30.04.2015 | Immowelt

Kaufpreise in München steigen um 85 Prozent im Fünfjahresvergleich

Unter anderem der Wohnraummangel lässt die Münchner Kaupfpreise explodieren
Bild: elke hartmann ⁄

In München werden im Schnitt aktuell 5.747 Euro pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung bezahlt. Im Jahr 2010 waren es noch 3.103 Euro. Das ist im Fünfjahresvergleich eine Steigerung um 85 Prozent, wie ein Marktbericht des Immobilienportals immowelt.de zeigt. Die Kaufkraft pro Einwohner ist im gleichen Zeitraum um 13 Prozent gestiegen.

Trotz niedriger Zinsen wird es immer schwieriger, eine Wohnung in München zu finanzieren. Den größten Preisanstieg bei Eigentumswohnungen innerhalb eines Jahres gab es mit 21 Prozent von 2011 auf 2012. Seitdem fiel dieser schwächer aus: In den vergangenen beiden Jahren kletterten die Preise jeweils noch um neun Prozent.

Wohnraum bleibt Mangelware

Besonders drastisch macht sich der Anstieg bei den Einstiegspreisen bemerkbar: 2010 waren günstige Standard-Wohnungen noch für unter 2.500 Euro pro Quadratmeter zu bekommen. Bei zwei Dritteln der angebotenen Wohnungen lagen die Kaufpreise zwischen 2.410 Euro und 4.002 Euro pro Quadratmeter. Aktuell fängt diese Zweidrittel-Spanne erst bei 4.519 Euro an und reicht bis 7.297 Euro pro Quadratmeter. Auch in den Randlagen sind die Preise inzwischen so stark gestiegen, dass dort keine günstigen Wohnungen mehr zu bekommen sind.

Teure Neubauten und aufwendige Sanierungen dürften ein Grund für den Preisanstieg der vergangenen Jahre sein. Hauptpreistreiber bleibt aber der Mangel an Wohnraum: Zwischen 2010 und 2014 ist die Bevölkerung Münchens um rund 108.400 Menschen auf knapp 1,5 Millionen gestiegen. Im gleichen Zeitraum sind nur rund 22.750 neue Wohnungen geschaffen worden – und das bei einem konstanten Anteil von 54 Prozent an Ein-Personen-Haushalten im gesamten Stadtgebiet. Bis 2023 rechnen Experten der Stadt München mit einem weiteren Anstieg der Bevölkerung auf 1,6 Millionen. Die Situation in der bayerischen Landeshauptstadt wird sich weiter verschärfen.

Schlechte Rendite schreckt Investoren ab

Ein weiteres Problem: Für Investoren lohnt es sich in München immer weniger, in Wohnraum zu investieren. Die große Differenz zwischen Kaufpreisanstieg (plus 85 Prozent) und Mietpreisanstieg (plus 28 Prozent) wirkt sich negativ auf die Rendite aus. In München liegt der Mietmultiplikator bei 31,9 und damit deutlich über dem Niveau anderer deutscher Großstädte. In vielen anderen Städten wirft eine Immobilie früher Gewinn ab: So dauert es in Berlin 28,2 Jahre und in Hamburg 27,4 Jahre. Wer in einer kleineren Stadt kauft, hat einen noch stärkeren Vorteil: In Nürnberg amortisiert sich der Kauf einer Immobilie bereits nach 23,7 Jahren.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnimmobilien

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