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Industrieservice-Unternehmen vier Prozent unter Umsatzerwartungen

Bilfinger steigert Umsatzwachstum im Bereich "Industrial" um 3,2 Prozent
Bild: Bilfinger

Die 15 führenden deutschen Industrieservice-Unternehmen (IS) verzeichnen nach einem Umsatzwachstum von 1,1 Prozent 2013 im Jahr 2014 nur noch ein Plus von 0,4 Prozent. Prognostiziert war ein Wachstum um 4,4 Prozent. Das sind erste Ergebnisse der Lünendonk-Liste. Spitzenreiter im Ranking bleibt der Baudienstleister Bilfinger mit einem Umsatzwachstum von 3,2 Prozent im Bereich "Industrial".

Ursache für das geringe Wachstum sind unter anderem gesunkene Akquisitionsaktivitäten. Lag der Anteil an anorganischem Wachstum 2013 noch bei 45,5 Prozent, ist er im Jahr 2014 auf 36,4 Prozent gesunken.

Viele Dienstleister haben 2014 für interne Umstrukturierungsmaßnahmen und Konsolidierung genutzt. Für das laufende Jahr gehen die führenden IS-Unternehmen nun von 3,6 Prozent Wachstum aus.

Bilfinger behauptet Spitzenplatz

Die Lünendonk-Studie "Führende Industrieservice-Unternehmen in Deutschland" wird durch ein Ranking der 15 nach Inlandsumsatz größten Anbieter im Industrieservice-Segment ergänzt.

Der Baudienstleister Bilfinger bleibt mit dem Segment Industrial wie in den Vorjahren auf Platz eins des Lünendonk-Rankings. Aufgrund einer veränderten Zuordnung operativer Gesellschaften zu den einzelnen Geschäftsfeldern im Bilfinger-Konzern meldet das Unternehmen allerdings geringere Umsatzzahlen als in den Vorjahren.

Die Umsätze für das Jahr 2013 wurden der neuen Segmentierung entsprechend angepasst und fallen daher im Vergleich zur Liste des Vorjahres um rund 50 Millionen Euro geringer aus. Dass sich das Segment Industrial trotz eines schwierigen Jahres für den Bilfinger-Konzern positiv entwickelt hat, belegt das Umsatzwachstum von 3,2 Prozent auf 815 Millionen Euro.

Remondis Maintenance & Services auf Rang zwei

Durch die Konsolidierung der Umsätze von Xervon und Buchen treten beide Unternehmen erstmals als Remondis Maintenance & Services auf. Damit rückt der Anbieter mit insgesamt 710 Millionen Euro auf Rang zwei der Lünendonk-Liste vor.

Auf Platz drei folgt die Wisag, der Umsatz stieg auf 653 Millionen Euro (plus 1,2 Prozent). Hierbei handelt es sich ausschließlich um Industrieservice-Umsätze. Leistungen mit Facility und Aviation Services sind nicht enthalten.

Position vier nimmt Voith Industrial Services ein. Nachdem das Unternehmen im vergangenen Herbst die DIW veräußert hat, steht aktuell die gesamte Geschäftseinheit zum Verkauf. Zu den Zahlen: Voith Industrial Services entwickelte sich 2014 konstant. Der Umsatz im Inland fiel nur marginal von 637 auf 635 Millionen Euro.

Neueinsteiger Kaefer hinter den "Big Four"

Mit Kaefer Isoliertechnik aus Bremen steigt ein neues Unternehmen direkt auf Platz fünf ein. Der Abstand zu Voith beträgt allerdings 350 Millionen Euro. Kaefer erfüllt für 2014 erstmals die Aufnahmekriterien für die Lünendonk-Liste. Mit 285 Millionen reiht sich das Unternehmen, das den Großteil seiner übrigen Umsätze im Ausland erzielt, knapp vor der Weber Unternehmensgruppe aus Pulheim (272 Millionen Euro) ein, die ebenfalls eine positive Umsatzentwicklung verzeichnen konnte.

Der Vorsprung auf Kiel Industrial Services, Wesseling, ist signifikant. Knapp 185 und damit 0,9 Prozent weniger als 2013 erzielte der Dienstleister im Inland. Das erste „Verfolgerfeld“ der vier führenden Unternehmen schließt Hertel aus Leipzig mit einem konstanten Umsatz (121 Millionen Euro) ab.

Ebert Hera Esser mit größtem Umsatzzugewinn

Auch aufgrund der Übernahme der Esser Anlagentechnik erzielt die neu firmierende Ebert Hera Esser Holding 11,6 Prozent mehr Umsatz im Inland als 2013. Durch den Umsatzanstieg von 86 auf 96 Millionen Euro rückt der Dienstleister aus Baden-Baden auf Rang neun vor (2013: Platz 11).

Dies liegt auch daran, dass Lobbe und InfraServ Knapsack ihre Umsätze nicht in der Form steigern konnten. Während Lobbe um 0,7 Prozent auf 95,6 Millionen Euro wuchs, reduzierte sich der Umsatz des im Chemiepark Hürth ansässigen Dienstleisters aufgrund einer Portfoliobereinigung um 5,4 Prozent von 99,9 auf 94,5 Millionen Euro.

GMR aus Wesseling zweiter Neueinsteiger

Die Gesellschaft für Montage und Regeltechnik (GMR) aus Wesseling ist der zweite Neueinsteiger in die Lünendonk-Liste. Der Dienstleister ist Teil der Griesemann-Gruppe, die neben Industrieservices auch Engineering- und Technologieberatungsleistungen anbietet. Letztere werden in der entsprechenden Lünendonk-Liste separat ausgewiesen. Die Segmentumsätze aus dem Geschäftsfeld Industrieservices in Höhe von 48,4 Millionen Euro bringen der GMR Platz zwölf im Industrieservice-Ranking ein.

Diesen Platz hatte im vergangenen Jahr noch Piepenbrock Instandhaltung inne. Die Segmentumsätze des Osnabrücker Unternehmens sanken von 50,6 auf 48 Millionen Euro (minus 5,1 Prozent).

Die Lünendonk-Liste beschließen, ebenfalls mit mittleren zweistelligen Millionenumsätzen, Stork Technical Services, Regensburg, mit 44,3 und das in Nürnberg ansässige Baumüller Reparaturwerk mit 40 Millionen Euro.

IS-Dienstleister stellen Weichen für die Zukunft

Insgesamt verbuchten jeweils sieben Dienstleister der Top 15 einen Umsatzzugewinn respektive Umsatzrückgang, ein IS-Anbieter hielt den Umsatz auf konstantem Niveau.

Parallel dazu befasst sich die Industrieservice-Branche vor allem mit dem Fachkräftemangel und den weiterhin offenen Fragen im Zuge der Energiewende.

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