ausland (zwölf Prozent) und Nahost (vier Prozent). "Bis wieder größere Portfolios auf den Markt kommen, werden inländische Käufer den Markt weiterhin dominieren", sagt Kaussen für CBRE.

Top-Märkte leiden besonders unter Engpass im Segment Hotelimmobilien

Vor allem in den bedeutenden Hotelmärkten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Stuttgart) konnte nach Angaben von BNPPRE das erste Quartal 2018 mit einem Umsatz von rund 361 Millionen Euro nicht mit dem Jahresauftakt von 2017 mithalten. 320 Millionen Euro entfielen laut Colliers auf Nebenlagen und nicht mehr auf die sieben wichtigsten Hotelstandorte.

Dabei fielen die Schwankungen im Betrachtungszeitraums von nur drei Monaten sehr unterschiedlich aus: In Köln summierten sich die Hotelinvestments laut BNPPRE auf ein Volumen von knapp 138 Millionen Euro (CBRE: 147 Millionen Euro). Der Verkauf des Maritim Hotel war maßgeblich für dieses Ergebnis verantwortlich. Frankfurt sicherte sich mit rund 83 Millionen Euro vor Stuttgart (80 Millionen Euro) ebenfalls einen Platz in den Top 3. Mehr als 41 Millionen Euro wurden laut BNPPRE in Hamburg registriert. Hier kommt CBRE zu vollkommen anderen Zahlen mit 104 Millionen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren:

Hotelinvestments: Steht eine Trendwende bevor? Analyse

Umfrage zum Hotelmarkt: Investoren halten an guten Lagen fest

Hotelinvestments nehmen wieder zu – Druck auf die Renditen steigt

Schlagworte zum Thema:  Hotelimmobilie, Investment, Studie