11.11.2016 | Swisslake

Immobilienfonds: Europa macht ein Drittel des Geschäfts aus – trotz Brexit

Auf dem europäsichen Kontinent läuft das Geschäft mit Immobilienfonds laut Swisslake gut, weniger gut in Großbritannien
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Mit 57 Fonds ist die Anzahl neu aufgelegter Fonds in Europa laut Swisslake in den ersten drei Quartalen 2016 leicht gesunken. Das Ziel-Eigenkapital-Volumen allerdings hat sich im Neun-Monats-Vergleich um 47 Prozent auf 41,4 Milliarden US-Dollar erhöht. Der europäische Markt macht damit aktuell ein Drittel des globalen Geschäfts mit Immobilienfonds aus, trotz Brexit, und ist zweitgrößter Anlagemarkt.

Bei der Platzierung der Europafonds verläuft das Geschäft mit einem Plus von 6,2 Prozent auf 1,07 Milliarden US-Dollar stabil. Auffallend in Europa ist der Trend zu Megafonds mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde US-Dollar – sie machen mittlerweile 56 Prozent des investierten Private-Equity-Kapitals aus (plus 25 Prozentpunkte). UK-Fonds machen als Folge des Brexits nur noch zwölf Prozent aus. Im langfristigen Durchschnitt sind es 18 Prozent.

Geographische Allokation
Bild: Swisslake

Internationale Immobilienfonds weiterhin stark nachgefragt

Weltweit wurden in den ersten drei Quartalen 2016 laut Swisslake 241 neue internationale Immobilienfonds aufgelegt, 25 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Auch die Platzierung von Fonds lief erfolgreich an, wie es im Swisslake-Bericht heißt: So wurden 124 Fonds mit einem Eigenkapital von 78,7 Milliarden US-Dollar platziert.

Das ist zwar ein leichter Rückgang nach 120 Fonds und 82,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015, doch Swisslake rechnet bis zum Jahresende 2016 noch mit einigen Fondsschließungen. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2014 wurden 133 Fonds mit einem Eigenkapitalvolumen von 89,2 Milliarden US-Dollar platziert und geschlossen.

Im Trend sind dem Unternehmen zufolge auch auf dem weltweiten Markt so genannte Megafonds. Auch der Anteil der Opportunity-Fonds stieg: von 42 Prozent auf 52,9 Prozent. Die Steigerung bei den Core-Fonds geht laut Swisslake zu Lasten der Value-Add-Strategien, die von 38,4 Prozent in den ersten neun Monaten 2015 auf 26,8 Prozent in den ersten drei Quartalen 2016 nachgaben: Der Anteil der Core-Fonds weltweit ist für die ersten drei Quartale 2016 mit 20,2 Prozent nahezu identisch zum Vorjahr (19,6 Prozent).

Finanzierungsfonds waren in den vergangenen Berichtsperioden stetig rückläufig und haben einen Sättigungseffekt erkennen lassen. Im Berichtszeitraum 2016 konnten diese jedoch bei den Fondsauflagen wieder deutlich zulegen. Interessanterweise investieren die neueren Finanzierungsfonds vornehmlich in Mezzanine oder Senior-Stretch-Strategien und sind demnach dem Value-Add- und opportunistischen Segment zuzurechnen.

Die starke Nachfrage nach Logistikfonds von 2015 setzte sich mangels Opportunitäten nicht fort, die Zahlen sind laut Swisslake 2016 rückläufig.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienfonds, Immobilien, Fonds, Fondsgesellschaft, Brexit

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