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Deutschland hat derzeit unter Investoren den Ruf als einer der stabilsten Immobilienmärkte europaweit. Die Nachfrage erstreckt sich dabei auf alle Marktsegmente, wie Analysen von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) zeigen. Demnach wurden im ersten Quartal 2017 gleich mehrere Rekorde aufgestellt, vor allem im Bereich Logistikimmobilien.

Auf den deutschen Logistik- und Lagerflächenmärkten wurde laut BNPPRE im ersten Quartal ein Flächenumsatz von 1,5 Millionen Quadratmetern erfasst. Das sind zwei Prozent mehr als in den ersten drei Monaten 2016. Ein Umsatzrekord wurde unter anderem in Berlin erfasst: Die Hauptstadt hat mit 135.000 Quadratmetern die beste Bilanz der vergangenen Dekade erzielt.

Düsseldorf hat BNPPRE zufolge mit 62.000 Quadratmetern den Rekord von 2011 geknackt. Gegenüber dem Vorjahresauftakt wurden in der Rheinmetropole 288 Prozent mehr Quadratmeter als im ersten Quartal 2016 umgesetzt. Auch Köln (64.000 Quadratmeter), das Ruhrgebiet (165.000 Quadratmeter) und Hamburg (165.000 Quadratmeter) stellten einen neuen Rekord auf.

Eine Erklärung kommt vom Immobilienberater CBRE. Investoren reize die attraktive Rendite von Logistikimmobilien, sie betrage in den Top-Standorten fünf Prozent und liege damit bis zu 1,5 Prozentpunkte über der von Büro- oder Einzelhandelsobjekten. Die größte Herausforderung für die Branche liege derzeit in der zunehmenden Digitalisierung, so CBRE.

München "on the top" bei Büroinvestments

Auf den deutschen Büromärkten wurde nach Angaben von BNPPRE mit 945.000 Quadratmetern der Rekordwert aus dem Vorjahr um rund 13 Prozent getoppt.

Der Münchener Markt erreichte im ersten Quartal mit einem Flächenumsatz von 235.000 Quadratmetern ein neues Allzeithoch (plus 40 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2016) und eroberte damit die im vergangenen Jahr an Berlin verlorene Spitzenposition unter den deutschen Top-Standorten zurück.

In Hamburg sorgt die große Nachfrage ebenfalls für ein Rekordergebnis: 150.000 Quadratmeter wurden in den ersten drei Monaten umgesetzt – das sind rund 56 Prozent mehr als im Vorjahr.

Berlin mit bestem Jahresauftakt aller Zeiten

Über alle Segmente hinweg legte Berlin mit rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz (plus 84 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2016) den besten Jahresauftakt aller Zeiten hin. Auf Platz eins unter den größten deutschen Investmentstandorten rangiert laut BNPPRE aber erneut München mit 1,57 Milliarden Euro und einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 57 Prozent. Dem gesamtdeutschen Investmentmarkt hat die starke Nachfrage mit 12,65 Milliarden Euro Umsatz (plus 52 Prozent) ein Rekordergebnis beschert. Auch Köln (598 Millionen Euro; plus 203 Prozent) und Leipzig (395 Millionen Euro; plus 28 Prozent) trugen zum Ergebnis bei.

Gute Aussichten vor allem für den Bereich Logistik

In keiner anderen Stadt der Welt wurde jedoch im ersten Quartal 2017 so viel ausländisches Kapital investiert wie in London: 4,5 Milliarden US-Dollar. Zu diesem Ergebnis kommt JLL. 

Die Aussichten für das Gesamtjahr bleiben BNPPRE zufolge aber auch in Deutschland für alle Assetklassen sehr gut. Die Erwartungen an den deutschen Investmentmarkt für den Jahresstart 2017 seien damit übertroffen worden. Der Markt könnte demnach sogar noch einmal anziehen, denkt BNPPRE, da sich weitere großvolumige Deals im Umlauf befinden.

Die konjunkturellen Perspektiven seien sowohl für Deutschland als auch für Europa positiv. Das wird BNPPRE zufolge vor allem der Logistikmarkt zu spüren bekommen, da Wachstumsimpulse aus nahezu allen für die Logistiknachfrage wichtigen Branchengruppen zu erwarten seien.

Schlagworte zum Thema:  Logistikimmobilie, Investment